Karriere im Fleischerhandwerk Elf Tipps für 2020

Sonntag, 16. Februar 2020
Wer sich und seinem Chef eingesteht, Karriere machen zu wollen, befindet sich schon auf der beruflichen Erfolgsspur.
Foto: Imago Images / Panthermedia
Wer sich und seinem Chef eingesteht, Karriere machen zu wollen, befindet sich schon auf der beruflichen Erfolgsspur.

Am Anfang jeder gelungenen Karriere steht der Wille, im Beruf vorwärts zu kommen. Wer erst mal seinem Chef gesagt hat „Ich will was werden“, hat bereits den ersten wichtigen Schritt gemacht.
Ein neues Jahr beginnen viele Menschen mit guten Vorsätzen. Wir geben allen Mitarbeitern fleischerhandwerklicher Betriebe praktische und umsetzbare Karriere-Tipps und wünscht viel Erfolg bei der Realisierung.


Karriereplanung

1.

Egal, ob wir 20, 30, 40 oder 50 Jahre alt sind. Wir sollten antworten: Wie soll meine Arbeit in fünf, zehn oder 15 Jahren sein? Welche Position will ich dann haben? Wie will ich dann leben? Diese Planung muss realistisch sein. Diese Planung sollte so geschrieben sein, als wäre es jetzt: Beispielsweise „Mit 30 Jahren bin ich Filialleiter“. Ein Plan ist keine Garantie für das Erreichen des Ziels, aber: Wer einen Plan hat, kommt immer irgendwo an. Wesentlich ist: Plane deine Karriere! Mach keinen Schritt mehr nach irgendwohin! Jeder Plan schafft Energie in uns.


Zeitplanung

2.

Wer Karriere machen will, darf nicht einfach so vor sich hin arbeiten. Wir müssen unterscheiden: Welche Arbeiten sind wirklich wichtig, damit wir unsere Karriere erreichen? Die wirklich wichtigen Arbeiten sind nicht immer diejenigen, die dringend sind. Denn: Jeden Tag sind viel zu viele Arbeiten dringend. Und dann bleibt keine Zeit mehr für das, was wirklich wichtig ist. Vielleicht heißen die wichtigen Themen anders als die dringenden Arbeiten. Dann müssen wir Zeit freischaufeln für das, was wirklich wichtig ist. Wichtig könnte für einen Metzger sein, sich mit den Fragen der Reifung von Salami, Schinken und Steaks zu befassen und hier Kompetenz zu erlangen. Wichtig für eine Verkaufskraft könnte sein, wie Zusatzempfehlungen zu Mehrverkäufen werden. Also: Arbeitet an den wichtigen Dingen, nicht nur an den dringenden.


Karrierewünsche äußern

3.

Chefs müssen wissen, dass ihre Mitarbeiter Karriere machen wollen. Das verändert die Sicht der Chefs auf diese Mitarbeiter. Also: Die richtige Gelegenheit suchen und dann heraus mit der Sprache. Etwa so: „Chef, was ich Ihnen schon immer mal sagen wollte: Ich will mal die Meisterprüfung machen und am besten auch gleich Fleischsommelier werden.“


Blockaden über Bord werfen

4.

Manchmal begegnen uns bei unserer Karriereplanung einschränkende Glaubenssätze. Dann basteln wir uns beispielsweise einen tollen Plan zurecht, und der eigene Kopf sagt: „Das kann doch nie klappen, du bist doch nur Metzger.“ Solche Sätze werfen wir über Bord! Stattdessen gilt: „Gerade weil ich der Könner in der Wurstküche bin, habe ich die Voraussetzungen für diese Karriere.“ Also bitte: Gebt diesen Blockaden im eigenen Kopf gegen die Karriere keine Chance!


Vernetzung

5.

Die sozialen Medien sind geniale Plattformen, um sich mit anderen Metzgern oder Verkaufskräften auszutauschen. Auf Facebook etwa bestehen mehrere Gruppen, in denen wir Kollegen kennenlernen können. Wir erfahren hier: So machen die anderen ihren beruflichen Fortschritt. Wir können Kollegen fragen, die so zu unseren Beratern werden.


