Kommentar von
Fritz Gempel

Recruiting Kopfprämie oder Ehemalige holen

Mittwoch, 16. Dezember 2015
Die Vorschläge zur Gestaltung von Stellenanzeigen im Beitrag links sind gut. Wer es so macht, wird eher Erfolg haben. Und trotzdem meldet sich manchmal auch auf die beste Stellenanzeige keiner. Der Arbeitsmarkt in unserer Branche ist aus der Balance. Vor allem gute Fleischerei-Fachverkäuferinnen und Fachverkäufer sind rar.

Wir müssen alles, was wir aus der Kundenwerbung kennen, auf die Mitarbeiterwerbung übertragen. Eine Ansage an das Team könnte heißen: „Wir brauchen Verstärkung. Wer eine neue Kollegin oder einen neuen Kollegen wirbt, erhält eine Prämie von 500 Euro. Die Prämie wird gezahlt, wenn der erste Arbeitsmonat absolviert ist.“ Ebenso können frühere Mitarbeiter „wiederbelebt“ werden.

Tipp: Gehen Sie die alten Personalakten durch. Überlegen Sie: Wer könnte anrufen und fragen, ob ein Wiedereinstieg in Frage kommt?

Mehr Treffer gibt es auch, wenn breiter gesucht wird: Vielleicht besetzt ein gelernter Koch die Stelle, für die Sie sich eine Fleischerei-Fachverkäuferin vorgestellt haben. Und wenn sich als Verkaufskraft niemand findet, findet sich ja vielleicht als „Geschäftsführerin“ jemand – dann wird die Filiale zur kleinen GmbH umfirmiert. Oder Sie suchen dort, wo das Angebot an Arbeitskräften größer ist. Aus welchen Ländern die Leute kommen, ist egal. Hauptsache, die Leute haben Freude im Job.

Die ganz harte Tour bei der Mitarbeiterwerbung heißt: Abwerben! Da steht dann der Kopfjäger als Kunde getarnt vor der Frischetheke im Handel oder der Metzgerei und beobachtet die Verkaufsvorgänge. Die beste Bedienkraft erhält dann eine Visitenkarte zugesteckt mit dem Hinweis: „Wenn Sie sich beruflich verbessern wollen, rufen Sie mich an!“ So etwas ist hässlich, unkollegial und unehrenhaft – aber so läuft es eben manchmal.

Das könnte Sie auch interessieren
stats