Tierwohl Keine Frage der Größe

Dienstag, 02. August 2016
Ein Landwirt ernährt heute 144 Menschen, vor allem durch Ertragssteigerungen und moderne Technik.
Foto: Ralf Baumgarten / Die Lebensmittelwirtschaft
Ein Landwirt ernährt heute 144 Menschen, vor allem durch Ertragssteigerungen und moderne Technik.
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Tierwohl Schweinemast Uni Göttingen


Uni Göttingen nimmt das Tierwohl in der Schweinemast unter die Lupe. Kaum vom Bestand abhängige Unterschiede. Situation insgesamt aber eher schlecht.

Das Tierwohl in der konventionellen Mastschweinehaltung hängt laut aktuellen Forschungsergebnissen der Georg-August-Universität Göttingen nicht von der Bestandsgröße ab, ist in Deutschland aber insgesamt verbesserungsbedürftig.

Man habe zusammen 60 konventionell wirtschaftende Schweinemastbetriebe mit Hilfe des Welfare Quality Protokolls (WQP) im Hinblick auf das Tierwohl untersucht und so gut wie keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Bestandsgrößen gefunden, heißt es in der jetzt abgeschlossenen Arbeit. Aufgefallen sei lediglich, dass der Verschmutzungsgrad der Tiere mit steigender Bestandsgröße signifikant zunahm. Die Ursache hierfür wird im Flüssigfutter vermutet.

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Die Tierwohlsituation in den untersuchten Betrieben insgesamt wird in der Arbeit als „eher niedrig“ eingestuft. So seien teilweise erhebliche Mängel bei der Wasserversorgung dokumentiert worden. Ferner seien auf den Höfen im Durchschnitt 35 Prozent der gehaltenen Tiere von moderater Bursitis (Schleimbeutelentzündung) betroffen gewesen, was auf suboptimale Haltungsbedingungen schließen lasse. Überdies habe man auf mehr als neun von zehn Höfen überbelegte Buchten gefunden. Das wirke sich nicht nur nachteilig auf die Tiere aus, sondern sei auch ein Verstoß gegen das Gesetz. Als hoch wertete die Forscherin Sophie Meyer-Hamme auch einen Anteil von elf Prozent verwundeter Tiere im Mittel aller Betriebe. Außerdem sei der „emotionale“ Zustand der Schweine schlecht gewesen, und beim Erkundungsverhalten habe es Defizite gegeben.

Die für die Studie untersuchten Betriebe hielten durchschnittlich 2.641 Schweine, wobei die Zahl der Mastplätze zwischen 260 und 11.000 variierte.

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