Karriere im Fleischerhandwerk Im Traumberuf glücklich

Samstag, 15. März 2014
Foto: Martin Dilger arbeitet konzentriert beim Bundesleistungswettbewerb. Foto: dfv

Fast Feierabend. Bundessieger Martin Dilger erledigt letzte Handgriffe in der Produktion, bevor er im betriebseigenen rustikalen Gasthaus auf der Eckbank Platz nimmt und sich der Presse stellt. Mal wieder. Denn der Sieger des Bundesleistungswettbewerbs 2013 der Gesellen sammelte nach seinem Erfolg bereits häufiger Erfahrungen mit den Medien.
Und die merkt man dem 26-Jährigen an: Besonnen antwortet er auf alle Fragen, bleibt auch mal eine Antwort zu seiner Zukunft schuldig, wenn er sich nicht in die Karten schauen lassen möchte.

Martin Dilger scheint nach zwei abgeschlossenen Ausbildungen mit sich im Reinen und mit seiner Wahl sehr zufrieden zu sein.

Traumberuf Metzger

„Ich wollte schon immer Metzger werden, wir haben daheim eine kleine Landwirtschaft und auch Hausschlachtungen durchgeführt“, begründet er die Berufswahl. Seine zweite wohlgemerkt. Denn im August 2004 trat er erst die Lehre zum Koch an – weil die Berufe verwandt sind und die Lehrstelle in einem sehr guten Betrieb, dem Gasthaus Schlegelhof in Kirchzarten, zu haben gewesen sei, so seine Begründung.

Nach Lehrabschluss arbeitete er im österreichischen St. Anton am Arlberg, später im Wechsel über den Winter in Lech und im Sommer wieder in seinem Ausbildungsbetrieb. 2012 entschied er sich, seinen Traumberuf zu ergreifen und lernte bei der Metzgerei Föhrenbacher in Kirchzarten das Fleischerhandwerk.

Ausbildungsstationen

Zwei Ausbildungen zum Koch und zum Fleischer und jede Menge Berufserfahrung bilden die berufliche Basis von Bundessieger Martin Dilger:

- Ausbildung zum Koch von 2004
  bis 2007 im Gasthaus Schlegelhof
  in Kirchzarten im Kreis Breisgau-
  Hochschwarzwald

- Winter 2007: Tätigkeit in St. Anton
  in Österreich

- 2008: Wehrdienst

- Tätigkeit in Lech (Arlberg) im
  Winter und im Gasthaus Schlegelhof
  im Sommer (2008 bis 2012)

- Seit 2012: Zweitausbildung zum
  Fleischer in der Kirchzartener
  Metzgerei Föhrenbacher

- Sieger 2013 im Bundesleistungs-
  wettbewerb in Schwäbisch Gmünd

Ausbildungen ergänzen sich

Heute profitiert der Bundessieger von seiner Erstausbildung und seiner Berufserfahrung gleichermaßen. Denn beides bringe nicht nur Vorteile beim Catering, sondern habe ihn auch persönlich geformt und dafür gesorgt, dass er sich zielstrebiger und besonnener der zweiten Lehre widmete. Das Resultat ist Dilgers bislang größter Karriereerfolg: Der Sieg im Bundesleistungswettbewerb.

„Ich war selbst überrascht, gerechnet habe ich damit nicht“, kommentiert er die Auszeichnung. Die eigene Leistung bei einem solchen Wettkampf sei nicht so einfach einzuschätzen. Zwar habe er viel Unterstützung erhalten und auch Zeit und Material zum Üben, doch planbar sei der Sprung aufs Treppchen nicht gewesen.

Privat kümmert Dilger sich um eine eigene Landwirtschaft: Er hält Schweine, Ziegen und Rinder – als Hobby. „Ich bin gern ein Stück weit Selbstversorger, das gehört für mich einfach dazu“, erklärt er strahlend.

Es ist eine Leidenschaft, die ihn von Kindesbeinen an begleitet und ihm sichtlich Freude bereitet. In seiner Freizeit fährt er auch gern Motorrad und powert sich beim Tauziehen aus.

Und was steht beruflich noch an? An den Internationalen Leistungswettbewerb, der im September in der Schweiz stattfindet, wolle er gern die Meisterprüfung anschließen, sagt Dilger. Ob er sich denn auch noch mal eine berufliche Station im Ausland vorstellen kann oder sogar eine Laufbahn fern der Heimat einschlagen möchte? Man könne nie wissen, antwortet Dilger ausweichend.

Es klingt fast so, als wolle er sagen: Ich bin bereits genau da, wo ich sein möchte. Nach dem Internationalen Leistungswettbewerb möchte er seinen Meister anschließen.
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