Kommentar von
Jörg Schiffeler

Coronavirus Mit Einfallsreichtum der Krise trotzen

Dienstag, 24. März 2020
Haben Sie sich in der vergangenen Woche auch in die Wange gekniffen, weil Sie dachten zu träumen? Leider befindet sich die Weltgemeinschaft in einer sehr schweren Krise im Kampf um die rapide Ausbreitung des Coronavirus.

Zahlreiche Unternehmen, Freiberufler und Mitarbeitende trifft das fast eingefrorene öffentliche Leben sehr hart. Der Ernst der Lage ist inzwischen in allen Gesellschaftskreisen angekommen, so dass alle ihren Alltag improvisieren – am Arbeitsplatz und zu Hause.

An vorderster Front kämpfen Rettungsdienste, Krankenschwestern, Pfleger und die Ärzteschaft für die schwer erkrankten Menschen. Das stark eingeschränkte öffentliche Leben halten Busfahrer, Lokführer, Müllwerker, Polizei und Feuerwehr aufrecht, so gut es geht. Und dann sind da noch die rund 12.000 Betriebe des Fleischerhandwerks mit über 7.000 Filialen neben Bäckereien, Discountern und Supermärkten, die den Laden am Laufen halten, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel treffend feststellte.

„Die Metzgereien erfahren in Zeiten der Corona-Krise eine größere Aufmerksamkeit und der Staat attestierte sowohl der Land- und Ernährungswirtschaft wie auch dem Lebensmittelhandwerk die Systemrelevanz.“
Jörg Schiffeler, Chefredakteur
Die Fleischer-Fachgeschäfte erfahren in Zeiten der Corona-Krise eine größere Aufmerksamkeit und der Staat attestierte sowohl der Land- und Ernährungswirtschaft wie auch dem Lebensmittelhandwerk die Systemrelevanz. Diese Anerkennung und Wertschätzung fehlte bisweilen den Schlachtern und Zerlegern ebenso wie Fleischgroßhändlern, Wurstfabrikanten und Metzgereien. Nicht vergessen sollten wir die Beschäftigten in Produktion und Verkauf oder an der Kasse. Sie zählen ebenso wenig zu den Top-Verdienern in unserem Staat wie das ebenfalls unterbesetzte Gesundheitswesen.
Fleischerei Lange - BU Aufmacher 13/2020
(Bild: feu)

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Redaktion und Verlag von afz - allgemeine fleischer zeitung, „Fleischwirtschaft“ und fleischwirtschaft.de zollen nicht nur in Krisenzeiten allen Fleischerinnen und Fleischern, Verkäufern und Verkäuferinnen, dem Branchennachwuchs sowie den Unternehmerinnen und Unternehmern höchsten Respekt. Auch wir sagen Danke für das außergewöhnliche und einfallsreiche Engagement auf das wir in Gesprächen und Reportagen stoßen.

Die fleischerhandwerklichen Unternehmen möchten ihren Kunden auch in der Corona-Krise einen sicheren Einkauf ermöglichen. Dafür haben die Meisterbetriebe ihren Service zum Teil deutlich ausgeweitet, wie der Bericht unserer Autorin Annegret Schmitz aus dem unterfränkischen Miltenberg eindrucksvoll zeigt. Aktuell ist ein Höchstmaß an Flexibilität gefragt, um die außergewöhnliche, noch nie dagewesene Situation zu überwinden. So stellen wir auch Christoph Opitz vor. Der Fleischermeister aus Leipzig denkt radikal um, weil der Cateringservice bisher sein Steckenpferd war. 
Corona Lieferungen Opitz - fl
(Bild: fl)

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Auch viele Kunden machen gegenwärtig neue Erfahrungen beim Einkauf und stellen fest, auf den Metzger im Viertel ist Verlass. Da wird das Abstandhalten vor dem Laden akzeptiert, auch wenn die Meistersfrau von drinnen den Zutritt aus gutem Grund klar und deutlich regeln muss. Da reihen sich die Bürger fast alle geduldig in die Warteschlange ein. Viele tauschen sich dann untereinander aus und starren nicht mehr nur aufs Smartphone – und anders als in Kriegszeiten, gibt es ja etwas zu kaufen. Die Gesellschaft erfährt gerade, dass Krisen auch zusammenschweißen. Und so appelliert DFV-Präsident Herbert Dohrmann an alle Kollegen in Deutschland darüber nachzudenken, „wie wir enger zusammenarbeiten können“.
Corona-Dossier - Aufmacherbild Redaktion
(Bild: dfv Mediengruppe)

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Die Auswirkungen der umfangreichen Kontaktverbote erleben auch wir in der Redaktion: Innungsversammlungen fallen aus, Reportagetermine werden abgesagt, Notierungen liegen unvollständig vor. Deshalb ist diese Ausgabe etwas komprimierter als gewohnt. Viele Gespräche können wir telefonisch führen oder Fragen per E-Mail stellen. Wir danken allen Ansprechpartnern für ihre Flexibilität. Unser Ehrgeiz ist es, sie mit sachlichen und solide recherchierten Informationen für ihren beruflichen Erfolg zu stärken. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie dem Virus erfolgreich trotzen. Bleiben Sie gesund!

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