Agroscope: Biodiversität macht den Unterschie...
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Der Biolandbau ist der konventionellen Produktion bezüglich der Umweltschutzleistungen überlegen, schwächelt aber beim Ertrag.
Der Biolandbau ist der konventionellen Produktion bezüglich der Umweltschutzleistungen überlegen, schwächelt aber beim Ertrag.

BERN Der Biolandbau ist der konventionellen Produktion bezüglich der Umweltschutzleistungen überlegen, schwächelt aber beim Ertrag.

Das bestätigt eine Langzeitstudie, deren Ergebnisse das Schweizer Forschungsinstitut Agroscope jetzt in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlicht hat. Demnach sind biologisch bewirtschaftete Ackerbausysteme „durchschnittlich doppelt so gut für die Umwelt wie die konventionelle Landwirtschaft mit Pflug“. Am markantesten sind die Unterschiede laut den Daten von Agroscope bei der Biodiversität.

Die nach Biorichtlinien bewirtschafteten Felder hätten in der Studie eine um 230 Prozent höhere oberirdische Pflanzenartenvielfalt aufgewiesen als die konventionell bearbeiteten Felder. Auch für das Bodenleben sei die biologische Bewirtschaftung vorteilhafter. Im Vergleich zu den konventionell bewirtschafteten Feldern habe man in den Bioparzellen 90 Prozent mehr Regenwürmer gefunden. Außerdem habe ein reduzierter Pflugeinsatz - unabhängig von der Wirtschaftsweise - stets positive Wirkungen auf das Bodenleben und den Erosionsschutz.

Als wesentlichen Grund dafür, dass der Biolandbau bessere Umwelteffekte aufweist, sehen die Forscher vor allem den geringeren Pflanzenschutzmittel- und Düngereinsatz. Dieser sei allerdings gleichzeitig die Hauptursache dafür, dass der Biolandbau weniger ertragreich sei als die konventionelle Produktion. In der Untersuchung seien die Erträge auf den Bioflächen durchschnittlich 22 Prozent kleiner ausgefallen als in der konventionellen Produktion mit Pflugeinsatz. Im Hinblick auf die Ertragssicherung gebe es im Biolandbau also Nachbesserungsbedarf, etwa im Bereich der Pflanzenzüchtung, des biologischen Pflanzenschutzes und der räumlich spezifischen Düngung.

Wie Agroscope berichtet, basiert die Studie auf einem Versuch, der seit inzwischen zwölf Jahren auf einem rund 1 ha großen Feld in der Nähe von Zürich stattfindet. Das Feld sei in 128 kleine Parzellen aufgeteilt, auf denen jeweils eine bestimmte Anbaumethode getestet werde. Dazu gehörten die konventionelle Landwirtschaft mit Pflug, die konventionelle Landwirtschaft ohne Pflug, der Biolandbau mit Pflug und Biolandbau mit reduzierter Bodenbearbeitung. Die Fruchtfolge bestehe jeweils aus Winterweizen, Körnermais, Ackerbohnen, Winterweizen in den ersten vier Jahren sowie in den beiden darauf folgenden Jahren Gras-Klee.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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