Marcel Kohlpaintner

An Schule oder Ausbildung nichts zu kritisieren

Donnerstag, 23. August 2018

Schon als Schulbub stand für ihn fest, er wird Metzger: Marcel Kohlpaintner (21) ist mit dem Metzgerberuf im Betrieb seiner Eltern, Obermeister Albert Kohlpaintner und dessen Frau Eva, in Sulzbach/Inn aufgewachsen. Schon als Jugendlicher hat er in Spitzenzeiten oft in der Wurstküche mitgearbeitet.

Sein Ziel Metzger zu werden, hat er jetzt in großartiger Weise erreicht. Bei der Freisprechung der Innung Passau – Unterer Bayerischer Wald wurde er als innungsbester Lehrling mit jeweils den Noten 1 in Theorie und Praxis ausgezeichnet. Nach dem Abitur am Gymnasium Pocking lernte Kohlpaintner den Beruf in der Metzgerei Karl Mayer in Grafenau und erinnert sich an eine durchweg positive Lehrzeit.

von Niko Schuller

Haben Sie sich speziell auf die Prüfung vorbereitet?

Marcel Kohlpaintner: Ich habe die von der Handwerkskammer angebotenen Seminare im HWK-Bildungszentrum in Straubing besucht und zudem in speziellen Praxisübungen in der Berufsschule viel gelernt.

Wie empfanden Sie die Unterstützung durch Berufsschule und Betrieb?

Kohlpaintner: Die Berufsschule bot einen guten Theorieunterricht, der wirklich auf die Ausbildungsinhalte ausgerichtet war und zudem vielerlei Anleitung für das Leben bot. Außerdem erfuhr ich im Betrieb großartige Unterstützung. So konnte ich mich speziell auf die Anforderungen der Gesellenprüfung gut vorbereiten. Für mich gibt es an Schule oder betrieblicher Ausbildung nichts zu kritisieren.

Welche Arbeit während der Lehrzeit haben Sie mit größter Begeisterung erledigt?

Kohlpaintner: Am liebsten habe ich Rinderviertel und Schweinehälften zerlegt und ladenfertige Fleischteile hergerichtet. Sehr interessant war für mich auch das Schlachten, denn im elterlichen Betrieb wird nicht mehr geschlachtet. Am Kutter verschiedene Wurstsorten herzustellen und richtig zu würzen, hat mir auch viel Freude gemacht.

Und wie sieht jetzt Ihre Zukunftsplanung aus?

Kohlpaintner: Vorerst werde ich möglichst viel Berufserfahrung sammeln. Als nächstes will ich die Meisterprüfung ablegen, mit dem späteren Ziel, den elterlichen Betrieb in Sulzbach zu übernehmen.

Was sagen Ihre Freunde zu Ihrer Berufswahl?

Kohlpaintner: Alle meine Freunde und Bekannten haben meine Berufswahl akzeptiert und niemals dumme Bemerkungen gemacht. Möglicherweise auch deshalb, weil ich aus einer Metzgerfamilie mit eigenem Betrieb stamme. Viele meiner Freunde haben auch in unserem Unternehmen gesehen, wie ein Metzger arbeitet und welche hochwertigen Produkte dort hergestellt werden.

Was muss das Handwerk unternehmen, um sein Image zu verbessern?

Kohlpaintner: In manchen Betrieben müsste die Ausbildung besser strukturiert werden. Das habe ich von anderen Lehrlingen in der Berufsschule erfahren. So sollten sich die Betriebe mehr an die Ausbildungspläne halten. Vielfach werde zu viel Arbeitseinsatz verlangt, wobei dann manche Ausbildungsinhalte zu wenig vermittelt werden. Kritik wird auch an den oftmals zu langen Arbeitszeiten der Lehrlinge geübt. Und was die Bezahlung anbelangt, stellt sich die Frage, ob sie angesichts der heute wesentlich älteren Lehrlinge mit entsprechenden Kosten für Wohnung und Fahrtkosten zum Ausbildungsplatz noch zeitgemäß ist.

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