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Nachteilige Beeinflussung

Das Verbot der "nachteiligen" Beeinflussung findet sich im Hygienerecht in der FleischhygieneV (FlHV) und in der LebensmittelhygieneV (LMHV). Die FlHV ist generell in den Produktions- und Schlachträumen anzuwenden, die LMHV im Verkaufsbereich (Laden und Vorbereitungsräume) anzuwenden. Nach Anl. 2 Kap. II Nr. 6 FlHV darf "Fleisch nur so gewonnen, zubereitet und behandelt werden, dass es bei Beachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt weder unmittelbar noch mittelbar nachteilig beeinflusst werden kann, insbesondere durch Mikroorganismen, tierische Schädlinge, menschliche oder tierische Ausscheidungen, Witterungseinflüsse, Staub, Schmutz, Gerüche, Desinfektions-, Schädlingsbekämpfungs-, Pflanzenschutz- oder Lösungsmittel. Nach § 3 LMHV dürfen "Lebensmittel nur so hergestellt, behandelt oder in den Verkehr gebracht werden, dass sie bei Beachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt der Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung nicht ausgesetzt sind." Als "nachteilige Beeinflussung" gilt nach § 2 LMHV "eine ekelerregende oder sonstige Beeinträchtigung der einwandfreien hygienischen Beschaffenheit von Lebensmitteln, wie durch Mikroorganismen, Verunreinigungen, Witterungseinflüsse, Gerüche, Temperaturen, Gase, Dämpfe, Rauch, Aerosole, tierische Schädlinge, menschliche und tierische Ausscheidungen sowie durch Abfälle, Abwässer, Reinigungs-, Desinfektions-, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel oder ungeeignete Behandlungs- und Zubereitungsverfahren;" Eine "nachteilige Beeinträchtigung" liegt natürlich dann vor, wenn eine konkrete gesundheitliche Gefährdung zu befürchten ist. Sie kann aber auch dann vorliegen, wenn die Gesamtumstände der Herstellung das Lebensmittel so verändern, dass es beispielsweise zu geschmacklichen oder sensorischen Abweichungen (z. B. durch Gerüche oder Dampf) kommt. Eine "nachteilige Beeinträchtigung" kann auch bereits dann gegeben sein, wenn gar keine konkrete Beeinträchtigung stattgefunden hat, aber die Behandlung oder Lagerung des Lebensmittels beim durchschnittlichen Verbraucher Widerwillen hervorrufen können.