Umfrage ITW kommt bei den Verbrauchern gut an

Mittwoch, 03. Januar 2018
 Die Initiative Tierwohl wurde 2015 ins Leben gerufen.
Foto: Initiative Tierwohl
Die Initiative Tierwohl wurde 2015 ins Leben gerufen.
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Bei der Initiative Tierwohl (ITW) werden Landwirte finanziell unterstützt, wenn sie über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus etwas für ihre Tiere tun und sich dabei auch kontrollieren lassen. Dieses Konzept finden 93 Prozent der Verbraucher in Deutschland gut oder sehr gut, fand jetzt das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer bundesweiten, repräsentativen Umfrage zur Nutztierhaltung und Fleischproduktion heraus.
Wie die ITW dazu mitteilte, bezeichneten zudem 83 Prozent der mehr als 1.000 Befragten es als gut, eine tiergerechtere Ausgestaltung der Nutztierhaltung in vielen kleinen Schritte konsequent umzusetzen, ohne dabei etwas zu überstürzen.

„Wir freuen uns über den großen Zuspruch zu unserem Ansatz“, kommentierte ITW-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs die Ergebnisse. Dass Verbraucher kleine, konsequente Schritte zur Verbesserung der Haltungsbedingungen für gut und praktikabel erachteten, zeige, dass sie realistischer seien als jene, „die in der Öffentlichkeit laut Ideale und Maximalforderungen postulieren, denen die Landwirte aber unmöglich von heute auf morgen gerecht werden können“.

Angesichts der großen Akzeptanz appellierte Hinrichs an die teilnehmenden Tierhalter der Initiative, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Diese Betriebe seien Aushängeschilder und Verstöße gegen die Tierwohl-Kriterien seien mehr als Vertragsverletzungen, denn sie gefährdeten die Wahrnehmung einer ganzen Branche. Deshalb würden auch in der 2018 beginnenden Programmphase Regelverletzungen streng geahndet, „denn für schwarze Schafe unter den Tierhaltern wird in unserem Programm kein Platz sein“, stellte der ITW-Geschäftsführer klar.
„Für schwarze Schafe unter den Tierhaltern wird in unserem Programm kein Platz sein.“
ITW-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs
Ein weiteres Ergebnis der forsa-Umfrage war laut ITW, dass die Mehrheit der Deutschen neben den Landwirten auch den Staat, den Lebensmitteleinzelhandel und die Verbraucher in der Verantwortung für eine tiergerechtere Haltung sieht. „Die Frage der Tierhaltung ist folglich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, erklärte Hinrichs.

Wenn es um die Begleichung der Kosten für die tiergerechtere Haltung geht, gaben 72 Prozent der Befragten an, dass hier der Verbraucher gefragt sei. Von den Teilnehmern, die Fleisch verzehren, äußerten 89 Prozent die Bereitschaft, mehr Geld für Fleisch auszugeben, wenn das zu verbesserten Haltungsbedingungen führe.

Einkaufsverhalten weicht von Umfragen ab

Allerdings wies das forsa-Institut laut ITW darauf hin, dass die Themen des Umwelt- und Tierschutzes zwar hoch im Kurs der Bürger stünden, sich dies aber nicht in einem konkreten Ausgabeverhalten niederschlagen müsse. Auch Hinrichs merkte kritisch an, dass die Vergangenheit leider gezeigt habe, dass sich Aussagen zur Zahlungsbereitschaft mit dem tatsächlichen Einkaufsverhalten oft nicht deckten. „Deshalb hat das System der Initiative Tierwohl die Kaufentscheidung für ein bestimmtes Produkt von der Förderung für Tierwohlmaßnahmen entkoppelt“, erklärte Hinrichs. Stattdessen könne der Verbraucher durch seinen Einkauf bei einem der Partnerunternehmen des Lebensmitteleinzelhandels der Initiative zur Förderung des Tierwohls beitragen.
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