Kommentar von
Sabrina Meyer

Transformation Daten, Digitalisierung, Disruption

Dienstag, 21. Januar 2020
Veränderungen stehen vor der Tür. Es hat nicht nur ein neues Jahr begonnen, sondern gefühlt das Jahrzehnt des Umbruchs. Diese neue Dekade wird auch der Fleischbranche die „digitale Transformation“ hin zur Smart Meat Factory im Sinn von Industrie 4.0 bescheren.

Bislang blieb die große Revolution zwar aus, stattdessen ging’s in vielen kleinen, aber immer schneller werdenden Schritten bei Produkt- und Prozessüberwachung, Kennzeichnungstechnik, Verpackung, Distribution und Logistik, Wartung und Instandhaltung voran. Allerdings: Punktuelle Veränderungen sind noch kein Wandel und die Vermeidung von Papier und manuellen Tätigkeiten sind noch keine „digitale Transformation“.

Digitalisierung schüchtert ein und treibt unausweichliche Veränderungen an. Den Blick auf die sich ergebenden fantastischen Chancen darf das nicht verstellen. Aus ehemals nebulösen Vorstellungen entwickeln sich reale Technologien. Beispielsweise macht es Virtual Reality möglich, neue Standorte oder Prozesse in Echtzeit zu erleben bevor sie Wirklichkeit sind. 

Eine wichtige Stellschraube wird die engere Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelhandel sein. Digital Displays, Smart Receipts, Smart Shopping Carts und Shelf Monitoring, sind angesagte Entwicklungen. Diese Technologien helfen dabei, Werbung zu individualisieren, den Kunden zu durchschauen und unmittelbar auf seine Bedürfnisse zu reagieren. Real-Time Product Targeting hebt das altbekannte Product Targeting auf ein neues Level.

Daten sind die neue Währung in den künftig digital gesteuerten Unternehmen. Besser gesagt, deren strukturierte Analyse. Mit ihrer Hilfe werden Abläufe effizienter, die Produktqualität besser und die Maschinenausfallzeiten verringert. Dabei ist es wichtig, unternehmensintern neue Kompetenzen zu erschließen. Im Fleischsektor liegt der Fokus zwar auf einem sehr ursprünglichen Lebensmittel, das heißt aber nicht, dass die Technik und Prozesse die alten bleiben. Digitalisierung ist aber auch kein Schreckensszenario. Sie verändert vielmehr Arbeitsinhalte und ermöglicht Flexibilität, kann Arbeiten erleichtern und klassische Belastungen reduzieren. In Zeiten des Fachkräftemangels kann hier schon ein Erfolgsschlüssel liegen.

Digitale Transformation denkt Prozesse konsequent vom Kunden aus zu Ende und nimmt keine Rücksicht auf Umbrüche aller Art. Doch auch die Digitalisierung braucht eine Strategie. Unternehmen müssen sich darüber im Klaren sein, welches Ziel sie sich für ihre Zukunft setzen und welche Technologien sie dafür nutzen wollen. Laute Stimmen beschwören die Disruption herbei, die völlige Zerschlagung der bisherigen Umstände. Soweit muss es (noch) nicht gehen. In der Übergangszeit zwischen alter und neuer Welt, wird es jedoch immer wichtiger, jeden Stein in die Hand zu nehmen, zu betrachten und zu entscheiden, welche Rolle er künftig spielt – und ob er überhaupt noch eine Rolle spielt. Der perfekte Vorsatz für das noch junge Geschäftsjahr 2020.

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