Daniel Steiner

„Nicht auswendig lernen, sondern verstehen“

Donnerstag, 06. Dezember 2018

Daniel Steiner ist bester Metzger 2018 im Schulsprengel München. Ein Interview.

von Hans-Peter Meier

Daniel Steiner aus Traunstorf bei Traunstein schloss mit der Durchschnittsnote 1,0 ab. Die Lehre war sehr vielfältig für den 31-jährigen.

Was war der Anlass für Sie, Metzger zu lernen?

Daniel Steiner: Meine Eltern haben eine Landwirtschaft mit Direktvermarktung. Die werde ich übernehmen. Zuerst habe ich Küchenmeister gelernt, da ist Metzger eine hervorragende Ergänzung. Im Betrieb möchte ich den Kunden den ganzen Produktionsweg zeigen können.

Wie intensiv haben Sie sich auf die Prüfung vorbereitet? Haben Sie Seminare oder Lehrgänge zur Prüfungsvorbereitung besucht?

Steiner: Vor der Prüfung habe ich vier oder fünfmal eine Pistole zerlegt und dem Meister gezeigt. Das war kein Intensivtraining. Die Zerlegung übte ich besonders, weil das bei unserer Direktvermarktung wichtig sein wird.

Welche Arbeit haben Sie in der Ausbildung mit Begeisterung erledigt?

Steiner: Ganz klar: die Zerlegung. Die ist das Wichtigste und das werde ich zuhause als Direktvermarkter am meisten brauchen.

Haben Sie besondere Anstrengungen unternommen, um auch im theoretischen Teil so gut abzuschneiden?

Steiner: Ich bin in der Berufsschule im Blockunterricht gewesen. Da habe ich intensiv mitgearbeitet und nachgefragt, wenn ich etwas nicht gleich verstanden habe. Das war für mich wichtig: nicht auswendig lernen, sondern verstehen, worum es geht. Vielleicht spielte es auch eine Rolle, dass ich schon ein bisschen älter bin als die anderen.

Wie war während der Ausbildung die Unterstützung durch Berufsschule und Betrieb?

Steiner: Ich habe bei den Hermannsdorfer Landwerkstätten in Glonn gelernt. Das war sehr vielfältig, angefangen bei der Aufzucht bis hin zum Zerlegen und Wursten. Ich konnte dort in jeden Bereich schauen und viel sehen. Das war perfekt.

Wollen Sie noch ihren Meister oder Betriebswirt des Handwerks machen?

Steiner: Der Meister ist für mich wichtig, der Betriebswirt eher nicht.

Was sollen jetzt die nächsten beruflichen Stationen sein?

Steiner: Nach dem Meister will ich für eineinhalb Jahre in der Nähe von Traunstein arbeiten. Möglichst so, dass ich auch schon ein wenig daheim mitarbeiten kann. Es braucht Praxiserfahrung, wenn man einen Betrieb leiten will. Vielleicht kann ich auch ein paar Module nebenher auf der Landwirtschaftsschule belegen. Wir wollen unseren Kunden ein Erlebnis bieten und die gesamte Produktion zeigen können.

Was sagen Ihre Freunde zu Ihrem Job? Freuen Sie sich mit Ihnen oder gibt es auch kritische Stimmen?

Steiner: Die fanden das schon gut, als ich nur Küchenmeister war. ‚Passt scho. Super, kann man immer gebrauchen.‘ Erst recht jetzt, wo ich Metzger bin. Bei uns auf dem Land ist es hilfreich, wenn da ein Fleischer in der Nachbarschaft ist, der auch mal eine Notschlachtung vornehmen kann.

Was wollen und können Sie für ein besseres Image des Handwerks beitragen?

Steiner: Ich bin kein Befürworter von industrieller Produktion. Da gibt es häufiger Skandale bei der Massentierhaltung. Ich glaube, es überzeugt die Kunden am besten, wenn sie sich alles anschauen dürfen. Als Direktvermarkter kann ich nur einen kleinen Beitrag leisten. Aber wie wir arbeiten, das kann das Image heben.

„Ich mag, dass die Arbeit alle Sinne anspricht“

„Ich fühle mich angenommen und wohl“

+ „Verlockende Vielfalt“

+ „Ein Beruf mit viel Abwechslung“

+ „Ich wollte schon als kleiner Junge Fleischer werden“

+ „An Schule oder Ausbildung nichts zu kritisieren

+ „Niemals stehen bleiben

+ „Kreativität und Beratung als Stärken

+ „Mein Leben hat sich positiv verändert

„Ich möchte meinen Beruf perfekt beherrschen“

+ „Man sieht, was man gemeinsam schafft

+ „Für mich der Traumberuf“

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