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Artgerechte Nahrung

Wie eine sinnvolle Ernährung des modernen Menschen aussehen soll, kann anhand seiner Entwicklungsgeschichte dargestellt werden. Es ist möglich durch die Veränderung der Anatomie vom Früh-Menschen bis zum heutigen Homo sapiens, durch das Einbeziehen der vorherrschenden Umwelteinflüsse insbesondere der Temperaturen und anhand von Knochenanalysen Rückschlüsse auf die Nahrungszusammensetzung zu ziehen. Neue Untersuchungen an heute lebenden "Naturvölkern" bestätigen die Theorie, dass sich der Mensch nur auf Grund einer fleischbetonten Kost gegenüber seinen Artgenossen durchsetzen konnte. Welche Nahrung für den Menschen als "artgerecht" gilt, ist in unserem Genom festgeschrieben, darauf weist Dr. Nicolai Worm, Lehrbeauftragter für Sporternährung der Trainerakademie des Deutschen Sportbundes in Köln, in seinem Beitrag für den CMA-Informationsdienst "Fleisch aus Deutschland" hin. Über mehr als zweieinhalb Millionen Jahre stellte der Mensch bzw. stellen seine direkten Vorfahren trotz größter Mühen und Gefahren dem Fleisch nach. Dies erklärt sich mit dem Prinzip der optimierten Futterbeschaffung. Diese Ernährungsstrategie war mit erheblichen Überlebensvorteilen verbunden. Fleisch und andere tierische Produkte zu essen hieß, die Herstellung von lebenswichtigen Nährstoffen an andere zu delegieren und Kapazitäten zur Entwicklung anderer, vor allem intellektueller Leistungen freizumachen. Mit dem Fortschreiten der Eiszeit und dem Anstieg der Bevölkerungsdichte wurde die pflanzliche Nahrung immer knapper. Schließlich war für die Hominiden das Sammeln und Verzehren von Aas und das aktive Jagen von möglichst großen Beutetieren der einzige Ausweg, um dem drohenden Hungertod zu entrinnen. So hat sich der Mensch während der Evolution vom reinen Pflanzenesser zum typischen Omnivoren mit einer deutlichen Betonung von tierischer Kost entwickelt und gegen alle Nahrungskonkurrenten durchgesetzt. Der Mensch ist folglich an eine Kost mit hohen Anteilen an Fleisch und anderer tierischer Nahrung bestens adaptiert. Umgekehrt ist er für eine rein pflanzliche Kost in Bezug auf sein Verdauungssystem und seinen Stoffwechsel schlecht gerüstet: Eine rein vegane Kost birgt ein hohes Risiko für Mangelerscheinungen. Bis heute hat kein "Naturvolk" jemals freiwillig auf Fleisch und andere tierische Nahrung verzichtet. Bis heute tendieren Menschen dazu, mehr tierische Nahrung zu konsumieren, wenn sie können, und mehr pflanzliche Kost, wenn es von ihnen - meist aus ökonomischen oder religiösen Gründen - verlangt wird.