Tierwohl Für eine bessere Haltung

Dienstag, 11. April 2017
Beim Offenstall bekommen die Schweine frische Luft, ungefähr doppelt so viel Platz als gesetzlich vorgeschrieben, natürliches Tageslicht sowie tiergerechte Funktionsbereiche zum Liegen, Fressen, Bewegen, Koten und Harnen.
Foto: Henk Riswick
Beim Offenstall bekommen die Schweine frische Luft, ungefähr doppelt so viel Platz als gesetzlich vorgeschrieben, natürliches Tageslicht sowie tiergerechte Funktionsbereiche zum Liegen, Fressen, Bewegen, Koten und Harnen.

Tierwohl bleibt ein Dauerbrenner bei den NGOs. Greenpeace nimmt gezielt jetzt die Discounter in die Pflicht, nur noch Fleisch aus tiergerechten Haltungsformen anzubieten.

„Gütesiegel auf Fleisch informieren oft mangelhaft.“ Dieses Fazit zogen jetzt die Umweltschützer von Greenpeace, als sie für ihren Siegelratgeber verschiedene Label und Initiativen zum Tierwohl unter die Lupe nahmen. Nur wenige kamen in dem Urteil gut weg. Der häufigste Kritikpunkt lag darin, dass die Anforderungen meist nur wenig bis gar nicht über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus gehen.

Allerdings gehen die Naturschützer von falschen Voraussetzungen aus, wenn sie monieren, dass die Siegel keinerlei Auskunft über die Haltungsbedingungen geben. Denn oft ist das gar nicht das Ziel der jeweiligen Kennzeichnung.

Man vergleicht Äpfel mit Birnen, wenn die Organisation Produkte von Neuland mit denen der Initiative Tierwohl (ITW) oder jenen mit DLG-Medaille in einen Topf wirft. Darauf wiesen schnellstens auch die Betroffenen hin.

Die ITW beispielsweise unterstrich, dass es sich um ein Bündnis der Wirtschaft handele, nicht um ein Produktlabel. Ihr Ziel sei es vielmehr, auf lange Sicht Veränderungen in der Nutztierhaltung zu erreichen. Ein Wandel auf Knopfdruck sei nicht umsetzbar.

Das Prüfsystem QS wiederum erinnerte daran, dass sein Schwerpunkt auf der Lebensmittelsicherheit liegt. Das QS-Signet sei also keinesfalls ein Gütesiegel für Schweinefleisch.

Bemerkenswert ist, dass Greenpeace am letzten Samstag mit Aktionen in über 50 Städten explizit Lidl aufforderte, „mit guten Beispiel voranzugehen“ und die Kunden bei seiner Eigenmarke „Landjunker“ über die Haltung der Tiere zu informieren. Beispielgebend sei Dänemark, wo der Discounter bereits Fleisch verkaufe, das von Schweinen stammt, die ohne Antibiotika auskommen.

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