Blick über den Tellerrand Ein „Azubi auf Zeit“

Donnerstag, 30. Juli 2020
Direkte Einblicke: Fleischermeister Johannes Bechtel (links) zeigt seinem „Praktikanten“, wie man Fleisch korrekt zuschneidet.
Foto: uk
Direkte Einblicke: Fleischermeister Johannes Bechtel (links) zeigt seinem „Praktikanten“, wie man Fleisch korrekt zuschneidet.

ProSieben-Moderator arbeitet zwei Tage als Fleischer bei Johannes Bechtel.

Im ProSieben-Magazin „Galileo“ stellt Reporter Vincent Dehler regelmäßig Berufe vor. Dabei betätigte er sich schon als Supermarktkassierer, Lagerhelfer im Tiefkühlhaus oder in einer Putzkolonne.

Für seine Reportage über den Fleischerberuf wandte sich der Sender an den Juniorenverband des deutschen Fleischerhandwerks. Dessen Vorsitzender Johannes Bechtel lud das Filmteam ins nordhessische Zella (Schwalm-Eder-Kreis) ein. Bechtel ist dort Juniorchef im Familienunternehmen, das 1961 von seinen Großeltern gegründet wurde und heute von Vater Kurt geführt wird. Der 29-Jährige ist im Betrieb für Marketing und Vertrieb verantwortlich. 

Für den realistischen Blick hinter die Kulissen wurden keine Szenen gestellt. Vielmehr agierte der TV-Mann als „Azubi auf Zeit“ und stand mitten in der laufenden Produktion der Schwälmer Fleisch- und Wurstwaren. „Es war schon etwas gewöhnungsbedürftig, als am ersten Tag die Schweinehälften vor mir am Haken hingen“, gesteht Vincent Dehler. Doch zum Überlegen blieb dem 33-Jährigen nicht viel Zeit. Ausgestattet mit rutschfesten Stiefeln, weißer Gummischürze, Mütze, Mund-/Nasenmaske sowie persönlicher Schutzausrüstung musste er am Zerlegetisch mit seinen neuen Kollegen gleich mit ran.

„Man bekommt hier einen anderen Blick auf das Endprodukt als die Kunden an der Theke“, verdeutlichte Bechtel und achtete bei seinem Schützling genau auf die sichere Messerhaltung und exakte Schnittführung. „Wir wollen die Zuschauer für die Arbeit sensibilisieren, die unser Handwerk leistet“, wünscht sich der junge Fleischermeister. „Dann können sie beim Einkauf endlich zwischen echtem Handwerk und Industrieware unterscheiden“, ergänzte er. Werkverträge und Subunternehmen gibt es bei den Bechtels nicht, denn sie führen einen Familienbetrieb mit zum Teil langjährigen Mitarbeitern.

Johannes Bechtel Juniorenverband
(Bild: uk)

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Am Ende des „Praktikums“ hatte das Filmteam etwa viereinhalb Stunden Material gesammelt, aus dem ein 15-minütiger Beitrag zusammengeschnitten wurde. Dehlers Fazit: „Das waren sehr interessante Eindrücke. Der Fleischerberuf ist sehr vielseitig – mal körperlich anstrengend, mal muss man filigran arbeiten wie ein Chirurg. Ich selbst gehe mit einer anderen Einstellung aus der Wurstküche der Bechtels: Fleisch und Wurst von einem guten Metzger sind hochwertige Lebensmittel.“

Der Beitrag wurde am 20. Juli ausgestrahlt und ist in der ProSieben-Mediathek zu finden.

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