Karriere im Fleischerhandwerk Lernen integriert ungemein

Donnerstag, 17. September 2020
Stolz auf den Gesellenbrief: der Iraner Mahdi Hosseini mit den Ausbildern Heidi und Eberhard Bumm sowie Fachlehrer Tino Müller (rechts).
Foto: mue
Stolz auf den Gesellenbrief: der Iraner Mahdi Hosseini mit den Ausbildern Heidi und Eberhard Bumm sowie Fachlehrer Tino Müller (rechts).

Fünf Jahre „Wir schaffen das“: Mahdi Hosseini kam als Flüchtling nach Deutschland. Die Metzgerei Bumm aus Triefenstein bildete den Iraner erfolgreich aus.
von Tino Müller

Die Geschichte des heute 22-jährigen Mahdi Hosseini aus dem Iran klingt wie ein Musterbeispiel von Integration 2020. Der junge Mann kam im Jahr 2015 mit seinen Eltern und zwei jüngeren Brüdern nach Deutschland. Eltern und Geschwister waren damals als Flüchtlinge bereits anerkannt, während Mahdi Deutschland zunächst wieder verlassen sollte, da er bis zum Beginn der Bleibeverhandlungen die Volljährigkeit erreicht hätte. 

Der junge Iraner bekam Unterstützung und Hilfestellungen von seinen späteren Ausbildern Heidi und Eberhard Bumm von der Metzgerei Bumm in Triefenstein, seinen Integrationslotsen vom Malteser Hilfsdienst, Reiner Hefner, der Fleischerinnung Main-Spessart und durch die Franz-Oberthür-Berufsschule in Würzburg. Aber auch zahlreiche private Personen aus der Gemeinde Triefenstein, in der der junge Mann lebt, halfen Mahdi, in Deutschland Fuß zu fassen. 

Auf Grund der politischen Rahmenbedingungen war es Ausbilder Eberhard Bumm anfangs nur möglich, Mahdi im Rahmen eines Betriebspraktikums zu beschäftigen. Im Herbst 2017 gelang es Bumm dann doch, mit Hilfe von Unterstützern aus Politik und Wirtschaft, einen regulären Ausbildungsvertrag mit Mahdi abzuschließen.

Trotz anfänglicher Sprach- und Verständigungsschwierigkeiten fand sich Mahdi schnell in der Klassengemeinschaft an der Franz-Oberthür-Schule zurecht und konnte dem Unterricht folgen. Die Würzburger Berufsschule begleitete Mahdi mit verschiedenen Angeboten der Inklusion. So wurde der Auszubildende zunehmend sicherer und schöpfte Selbstvertrauen. Jetzt war es ihm möglich, selbstbewusst seine fachlichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Dies gelang ihm bei zahlreichen überregionalen Berufswettbewerben. Hier konnte Mahdi gemeinsam mit seinen Klassenkameraden mehrmals hervorragende Ergebnisse erzielen.

Unter den Vorzeichen von Corona trat Mahdi Hosseini im Sommer 2020 schließlich seine Gesellenprüfung an. Das gute Ergebnis erfreute nicht nur Mahdi, sondern auch seinen Ausbilder Eberhard Bumm und alle anderen Unterstützer des jungen Geflüchteten. Sicherlich waren viele andere Faktoren, wie zum Beispiel eine intakte Dorfgemeinschaft und Hilfestellungen im nahen Umfeld der Familie, für die erfolgreiche Integration von Mahdi Hosseini hilfreich. Besonders durch das passende Ausbildungsverhältnis bei der Metzgerei Bumm vor Ort und der vielfältigen Unterstützung im Umfeld haben die Rahmenbedingungen auch eine erfolgreiche Berufslaufbahn ermöglicht. Deshalb sind sich Mahdi und seine Familie heute sicher, dass die Handwerksausbildung einen entscheidenden Beitrag zu seiner Integration geleistet hat.

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