Kommentar von
Michael Weisenfels

Messen Nicht im eigenen Saft schmoren

Dienstag, 15. August 2017
Ein Ausblick auf die Messen und Kongresse im bevorstehenden Herbst zeigt, dass jeder fündig werden kann. Die nationalen und internationalen Offerten decken alle Bereiche und jede Fragestellung der Fleischbranche ab.
Themenseiten zu diesem Artikel:

ANUGA Deutscher Fleisch Kongress


Wenn diese Ausgabe der Fleischwirtschaft erscheint, ist der 63. Internationaler Kongress der Fleischwissenschaft und -technologie, der vom 13. bis 18. August in Irland stattfindet, bereits angelaufen. Mit über 150 verschiedenen Organisationen, die aus mehr als 65 Ländern in Cork vertreten sind, verkörpert der ICoMST die globale Fleischwissenschaft, -forschung und -entwicklung. Fünf Tage lang werden Wissenschaftler und Experten aus Industrie und Politik in 13 Sitzungen neue Erkenntnisse und praktische Erfahrungen vorstellen. Dazu kommen mehr als 500 Kurzpräsentationen von Projekten, die die Bearbeiter meist selbst vorstellen und zu lebhaften Auge-in-Auge Diskussionen anregen. Direkter kann kein Austausch sein.

Vom 19. bis 22. September widmet sich die Process Expo in Chicago den Technologien für alle Segmente der Lebensmittelindustrie. Sie wird organisiert von der Food Processing Suppliers Association (FPSA), einem globalen Handelsverband, der die Lieferanten der Lebensmittelindustrie vertritt. Die Besucher stellen einen Querschnitt der vielfältigen Aufgaben in der Lebensmittelherstellung dar. Mehr als 600 Zulieferer machen Angebote, die auf die Bedürfnisse der Produzenten abgestimmt sind. Komplette Produktionslinien, ein Virtual-Reality-Showroom und ein umfangreiches Vortragsprogramm unterstreichen den breiten Ansatz dieser Messe. Auch hier ist der Besuch für den Fleischspezialisten gewinnbringend, hat er doch die Möglichkeit, branchenfremde Ansätze kennenzulernen und vor Ort mit den Spezilisten zu diskutieren.

In Köln erwartet dann die Anuga vom 7. bis 11. Oktober ihre Fachbesucher. Etwa 7.200 Anbieter aus 100 Ländern werden das Weltmarktangebot an Nahrungsmitteln und Getränken vorstellen. Dazu werden rund 160.000 Messebesucher aus über 190 Ländern erwartet – ein wirklich internationales Publikum. Das Konzept „10 Fachmessen unter einem Dach“ ermöglicht den Fleischexperten den Blick aufs Detail ebenso wie über den Tellerrand. Denn neben der Anuga Meat – der Fachmesse für Fleisch, Wurst, Wild und Geflügel – bieten sich auch alle anderen Messeschwerpunkte von Feinkost über Backwaren bis Tiefkühlkost für einen Erkundungsrundgang an. Auch das ist eine hervorragende Möglichkeit, Ideen anderer Lebensmittelbranchen kennenzulernen und auf die Brauchbarkeit im eigenen Segment hin abzuklopfen. Allein das macht den Besuch lohnend.

Anuga
(Bild: Kölnmesse GmbH)

Mehr zum Thema

Messe Anuga bereits ausgebucht

Diese Beispiele machen deutlich, wie komplex und umfassend die Informationsmöglichkeiten sind. Wissenschaftliche und technische Aspekte sind dabei ebenso wichtig, wie das Zusammentreffen mit Kollegen, Kunden und Dienstleistern – beispielsweise auf dem Deutschen Fleisch Kongress am 20. und 21. November in Frankfurt am Main. Deshalb tut jeder Verantwortliche gut daran, sich selbst Zeit für solche Begegnungen zu nehmen und auch seinen Mitarbeitern den Messe- und Kongressbesuch zu ermöglichen. Denn nur so kann Übersicht und damit Zukunftsfähigkeit in das Unternehmen getragen werden. Die Zeiten, im eigenen Saft zu schmoren, sind längst vorbei.

Das könnte Sie auch interessieren
stats