Coronavirus Gute Hygiene – sicherer Schutz

Donnerstag, 02. April 2020
Regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen bietet den besten Schutz vor der Übertragung von Krankheiten – nicht nur mit Blick auf das Coronavirus.
Foto: imago images / blickwinke
Regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen bietet den besten Schutz vor der Übertragung von Krankheiten – nicht nur mit Blick auf das Coronavirus.

Infektionsschutz ist ein wichtiges Thema für alle in der Fleischbranche – unabhängig vom Coronavirus. Dieser Beitrag erklärt wichtige Begriffe.

Die richtigen Verhaltensweisen für den Schutz vor dem Coronavirus sind mit denen vor Grippeviren identisch: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen, richtiges Husten und Niesen sowie mindestens zwei Meter Abstand halten zu allen anderen Personen. Händeschütteln sollte unterlassen werden. Wer persönlichen Kontakt zu einer infizierten Person hatte, sollte sich mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen – unabhängig von Symptomen. Im Folgenden erklären wir Begriffe, die zurzeit durch alle Medien gehen.

Mikroorganismen

Nicht alle Mikroorganismen sind für den Menschen gefährlich. Einige benötigen wir sogar zum Leben, etwa zur Unterstützung des Verdauungssystems. Es gibt aber auch schädliche Mikroorganismen, die sogenannten krankheitserregenden Keime.

Viren

Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel. Sie dringen in tierische, pflanzliche oder menschliche Zellen ein und verwenden diese lebenden Zellen als „Wirtszellen“. Viren verursachen unter anderem viele klassische Kinderkrankheiten wie Windpocken, Masern oder Röteln sowie aktuell Covid-19, ausgelöst durch das Coronavirus.

Bakterien

Bakterien haben einen eigenen Stoffwechsel und vermehren sich durch Zellteilung. Viele sind gut für unsere Gesundheit. Nur etwa ein Prozent der Bakterien lösen beim Menschen Krankheiten aus. Ein Beispiel dafür sind die Salmonellen.

Pilze

Wie Bakterien kommen auch Pilze ganz natürlich auf unserer Haut oder im Körper vor. Nur wenige Pilzarten lösen beim Menschen Krankheiten aus. Schimmelpilze kommen überall dort vor, wo es feucht ist. In unseren Körper dringen Pilze ein, wenn beispielsweise unser Immunsystem geschwächt ist.

Infektionen

Als Infektion wird das Eindringen von Krankheitserregern bezeichnet. Viele dieser Erreger kann unser Immunsystem erfolgreich abwehren. Wenn es zu Krankheitssymptomen kommt, spricht man von einer Infektionskrankheit. Wer die Eintrittspforten für Erreger kennt, kann sich schützen.

Tröpfcheninfektion

Die Ansteckung mit dem aktuellen Coronavirus passiert hauptsächlich über Tröpfcheninfektion, also über Niesen oder Husten. Gegen eine Tröpfcheninfektion helfen die allgemeinen Hygieneregeln: regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen, Taschentücher nur einmal benutzen, Niesen in die Armbeuge – nicht in den freien Raum. Händedesinfektion mit Mitteln, die sicher gegen Viren wirken. Hier unbedingt die Einwirkzeit beachten.

Schmierinfektion

Bei der Schmier- oder Kontaktinfektion werden Erreger über Hände oder Gegenstände (etwa Türklinken, Geräte, Geldscheine usw.) verbreitet. Fasst man sich beispielsweise mit ungewaschenen Händen ins Gesicht, dringen Erreger über die Bindehaut der Augen sowie die Schleimhäute von Mund und Nase in den Körper ein.

Eintrittspforten

Weitere Eintrittspforten für Erreger in den menschlichen Körper können Wunden sein. Belastete Lebensmittel, die in den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, rufen unter Umständen Durchfallerkrankungen hervor.

Tätigkeitsverbot

Wenn eine der folgenden Krankheiten festgestellt wurde, liegt für Mitarbeiter in der Lebensmittelbranche ein Tätigkeits- und Beschäftigungsverbot vor: plötzlich auftretender und ansteckender Durchfall (infektiöse Gastroenteritis), Typhus, Paratyphus, Cholera, Virushepatitis A oder E, infizierte Wunden oder Hautkrankheiten (wenn deren Krankheitserreger über Lebensmittel übertragen werden können), Ausscheidung von Shigellen, Salmonellen, EHEC oder Cholera.

