Karriere im Fleischerhandwerk „Direktes Feedback von den Kunden“

Freitag, 21. September 2018
Eigentlich schon ein alter Hase: Maximilian Grebe ist bereits seit der Kindheit ein Fan des Fleischerhandwerks und hat dies bei seiner Abschlussprüfung bewiesen.
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Eigentlich schon ein alter Hase: Maximilian Grebe ist bereits seit der Kindheit ein Fan des Fleischerhandwerks und hat dies bei seiner Abschlussprüfung bewiesen.

Maximilian Grebe aus Bad Wildungen erlernte den Beruf des verkaufsbetonten Fleischers und will weitere außerbetriebliche Erfahrungen sammeln.

von Uli Köster

Dreizehn Jahre in die Schule gehen, die Hochschulreife in der Tasche haben und dann eine Ausbildung zum Metzger machen? „Wieso nicht“, dachte sich Maximilian Grebe aus Bad Wildungen. Schließlich hatte er bereits als kleiner Junge Interesse an dem Beruf.

Nun legte der 21-Jährige seine Gesellenprüfung als Bester im Handwerkskammerbezirk Kassel ab. Sein Vater Hans Grebe ist seit acht Jahren selbstständiger Metzgermeister und so kam Max schon in jungen Jahren mit dem Handwerk in Berührung.

Ab dem siebten Schuljahr habe er sich regelmäßig ums Grillgut für die Klassenfeste gekümmert, erzählt der engagierte Junghandwerker, deshalb hätten auch seine Mitschüler den Berufswunsch akzeptiert. Bei Obermeister Fritz Kästel (Fleischerei Kohl-Kramer in Borken-Trockenerfurth) hatte er als Schüler ein Praktikum absolviert – damals versuchte dieser ihn gleich als Lehrling zu werben, doch Max wollte erst sein Abi machen.

„Ich hatte gute Vorkenntnisse über das Fleischerhandwerk und das Wissen aus dem Biologie-Leistungskurs kam mir obendrein zugute – so kam ich problemlos durch meine verkürzte Lehrzeit“, blickt er auf seinen Werdegang zurück. „Da ich mir die Ausbildung und den Lehrbetrieb bewusst ausgesucht habe, wusste ich ziemlich genau, was auf mich zukommt„, lautet sein durchweg positives Resümee.

Als Metzger sei man vielseitig, könne kreativ sein und bekomme ein direktes Feedback von den Kunden, wirbt der Fleischergeselle für seinen Beruf, den er verkaufsbetont erlernt hat. Büroarbeit sei nicht unbedingt seine Sache, gibt Max zu, „in der Wurstküche dagegen hat man am Ende ein Produkt, das man selbst geschaffen hat und bestenfalls zufrieden damit ist“, ergänzt er.

Eine praktische Ausbildung würde er jedem empfehlen, durchaus auch vor einem Hochschulstudium. Nach seiner Lehrzeit war er für drei Monate in einem Briloner Betrieb tätig, „der war etwas größer und produzierte vermehrt für den SB-Bereich“, fasst er die Eindrücke von seinem „Blick über den Tellerrand“ zusammen.

Als Prüfungsbester darf er im Herbst am Landesleistungswettbewerb der Fleischerjugend teilnehmen, der in Friedberg stattfindet. „Wenn man dort auf das Siegertreppchen kommt, ist eventuell eine Förderung für den Meisterkurs drin“, so die Motivation des jungen Mannes – denn im Januar geht er für drei Monate nach Augsburg, um sich dort die Qualifikationen für die Prüfung zum Fleischermeister anzueignen.

Bei dem bevorstehenden Ladenneubau in Bad Wildungen will er unbedingt dabei sein, schließlich werde damit das Fundament für seine berufliche Zukunft geschaffen. Da sein Vater bislang noch nicht an seinen Ruhestand denkt, plant der Junior auf jeden Fall noch weitere außerbetriebliche Erfahrungen zu sammeln – jedoch immer mit dem Ziel, den Betrieb in der Kurstadt am Rand des Kellerwalds zu übernehmen.

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