Die Online-Edition von

Jod

Das Spurenelement Jod ist Bestandteil der Schilddrüsenhormone, die zentrale Aufgaben im menschlichen Stoffwechsel erfüllen. Ein Jodmangel führt zu einer vergrößerten Schilddrüse und darüber hinaus zu einer Vielzahl von Funktionsstörungen. Trotz mittlerweile verbesserter Jodversorgung leiden in Deutschland Millionen Menschen an folgenschweren Jodmangelerscheinungen. Etwa 90000 Menschen müssen sich jährlich einer Schilddrüsenoperation unterziehen. Der Grund für den Mangel ist ein zu geringer Jodgehalt in unserer Nahrung. Von Natur aus jodreich sind nur Seefisch und Meerestiere. Dennoch kann eine ausreichende Jodversorgung erzielt werden, indem
- mindestens einmal pro Woche Seefisch oder andere Meerestiere verzehrt,
- im Haushalt Jodsalz anstatt des üblichen Speisesalzes verwendet und
- bei Brot und Backwaren, Wurstwaren u.a. gesalzenen Lebensmittel solche mit Jodsalz bevorzugt werden.

Die Schilddrüse speichert etwa 1/4 der Gesamtjodmenge im Körper. Hier werden unter Beteiligung des Jods die Schilddrüsenhormone gebildet. Bei einem Jodmangel kommt es zu einer zunächst kompensatorischen Vergrößerung der Schilddrüse mit noch normaler Produktion der Schilddrüsenhormone. Erst wenn dieser Ausgleich zur normalen Versorgung der Organe nicht mehr ausreicht, kommt es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, das heißt einem Absinken des Schilddrüsenhormonspiegels im Blut. Bei lange bestehendem Mangel können sich aus Schilddrüsenzellen sogenannte heiße Knoten entwickeln, die nicht mehr auf übergeordnete Regulationsmechanismen reagieren und unablässig Schilddrüsenhormone produzieren. Sie stellen die häufigste Ursache einer Überfunktion der Schilddrüse dar. Die Folgen eines Jodmangels können bei Heranwachsenden Wachstumsstörungen sowie verzögerte oder ausbleibende geistige Entwicklung sein. Das in allen Bevölkerungsgruppen überwiegende Mangelsymptom stellt jedoch eine Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf, Struma) dar, die mit zum Teil erheblichen Beeinträchtigungen von Gesundheit und Leistungsfähigkeit einhergeht.
Nach wie vor besteht in Deutschland eine unzureichende Jodversorgung. Zurzeit wird von einem Joddefizit von 60–80 µg/Tag ausgegangen. Besonders gefährdet sind Schwangere, Stillende, Neugeborene und Heranwachsende. Eine deutliche Verbesserung der Jodversorgung konnte durch die weit verbreitete Verwendung von Jodsalz erreicht werden.
Der Jodgehalt von Lebensmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft hängt weitgehend vom Jodgehalt des Bodens in der jeweiligen Anbauregion ab. Grundsätzlich sind pflanzliche Lebensmittel und Trinkwasser relativ jodarm. Jodreich sind in erster Linie Seefische und andere aus dem Meer stammende Lebensmittel. Ebenso können tierische Lebensmittel wie Milch und Eier einen wesentlichen Beitrag zur Jodversorgung leisten, wenn mit Jodsalzen angereicherte Futtermittel verwendet werden.
Eine effiziente Jodzufuhr für alle Teile der Bevölkerung ist jedoch nur durch eine flächendeckende Verwendung von jodiertem Speisesalz zu erreichen. Allein der Gebrauch von Jodsalz im Haushalt ermöglicht noch keine ausreichende Zufuhr. Erst wenn auch bei der Lebensmittelherstellung (v.a. in Bäckereien, Fleischereien) und in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung (z.B. Restaurants, Gaststätten) Jodsalz als Regelsalz verwendet wird, kann eine Bedarfsdeckung erreicht werden. So könnten bei einem mittleren Jodgehalt von 20mg/kg Speisesalz Backwaren bereits 30 – 40% des Jodbedarfs decken.
Verbraucher können schon jetzt ihre Jodversorgung optimieren, indem sie z.B. in Bäckereien, Metzgereien und Restaurants gezielt mit Jodsalz erzeugte Lebensmittel erwerben. „Meersalz“ oder „Reformsalz“ enthält, sofern Jod nicht extra zugesetzt wurde, keine wirksamen Jodmengen. Ein Risiko einer überhöhten Jodaufnahme durch Jodsalz existiert auch bei höherem Salzkonsum nicht.
Literatur:
Arbeitskreis Jodmangel (Hrsg.): Fakten zur Jodversorgung in Deutschland. Groß-Gerau, 1997
Arbeitskreis Jodmangel (Hrsg.): Studie „Jod-Monitoring“. Bonn/Groß-Gerau, 1999
Meng, W.: Jodmangel und Strumaprophylaxe. In: CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH: Richtig essen – gesünder leben 3, Bonn, 1994

Copyright: Auszüge aus dem Ernährungsratgeber "wichtige fragen - richtige antworten". Er besteht aus einem Ringordner, einem Register mit neun Rubriken und 236 Fragen und Antworten und kann bestellt werden gegen 54,80 Euro (inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Portokosten) schriftlich, per Fax oder E-Mail bei der CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH, Referat Wissenschafts-PR, Postfach 20 03 20, 53133 Bonn, Fax (02 28) 8 47-202, E-Mail: Wiss-PR@cma.de.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.cma.de.