Kommentar von
Jörg Schiffeler

Corona-Krise Das Unvermeidliche überwinden und meistern

Dienstag, 17. März 2020
Liebe Leserinnen und Leser, gegenwärtig erleben wir uns alle in einer außergewöhnlichen Situation. Die Gesundheit der Menschen rund um den Globus und eben auch hierzulande ist gefährdet. Die Ausbreitung des Coronavirus muss eingedämmt werden. Dazu sind schmerzliche Einschnitte in das öffentlichen Leben ebenso von Nöten wie wirtschaftliche Einschränkungen in Produktion und Verkauf.

Den Ernst der Lage haben immer noch nicht alle verstanden. Spätestens als die Bundeskanzlerin am vergangenen Donnerstagabend eindringlich an die Bürger appellierte, soziale Kontakte zu minimieren, wurde es Zeit, sich mit Notfallplänen zu beschäftigen. Im Interview mit der afz erläutert Fleischsommelier Thomas Mair aus Südtirol, mit welchen Einschnitten er in seinem fleischerhandwerklichen Betrieb im Pustertal zurechtkommen muss. Im Gespräch mit afz-Autor Filip Lachmann rät er dringend, mit einem Auge nach Italien zu schielen. Ebenfalls einer der prominentesten Virologen der Republik, Prof. Dr. Christian Drosten, empfiehlt, den Blick dorthin zu richten, um eine Vorstellung zu bekommen, welche Beschränkungen auch hierzulande zum Schutz der Bevölkerung eintreffen könnten.

Mair - Thomas
(Bild: Mair / Meatery)

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Das ist an dieser Stelle weder Hysterie noch Panikmache. Es geht darum, die Krisensituation zu meistern. Eines der besten Rezepte dafür ist vorausschauendes und überlegtes Handeln. Gewiss kann man sich nicht auf alle Szenarien vorbereiten, und klar ist auch, dass die aktuellen Umstände ein absolutes Novum sind. Alle Branchen sind nervös, konstatiert etwa Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs vom Deutschen Fleischer-Verband (DFV). Mit dem Zentralverband des Handwerks (ZDH) und weiteren Branchenorganisation stehe man im Austausch, beispielsweise, um mit einer starken Stimme bei den politischen Entscheidungsträgern die Anliegen der Fleischer vorzutragen. Dazu gehört auch die Systemrelevanz des Ernährungshandwerks für die Versorgung der Verbraucher mit den Mitteln zum Leben. 
„Der Kampf gegen das Coronavirus fordert uns alle heraus. Nun ist die Zeit für Notfallpläne gekommen, um die Krisensituation zu überstehen.“
Jörg Schiffeler, Chefredakteur
In der Ernährungswirtschaft gelten momentan Caterer und Gastronomen als besonders Betroffene. Geschlossene Kindertagesstätten und Schulen sowie Behörden und Unternehmen, die Teile der Belegschaft ins Home Office schicken, bedeuten drastische Umsatzeinbußen. Fleischgroßhändler berichten von stark reduzierten Lieferungen an diese Kundengruppe und führen Gespräche mit verzweifelten Küchenchefs.

Die Metzger haben hier einen kleinen Vorteil: Die Fleischer-Fachgeschäfte gehören wie Supermärkte zur Gruppe der Unternehmen, die Produkte des täglichen Bedarfs verkaufen und geöffnet bleiben – trotz vieler Falschmeldungen dazu in den sozialen Netzwerken. Dennoch könnte der Geschäftsbetrieb durch fehlende Mitarbeiter, die entweder Kinder hüten oder krank sind, beeinträchtigt werden.
Coronavirus - geschlossenes Resto
(Bild: imago images / Future Image)

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Die afz-Redaktion zeigt sich solidarisch mit den Empfehlungen aus Berlin. So haben wir an dieser Ausgabe von sechs verschiedenen Standorten gearbeitet, soziale Kontakte minimiert und die Situation gemeistert. Bleiben Sie gesund!

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