Unterstützer finden

6.

Jede Karriere braucht Förderer. Oft sind es die Chefs, welche die Karriere ihrer Mitarbeiter fördern. Manchmal sind es Kollegen, die Dich als Führungsperson wahrnehmen. Oder es gibt einen externen Mentor, einen wohlwollenden Unterstützer, der Deine Talente erkennt. Bei fachlichen Fortbildungsveranstaltungen findet man auch Kollegen, die ihrerseits Karriere machen wollen. Die können sowohl Ratgeber, Unterstützer und Teil unseres Karriere-Netzwerks werden.


Die Branche leben

7.

Wer nur Arbeitszeit gegen Geld tauscht, hat eine langweilige Arbeit und ein langweiliges Leben. Wer aber anfängt, seinen Beruf zu leben, erfährt Abenteuer. Also: Lest, was Eure Kunden lesen. Bildet Euch eure eigene Meinung zu den großen Fragen rund ums Fleisch: Dürfen wir schlachten? Geht Fleischessen und Klima schützen zusammen? Muss Fleisch teurer werden? Sprecht Eure Meinung aus, postet, was Ihr dazu denkt. Ihr werdet so ein ganz neues Selbstverständnis schaffen und spüren, wie wichtig Eure Meinung ist – gerade, weil Ihr die Praktiker zu Fleisch und Wurst seid.


Fachliche Fortbildung

8.

Es geht nicht nur um die großen Aktionen wie die Meisterprüfung. Fortbildung ist nicht nur der Besuch von Seminaren oder Fachmessen. Es geht um das ständige Besserwerden. Auf jeder Urlaubsreise, bei jedem Supermarkteinkauf, bei jedem Restaurantbesuch gibt es Möglichkeiten, fachlich zu Fleisch etwas Wichtiges dazuzulernen. Jedes Kundengespräch lohnt, ausgewertet zu werden. Denn wir erkennen so, wie sich Kundenanforderungen verändern. Und wer veränderte Kundenwünsche früher erkennt und besser erfüllt als andere, macht schneller Karriere.


Erfolg schaffen, wo es Spaß macht

9.

Jeder Mensch hat einzigartige Talente. Talente werden oft schon in der Jugend angelegt, manchmal schlummern sie ein ganzes Leben nur vor sich hin. Wir müssen uns selbst erkennen: Was mache ich einzigartig gut? Darauf bauen wir Fortbildung auf. Denn: Was wir gern machen, das machen wir auch gut! Wir stärken also unsere Stärken und werden so in einzelnen Bereichen Spitzenleistungen schaffen. Wenn etwa ein Fleischverkäufer ein sehr guter Koch und Feinschmecker ist, sollte er daraus seine Karriere basteln.


Persönliche Fortbildung

10.

Dabei kann es beispielsweise um unsere Sprache und Ausdrucksfähigkeit gehen. Wenn wir Karriere machen wollen, sollten wir wie jemand sprechen, der Karriere machen wird. Wir brauchen dazu Ahnung über die Themen, um die es geht. Und eine Sprache und Körpersprache, die unsere Kompetenz unterstreicht. Wir können solche Talente entwickeln. Das geht ganz einfach: Steht einfach mal auf und trainiert, Eure Meinung zu sagen – im Sportverein, bei einer Bürgerversammlung. Egal wo, trainiert einfach, jemand zu sein, auf den die anderen hören.


Entwicklung zur Führungskraft

11.

Das geht so: Erstens: Nimm deine Rolle an. Verhalte Dich wie eine Führungskraft. Gehe in die Vorbildrolle. Zweitens: Sage, worum es geht. Mache vor, wie Probleme gelöst werden können. Drittens: Erkläre die Chancen und Risiken einer Sache. Viertens: Frage die anderen und dann mache einen Vorschlag für die Entscheidung. Fünftens: Big Picture – gib eine leicht verständliche grobe Linie vor. Jeder muss wissen, was passiert und worauf es ankommt. Sechstens: Kontrolle: Hast Du richtig entschieden und Dich gut verhalten? Wo kannst Du Dich noch verbessern?

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