Timo Neuhaus

„Metzger müssen offen mit dem Beruf umgehen“

Donnerstag, 10. Januar 2019

Timo Neuhaus schloss als bester Fleischer die Gesellenprüfung der Innung Bergisches Land ab. Seine Ausbildung absolvierte er bei Obermeister Werner Molitor.

von Bernd Feuerstein

Wie haben Sie sich auf die Prüfung vorbereitet?

Timo Neuhaus: In der Berufsschule konnte ich viel lernen und der Klassenverbund war sehr eng. Für die praktische Prüfung hatte ich das Glück, den Großteil der Tätigkeiten in meinem Betrieb zu lernen. Da in dem Betrieb nach alter Handwerkskunst von einem Viertel Rind beziehungsweise halben Schwein über die Wurstproduktion bis hin zu fertigen Gerichten alles produziert wird, ging es hier nur noch um den Feinschliff.

Wie war die Unterstützung des Betriebs und der Berufsschule?

Neuhaus: In der Vorbereitung lies mir mein Chef die Zeit, die Teilstücke so auszulösen und zu präsentieren, dass sie optimal aussahen. Auch das Plattenlegen oder das Herrichten fertiger Braten übte ich intensiv. In der Berufsschule hatten wir einen guten Zusammenhalt in der Klasse und uns gegenseitig geholfen. Im Betrieb wurde sehr viel Wert darauf gelegt, dass ich die Aufgaben nicht nur erklärt bekomme, sondern auch verstehe.

Welche praktischen Arbeiten haben Sie am liebsten durchgeführt?

Neuhaus: Die meiste Freude hatte ich beim Auslösen, Zerlegen und Zuschneiden der Fleischstücke. Jede Richtung im Handwerk macht mir Freude, sei es das Wursten, das Verkaufen oder einen Braten für den Partyservice zubereiten.

Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?

Neuhaus: Vorerst möchte ich hier weiter praktische Erfahrungen sammeln. Im Anschluss daran will ich die Meisterschule besuchen. Wenn ich den Meisterbrief in der Tasche habe, gehe ich zurück in meinen Lehrbetrieb.

Was muss das Handwerk tun, um sein Image zu verbessern?

Neuhaus: Fleischer müssen offen und ehrlich mit dem Berufsbild umgehen. Sie sollten versuchen, Jugendliche über Schulpraktika in die Betriebe zu holen. Dabei sollten sie ihnen Aufgaben geben, die sie bewältigen können. Am Ende des Tages sehen sie, was sie aus eigener Kraft geschaffen haben.

+ „Nicht auswendig lernen, sondern verstehen“

„Ich mag, dass die Arbeit alle Sinne anspricht“

„Ich fühle mich angenommen und wohl“

+ „Verlockende Vielfalt“

+ „Ein Beruf mit viel Abwechslung“

+ „Ich wollte schon als kleiner Junge Fleischer werden“

+ „An Schule oder Ausbildung nichts zu kritisieren

+ „Niemals stehen bleiben

+ „Kreativität und Beratung als Stärken

+ „Mein Leben hat sich positiv verändert

„Ich möchte meinen Beruf perfekt beherrschen“

+ „Man sieht, was man gemeinsam schafft

+ „Für mich der Traumberuf“

Das könnte Sie auch interessieren
stats