Josef Hanglberger

„Ein Beruf mit viel Abwechslung“

Donnerstag, 20. September 2018

Josef Hanglberger hat seine Ausbildung mit der Note 1 abgeschlossen. Bei der Vermittlung der Lehrinhalte sieht er noch viel Potenzial.
Bei der Freisprechung der Innung Landshut wurde der 21-jährige Metzger Josef Hanglberger aus Oberwattenbach als Innungsbester mit jeweils der Note 1 in Theorie und Praxis ausgezeichnet. Er lernte nach der Realschule erst Landwirt, entschloss sich dann aber – „aus Freude an diesem abwechslungsreichen Beruf“ – noch eine Metzgerlehre anzuschließen. Seine Lehrzeit absolvierte er in der Metzgerei Johannes Huber in Geisenhausen.

von Tino Müller

Wie intensiv haben Sie sich auf die Gesellenprüfung vorbereitet?

Josef Hanglberger: Mit meinem Meister Paul Unterreitmeier habe ich die praktischen Prüfungsanforderungen intensiv geübt. Darüber hinaus habe ich zweimal in der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung sehr viel gelernt.

Wie war die Unterstützung durch Betrieb und Berufsschule?

Hanglberger: In der Berufsschule erlebte ich großartige Hilfe auf allen Gebieten, speziell natürlich im Bereich des Metzgerfachs. Im Betrieb hingegen erlebte ich es anders. Hier ist die Unterstützung für Lehrlinge aufgrund der vielen täglich anfallenden Arbeit eher schwierig. Erfreulicherweise hat mir mein Meister nach Feierabend viele spezielle Arbeiten gezeigt – vom Auslösen bis zum Wurstmachen – und hat mit mir geübt. Bei ihm und auch bei den Lehrern in der Berufsschule fand ich immer Hilfe.

Welche Arbeit während der Lehrzeit haben Sie mit größter Begeisterung erledigt?

Hanglberger: Am liebsten habe ich Fleisch ausgelöst und zerlegt, sowohl von Schweinen als auch von Rindern. Es hat mich fasziniert, das komplette Tier in Teilstücke aufzuteilen, was ich als eine sehr kreative Arbeit empfinde.

Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?

Hanglberger: Vorerst werde ich erst einmal als Metzgergeselle in einem anderen Betrieb Berufserfahrung sammeln, um mit guten Praxiskenntnissen dann eventuell später die Meisterprüfung ablegen zu können. Eine eigene Metzgerei zu betreiben gehört derzeit noch nicht zu meinen Überlegungen.

Was sagen Ihre Freunde zu Ihrer Berufswahl?

Hanglberger: Meine Berufswahl wurde von Bekannten und Freunden respektiert und auch für gut befunden. Die jungen Damen haben allerdings sehr unterschiedlich reagiert: von bestätigender Zustimmung bis hin zu mehr oder weniger ausgeprägter Skepsis dem Beruf gegenüber.

Was muss das Handwerk Ihrer Ansicht nach unternehmen, um sein Image zu verbessern?

Hanglberger: Aufgrund der vielen Arbeit und des schwierigen Arbeitsklimas bleibt oftmals zu wenig Zeit für zielgerichtete Ausbildung. Die Ausbildungsinhalte intensiver zu vermitteln halte ich für dringend notwendig. So sollten auch Lehrlinge mehr in die Wurstproduktion am Kutter eingebunden werden. Aufgrund mancher Mängel in Ausbildung und Betriebsklima haben aus meiner Berufsschulklasse drei Lehrlinge sogar ihre Ausbildung abgebrochen.

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