Symptome

Typische Symptome, die für eine schwere Erkrankung im Sinn des Infektionsschutzgesetzes stehen können, sind: hohes Fieber mit schweren Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit mit Erbrechen.

Krankheitsfall

Nach dem Infektionsschutzgesetz haben Mitarbeiter eine Meldepflicht gegenüber dem Arbeitgeber, wenn bestimmte Erkrankungen vorliegen. Diese Meldepflicht ist unabhängig vom Arztbesuch. Der Arzt sollte auf Ihre Tätigkeit im Lebensmittelbereich hingewiesen werden. Nur so kann der Arzt die richtige Entscheidung treffen. Weiterhin gilt: keine ansteckend erkrankten Kollegen besuchen.

Persönliche Hygiene

Wichtige Bausteine sind: saubere Arbeitskleidung, Körperhygiene, kein Schmuck, häufiges Händewaschen, Einwegtücher zum Trocknen, Desinfektion von Händen und Gegenständen, Wunden bedecken, richtige Pflaster verwenden.

Hygienegrundsätze

Darauf kommt es an: Fingernägel sauber und kurz halten, langes Haar zusammenbinden, täglich duschen und waschen, intensive Mundpflege; Männer sind glattrasiert oder haben einen sorgfältig gepflegten Bart.

Arbeitskleidung

Wechseln Sie täglich und weiterhin nach Bedarf Ihre Arbeitskleidung. Trennen Sie immer private und berufliche Kleidung. Arbeitskleidung sollte nicht außerhalb des Betriebs getragen werden.

Verletzungen

Bei Handverletzungen arbeiten Sie mit (Einweg-)Handschuhen. Bei kleineren Wunden am Finger reicht oftmals ein Fingerling. Bei Verletzungen an den Armen langärmelige Kleidung tragen.

Hygiene demonstrieren

Alle in der Fleischbranche Beschäftigten tun viel für die Hygiene. Das sollte unser Kunde wissen und erleben. Dazu helfen: demonstratives Händewaschen nach Geldberührung – also ein Händewaschen, das der Kunde registriert. Wir können auch erklären: „Ich habe gerade Geld angefasst. Ich wasche mir kurz die Hände, bevor ich Sie bediene“.

Ordnung, Sauberkeit und Hygiene. Die drei Begriffe hängen nicht zwingend zusammen. Aber ein vorbildlicher Hygienestatus wird für alle Betrachter leichter erreichbar und erkennbar, wenn folgende Maßnahmen dazu kommen: Ordnung am Arbeitsplatz - im rückwärtigen Thekenbereich, auf dem Schneidbrett oder der Ablage der Schneidemaschine. Sauberkeit aller Flächen, Ladenmöbel und Geräte. Und nicht vergessen: Sauberkeit und Hygiene kann man sehen und riechen.

fleischer.training

Ein Teil dieser Informationen basiert auf der Onlineschulung von fleischer.training. Dort gibt es außer zum Infektionsschutzgesetz viele weitere fachlich nützliche Kurse. Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) wurde mit dem Zweck erlassen, übertragbaren Krankheiten vorzubeugen, Infektionen rechtzeitig zu erkennen und ihre Verbreitung zu verhindern.

Im Kurs „Folgebelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz 2020“ erlangen Sie folgende Kenntnisse:

  • Erst- und Nachbelehrung,
  • Krankheiten,
  • Hygiene und Prävention,
  • die Rolle des Vorgesetzten.

Zur Online-Schulung geht es hier weiter.

Das Corona-Dossier

Die wichtigsten Branchen-Nachrichten zur Corona-Krise haben wir hier für Sie in einem Dossier zusammengestellt. Das Coronavirus setzt der Wirtschaft weltweit zu und macht weder vor Länder- noch vor Branchengrenzen halt. Deshalb bündeln die Top-Titel der dfv Mediengruppe, zu der auch afz - allgemeine fleischer zeitung, „Fleischwirtschaft“ und fleischwirtschaft.de gehören, fortan die wichtigsten Berichte aus verschiedenen Branchen in einem „Corona-Dossier“ - von der Lebensmittelindustrie über Gastronomie und Hotellerie bis Touristik, von Agrarwirtschaft und Fleischwirtschaft über Verpackung und Finanzen bis hin zu Marketing und Fashion. Hier geht es weiter.

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