Karriere im Fleischerhandwerk Drei Titel in Rekordzeit

Freitag, 07. September 2018
Vinzenz Wied in der Produktion: Die Wurstherstellung und das Zerlegen einer Rinderkeule macht dem Studenten am meisten Spaß.
Foto: Wied
Vinzenz Wied in der Produktion: Die Wurstherstellung und das Zerlegen einer Rinderkeule macht dem Studenten am meisten Spaß.
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Vinzenz Wied


Vom Abitur zum Metzgermeister in viereinhalb Jahren – das hat sich Vinzenz Wied zur Aufgabe gemacht. Allerdings nicht auf dem herkömmlichen Weg.

In der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Köln kann er den Gesellenbrief, den Abschluss „Bachelor of Arts“ und den Meisterbrief miteinander verbinden. Nachdem er die Schule abgeschlossen hatte, fand sein Vater eine Anzeige in der Zeitung, in der über das Triale Studium berichtet wurde. Nach wenigen Wochen des Grübelns stand für den frisch gebackenen Abiturienten fest, dass dieser Weg seiner sein soll.

In seinem Studienort Köln fand er nicht den für ihn passenden Ausbildungsbetrieb. Nachdem er sich im Umkreis umgehört hatte, bewarb er sich in der Fleischerei Schlösser in Düsseldorf mit umfangreicher Produktion. Das Angebot an Fleischwaren und Wurst ist groß; auch Lamm, Kalb und Wild sind fest im Sortiment verankert. Der Betrieb kauft die Tiere beim Bauern und lässt sie schlachten. Anschließend werden sie frisch verarbeitet. „Wenn jemand hier eine Lehre macht, ist das eine große Aufgabe“, verweist der Ausbilder Jörg Schlösser auf die vielen Arbeitsbereiche der Metzgerei. Er ist stolz, seinen Lehrling in so vielen Bereichen unterrichten zu können. Aber auch er zieht Vorteile aus diesem Konzept: „Vinzenz Wied bringt neue Impulse in unseren Betrieb.“

„Vinzenz Wied bringt neue Impulse in unseren Betrieb. “
Ausbilder Jörg Schlösser
Die Lehre ist Teil des Studiums. Sie dauert durch die Verkürzung nur zweieinhalb Jahre. Die meiste Zeit verbrachte der Azubi während der Lehre in der Produktion. „Die Wurstherstellung macht mir am meisten Spaß: Kochwurst, -schinken und so weiter. Aber auch das Zerlegen einer Rinderkeule liegt mir“, erzählt Wied.

Die Lehre hat er bereits mit einem Notendurchschnitt von 1,0 abgeschlossen und befindet sich jetzt im Vollzeitstudium. Nebenher arbeitet Wied weiterhin täglich ein bis zwei Stunden im Betrieb. „Das Vollzeitstudium macht mir sehr viel Spaß“, freut sich Wied. „Mit den Inhalten kenne ich mich aus.“ Die Umstellung zwischen Gymnasium und Arbeit zu Beginn der Ausbildung war etwas gewöhnungsbedürftig. „Beispielsweise habe ich im Studium viel gesessen, im Betrieb stand ich die meiste Zeit.“ Nächstes Jahr will Vinzenz Wied seinen Meister in der Tasche haben. Weit von seinem Ziel entfernt ist er nicht mehr.
Der Ausbau des Trialen Studiums.
Foto: afz-Grafik / Quelle FHM
Der Ausbau des Trialen Studiums.
Und danach? – „In einem Jahr möchte ich mir auch andere Betriebe anschauen“, plant der angehende Metzgermeister. „Andere Luft schnuppern.“ Das alles bringt ihn näher an seinen großen Traum: „Irgendwann will ich einen eigenen Betrieb führen.“
Hörsaal
(Bild: Walter Bornmann / pixelio.de)

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