Sophie Braumiller

„Ich fühle mich angenommen und wohl“

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Sophie Braumiller schloss als prüfungsbeste Metzgerin der Innung Dachau-Freising ab.

Bei der diesjährigen Metzgergesellen-Prüfung im Bereich der Innung Dachau-Freising gab es zwei, die fast gleichauf lagen: Heute stellen wir Sophie Braumiller (20) aus Biburg-Mitterfeld, Gemeinde Alling im Landkreis Fürstenfeldbruck, vor, die beim Dachauer Obermeister Werner Braun in Wiedenzhausen zweieinhalb Jahre eine verkürzte Lehre durchlaufen hat. Ihre Abschlussnote lag bei 1,87.

von Reinhard-Dietmar Sponder

Wie intensiv haben Sie sich in Berufsschule und Betrieb auf die Prüfung vorbereitet?

Sophie Braumiller: Ich tue mich relativ leicht beim Lernen. Da ich immer interessiert war an diesem Beruf, war ich auch stets voll bei der Sache und habe daher gar nicht so viel gepaukt. Vieles lernt man ja schon im normalen Arbeitsalltag.

Welche Arbeit im Ausbildungsbetrieb machte Ihnen am meisten Spaß?

Braumiller: Ich habe in verschiedenen Bereichen der Metzgerei Braun gearbeitet. Wie bei wahrscheinlich jedem entwickelt man im Lauf der Zeit für das eine oder andere mehr Interesse. Aber unter dem Strich hat es mir überall super gefallen. Schließlich gehört auch alles gemacht.

Wie kamen Sie gerade als junge Frau zu diesem Beruf?

Braumiller: Ich komme aus einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Direktvermarktung. Daher bin ich mit diesem Beruf quasi aufgewachsen. Ich habe zwar auch einen größeren Bruder, der das bewerkstelligen könnte, aber mir hat dieser Beruf schon immer viel Spaß gemacht. Mein Bruder macht dagegen gerade den Landwirtschaftsmeister.

Wie fühlen Sie sich als Frau in diesem doch weitgehend von Männern beherrschten Beruf?

Braumiller: Ich fühle mich angenommen und wohl. Das Arbeitsbild des Metzgers und der Metzgerin hat sich dank moderner Technik sehr geändert. Dadurch ist es für mich als Frau leichter.

Ein gutes Team in der Ausbildung: Sophie Braumiller und ihr Ausbildungsleiter Werner Braun.
Foto: rds
Ein gutes Team in der Ausbildung: Sophie Braumiller und ihr Ausbildungsleiter Werner Braun.
Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?

Braumiller: Aufgrund familiärer Gegebenheiten sah ich mich gezwungen, gleich am 3. September mit der Meisterschule in Augsburg zu beginnen. Im dreimonatigen Meisterkurs sind 28 Teilnehmer, davon sogar sechs Metzgerinnen. Allerdings möchte ich mich in Zukunft noch weiterentwickeln.

Was sagen Ihre Freunde und Freundinnen zu Ihrem Job?

Braumiller: Viele hatten zumindest anfangs völlig falsche Vorstellungen und waren daher sehr skeptisch. Wenn man es ihnen dann erklärt, ändern sie meist schnell ihre Meinung.

Was muss das Metzgerhandwerk tun, um sein Image zu verbessern und vielleicht gerade auch für Schulabsolventinnen interessanter zu werden?

Braumiller: Das Metzgerhandwerk sollte sein Image verbessern, indem es mehr Werbung macht und zeigt, wie das moderne Arbeiten aussieht und dass es mehr ist als nur Schlachten. Im Mittelpunkt steht die Nahrungsmittelproduktion. Die meisten haben ein völlig veraltetes Bild davon. Ich hatte ein tolles Verhältnis zu meinem Ausbildungsleiter Werner Braun und zu meinen Arbeitskollegen und bin froh, dass ich einen so tollen Lehrbetrieb hatte. Es war eine schöne und oftmals lustige Zeit. Dafür möchte ich mich bedanken!

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