Nachweisverfahren: Wie allergen sind Insekten...
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Allergenes Potenzial von essbaren Insekten wird von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen erforscht.
Allergenes Potenzial von essbaren Insekten wird von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen erforscht.

In einem Forschungsprojekt an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, das vom Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin koordiniert und seit September 2020 für insgesamt drei Jahre gefördert wird, wird ein Verfahren für verbesserte Allergietests und Allergennachweise entwickelt.

 Außerdem nehmen die Wissenschaftler verschiedene Insektenarten unter die Lupe, denn bislang ist über deren allergenes Potenzial sehr wenig bekannt.

"Ausgangspunkt unserer Forschung ist die Befürchtung in der Fachwelt, dass insbesondere Menschen, die gegen Schalentiere oder Hausstaubmilben allergisch sind, auch auf Insektenproteine in Lebensmitteln reagieren könnten", sagt Prof. Dr. Dieter Stoll von der Fakultät Life Sciences, der das Projekt leitet und gemeinsam mit Dr. Eva-Maria Ladenburger durchführt. Das Problem: Herkömmliche Allergietests sind aufwendig und häufig riskant – so bekommen Patienten entweder einen Pikser in die Haut oder müssen unter klinischer Beobachtung bestimmte Nahrungsmittel zu sich nehmen. "Viel einfacher wäre es, dem Patienten Blut abzunehmen, die darin enthaltenen Immunzellen zu isolieren und den Allergietest im Labor durchzuführen, ohne den Patienten dem Risiko einer vielleicht sogar schweren allergischen Reaktion auszusetzen", sagt Stoll.

Die Forscher isolieren Insektenproteine und stellen sie der HOT Screen GmbH zur Verfügung, die damit ihren bisher für die Prüfung von Medikamenten eingesetzten Vollbluttest für die Allergiediagnostik weiterentwickeln will. In Zusammenarbeit mit dem Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut der Universität Tübingen (NMI) soll ein dort entwickeltes Diagnoseverfahren als schneller und kostengünstiger Allergietest etabliert werden.

Quelle: Fleischwirtschaft 3/2021
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