Berufskleidung Der richtige Look für den Azubi

Dienstag, 31. Juli 2018
Am Arbeitsplatz muss die Berufskleidung verschiedene Funktionen erfüllen. Sie sollte nicht nur angemessen und sauber, sondern vor allem muss auch sicher sein.
Foto: DFV
Am Arbeitsplatz muss die Berufskleidung verschiedene Funktionen erfüllen. Sie sollte nicht nur angemessen und sauber, sondern vor allem muss auch sicher sein.

Kleider machen Leute – so lautet der Titel der Novelle des Schweizer Dichters Gottfried Keller. Das gilt auch am Arbeitsplatz. Dort haben Textilien zwei wichtige Bedeutungen: erstens dient die Berufskleidung dem Schutz des Tragenden sowie der Sicherstellung der Hygiene am Arbeitsplatz. Zum Zweiten unterstreicht sie die Zugehörigkeit zu einem Unternehmen.

von Alexander J. Neuzerling

Außerdem wirkt eine Berufskleidung, die dem Corporate Design entspricht, verkaufsfördernd. Unsaubere Kleidung hinterlässt im Kundenkontakt immer einen schlechten Eindruck. Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahrs müssen auch die angehenden Verkäufer und Verkäuferinnen sowie die Fleischerinnen und Fleischer eingekleidet werden. Das ist den Azubis zunächst einmal fremd. In diesem Beitrag liefern wir Antworten auf die drei wichtigsten Fragen für Chefs und Ausbilder.

Wie müssen meine Azubis gekleidet werden?

Die Antwort lautet: So wie Ihr gesamtes Team. Durch berufsspezifische, arbeitsplatzgerechte und funktionelle Berufskleidung, die bei der Arbeit unterstützt und den einzelnen Azubi optisch in das Unternehmen integriert. Achten Sie bitte darauf, dass den Azubis in der kalten Räumen gegebenenfalls zusätzlich wärmende Kleidung oder Funktionstextilien zur Verfügung gestellt werden. So werden Krankheitstage vermieden und Ausfallzeiten minimiert.

An bestimmten Arbeitsplätzen bedarf es eventuell normgerechter Schutzkleidung. Ausschlaggebend ist eine Risikoanalyse, die der Arbeitgeber durchführen (lassen) muss wie beispielsweise beim Umgang  mit  Reinigungsmitteln.

Betriebsinhaber müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie die Verantwortung tragen und sich bei Missachtung strafbar machen. Der Unternehmer trägt die Verantwortung für das Tragen der Schutzkleidung (Stechschutzschürze, Stechschutzhandschuh, Kopfbedeckung) – auch bei den Auszubildenden.

Da es gerade bei Lehrlingen üblich ist, dass sie im fleischerhandwerklichen Betrieb zwischen den Abteilungen wechseln (Schlachtung, Zerlegung, Wurstküche, Verkauf), um alle Bereiche kennenzulernen, muss die dann  am Arbeitsplatz zum Einsatz kommende Schutzkleidung bereitstehen. Durch einen textilen Mietservice ist dies schnell, unkompliziert und kostengünstig möglich.

Worauf legen Azubis bei der Berufskleidung Wert?

Auf die Optik – ganz klar. Die Fragen, die sich die Azubis stellen, sind die gleichen wie vor dem heimischen Kleiderschrank: „Wie sehe ich aus? Ist es okay? Oder mache ich mich lächerlich?“ Schließlich ist Kleidung ein Ausdruck von Individualität – im jungen Alter umso mehr. Nicht leicht also, ein vom Ausbilder vorgeschriebenes Outfit zu tragen.

Hier ist es zunächst wichtig, dem Azubi zu vermitteln, welchen Stellenwert ein gutes und einheitliches Erscheinungsbild hat – und dass alle Mitarbeiter eines Betriebs dazu beitragen. In der Regel stärkt eine einheitliche Kleidung das Selbstbewusstsein der jungen Nachwuchskräfte. Sie fühlen sich schneller als Teil eines Teams. Das Gefühl, von Beginn an dazuzugehören, tut gut.

Andererseits sollten die Entscheider bedenken, dass nur in Kleidung, in der sich die Azubis – die Mitarbeiter generell – wohl fühlen, die Arbeit auch Freude macht. Dann präsentiert sich die Belegschaft selbstsicherer. Das gilt vor allem für die Berufe im Lebensmittelhandwerk ebenso wie in den Schlacht- und Zerlege- sowie Verarbeitungsbetrieben der Fleischwirtschaft.

Wichtige Kriterien für gute Kleidung sind: Moderne Schnitte, hoher Tragekomfort in Bezug auf das verarbeitete Gewebe, smarte Ausstattung mit branchentypischen Anforderungen wie Anordnung, Größe und Anzahl der Taschen. Und: eine große Auswahl an Kollektionsteilen.

Hier helfen  Tragetests und persönliche Anproben, wie sie von textilen Mietdienstleistern wie der Deutschen Berufskleider-Leasing (DBL) angeboten werden. Die meisten zeitgemäßen Kollektionen lassen Vielfalt zu und bewahren dennoch die Corporate Identity. Wenn jemand bei Zerlegearbeiten in klimatisierten Räumen lieber eine sportliche Softshelljack eträgt, der andere eher die klassische Metzgerjacke, lässt sich dies dennoch zu einem einheitlichen Konzept kombinieren.

Zum Timing: Der Abschluss des Ausbildungsvertrags ist der richtige Termin, um die Einkleidung neuer Azubis zu organisieren. So kann beispielsweise die Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags mit einer Anprobe verknüpft werden, um die passende Konfektionsgröße für die/den neue/n Mitarbeiter/in zu ermitteln.

Welche Kleidung müssen Azubis akzeptieren?

Das Tragen von Hygienekleidung ist ein Muss in fleischverarbeitenden Betrieben. Hier gibt es keine Diskussion. Der Chef ist in der Pflicht, den Mitarbeitern diese Kleidung zur Verfügung zu stellen. Und die muss dann zum eigenen Schutz getragen werden. Hier müssen Azubis akzeptieren, dass Sicherheit vor Optik und Komfort geht.

Das gilt auch, wenn die Arbeitskleidung als Corporate Fashion festgelegt ist. Verstößt der Azubi mehrfach gegen die Kleiderordnung, kann eine Abmahnung erfolgen. Meist lässt sie sich durch Beratung und klärende Gespräche vermeiden. Außerdem sind die Kollektionen heutzutage nicht nur modern, sondern auch cool.

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