Ukraine-Krieg: WUR setzt Kooperationen aus
imago / Jakob Hoff
Campus der Universität Wageningen in der niederländischen Provinz Gelderland.
Campus der Universität Wageningen in der niederländischen Provinz Gelderland.

WAGENINGEN Auch die Wageningen University & Research (WUR) wird dem „dringenden Appell“ des Haager Bildungsministeriums an niederländische Universitäten folgen, die Zusammenarbeit mit russischen und belarussischen Wissenschaftseinrichtungen einzustellen.

Die WUR gehört zu den weltweit wichtigsten wissenschaftlichen Institutionen auf dem Gebiet der Life Sciences. Nach eigenen Angaben laufen allerdings nicht viele Forschungsprojekte in Russland. Der wichtigste russische Partner sei die Higher School of Economics (HSE) in Moskau, die über ein Institut für Agrarwissenschaften verfüge. Bisherige Projekte mit der HSE seien zwar bereits Ende 2021 abgeschlossen worden, aber die Vorbereitungen für die vereinbarte Ausweitung der Zusammenarbeit seien nun gestoppt worden.

Weniger intensive und oft informelle persönliche Kontakte würden mit der Moskauer Staatsuniversität, der Timirjasew-Agrarakademie in Moskau, der Polytechnischen Universität Tomsk, der Staatlichen Universität Tomsk und der Russischen Akademie der Wissenschaften unterhalten. Dabei gehe es meist um den gelegentlichen Austausch von Studenten und um die gemeinsame Nutzung von Bildungsprogrammen und Lehrgängen. Das eigentlich für Mai geplante Treffen mit russischen Partnern zur gemeinsamen Entwicklung eines Online-Kurses über nachhaltige Lebensmittelsysteme werde jetzt aber abgesagt, kündigte die WUR an.

Dem Aufruf des Bildungsministeriums zufolge darf der Austausch einzelner Studenten und Mitarbeiter mit russischen und weißrussischen Wissenschaftseinrichtungen allerdings fortgesetzt werden. Das Ressort erklärte außerdem, dass Studenten aus der Ukraine, Russland und Weißrussland ihr Studium in den Niederlanden abschließen sollten. Da diese Studenten aufgrund des Krieges in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnten, werde für deren Unterstützung ein Etat von insgesamt einer Million Euro bereitgestellt. Informelle persönliche Beziehungen zwischen niederländischen und russischen Wissenschaftlern könnten weitergeführt werden, aber die Universitäten müssten dies von Fall zu Fall beurteilen, hieß es. Damit reagierte das Ministerium auf ein offizielles Schreiben des Verbandes der Rektoren russischer Universitäten vom 4. März, mit dem die Wissenschaftler den russischen Einmarsch in die Ukraine unterstützten.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE

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