Konsumverzicht Kein Fleisch ist keine Lösung

Dienstag, 12. Februar 2019
Vegetarische Ernährung ist keine Lösung: Der ökologische Gewinn wäre gering, der volkswirtschaftliche Schaden umso größer.
Foto: Stefanie Salzer-Deckert / pixelio.de
Vegetarische Ernährung ist keine Lösung: Der ökologische Gewinn wäre gering, der volkswirtschaftliche Schaden umso größer.

Studie berechnet die Auswirkungen von Konsumverzicht und Ausstieg aus der Masttierhaltung: Der ökologische Gewinn wäre gering, der volkswirtschaftliche Schaden umso größer.

Kein Fleisch ist auch keine Lösung. So in etwa lassen sich die Studienergebnisse von Prof. Peter Michael Schmitz zusammenfassen.

Der Agrarökonom der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) hat die globalen Auswirkungen einer rein pflanzlichen Ernährung unter die Lupe genommen. Auf Basis einer umfangreichen Literaturanalyse sowie eigener Berechnungen kommt Schmitz zu dem Schluss, dass eine Reduzierung der Produktion und des Verbrauchs von Fleisch nur in der EU für die Umwelt nur einen geringen Effekt hätte, die volkswirtschaftlichen Verluste dafür aber umso größer ausfielen.

Der Wissenschaftler berechnete verschiedene Szenarien. Wenn die EU-Bürger beispielsweise 50 Prozent weniger Fleisch essen, fällt der Weltmarktpreis. In der Folge schnellt der Konsum in anderen Ländern in die Höhe und die Exporte steigen. Für den Fall, dass die EU zusätzlich ihre Fleischerzeugung um die Hälfte reduziert, geht der Wissenschaftler von steigenden Weltmarktpreisen aus. Das wiederum würde die anderen Länder dazu animieren, die Produktion ihrerseits zu steigern.

Schmitz richtet den Blick auch auf die Landwirte. Seinen Berechnungen zufolge würden die Erzeugereinkommen bei 50-prozentigem Fleischverzicht um 10,1 Mrd. Euro jährlich sinken. Bei zusätzlichem Verzicht auf Milch und Eier sogar um 15,1 Mrd. Euro. Dampfe man zusätzlich die Fleischerzeugung im gleichen Umfang ein, schlüge ein Minus von 21,4 Mrd. Euro zu Buche, unter Einbeziehung von Milch und Eiern von 35,0 Mrd. Euro. Schmitz wählte den 50-Prozent-Ansatz, um die wirtschaftliche Tragweite der oft geforderten „radikalen Agrarwende“ deutlich zu machen.

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