Karriere im Fleischerhandwerk Mit Begeisterung dabei

Donnerstag, 23. Januar 2020
Sigi Föhrenbacher (rechts) und Hans Herkommer (links) freuten sich am Stand der Innung Freiburg über die Unterstützung durch Leonie Baumeister, Johannes Bächtle sowie ihrer Betreuerin Alicia Utrillas von der Fleischer-Nationalmannschaft.
Foto: mkt
Sigi Föhrenbacher (rechts) und Hans Herkommer (links) freuten sich am Stand der Innung Freiburg über die Unterstützung durch Leonie Baumeister, Johannes Bächtle sowie ihrer Betreuerin Alicia Utrillas von der Fleischer-Nationalmannschaft.

Nationalmannschaft bei Job-Start-Börse. Werbung für die Fleischerberufe.
von Kurt Meier

Sie waren eine der Attraktionen der Freiburger Job-Start-Börse in Freiburg: Leonie Baumeister und Johannes Bächtle, Mitglieder der Deutschen Fleischer-Nationalmannschaft. Auf Einladung der örtlichen Innung waren die beiden nach Freiburg gekommen, um auf der Info-Veranstaltung auf die Berufschancen im Fleischerhandwerk aufmerksam zu machen.

Die Ansprache war klar und deutlich: Alle, die sich mit dem Thema Berufsorientierung beschäftigen, waren in die Freiburger Messe eingeladen. Zwei Tage lang präsentierten mehr als 180 Aussteller ihre Ausbildungsmöglichkeiten. Um in dem breiten Angebot nicht unterzugehen und um auf sich aufmerksam zu machen, musste man sich schon etwas einfallen lassen. Viele Betriebe hatten eigene Azubis dabei, die die Jugendlichen „auf Augenhöhe“ informierten. An manchen Ständen durften die jungen Leute selbst Hand anlegen.

Das Handwerk präsentierte sich in einer eigenen Abteilung in der großen Messehalle. Hier hatte auch die Fleischerinnung Freiburg ihren Stand aufgebaut und machte mit einem kleinen Quiz rund ums Fleisch, einem Glücksrad und der Einladung „Do it yourself“ auf sich aufmerksam.

Erstmals hatten die Organisatoren um Lehrlingswart Sigi Föhrenbacher die Nationalmannschaft als Repräsentanten des Fleischerhandwerks zur Job-Start-Börse eingeladen. Gemeinsam mit ihrer Betreuerin Alicia Utrillas stellten sich Leonie Baumeister und Johannes Bächtle den vielen Fragen und motivierten die Jugendlichen, gemeinsam mit ihnen ein paar Leckereien zuzubereiten. Schnell entstand eine lockere Atmosphäre, in der die beiden jungen Fleischer ihre „Botschaft“ vermitteln konnten. Denn beide brennen geradezu für ihr Handwerk.

Die 23-jährige Fleischerin Leonie Baumeister gehört zu den Gründungsmitgliedern der Nationalmannschaft. Gemeinsam mit zwei Brüdern arbeitet die Betriebswirtin und Ernährungsberaterin in der elterlichen Metzgerei in Waibstadt, wo sie für die Bereiche Partyservice und Vertrieb verantwortlich zeichnet. Der 21-jährige Fleischermeister Johannes Bächtle arbeitet bei seinem Onkel in der Metzgerei Rieck in Böhringen. Dass beide begeistert von ihrem Zusatzengagement in der Nationalmannschaft sind, merkt man schnell. „Es ist eine tolle Gemeinschaft“, so Baumeister, die – wie alle anderen auch – rein ehrenamtlich dabei ist. 
Vor allem am ersten Tag der Börse war das Interesse an den Fleischerberufen groß. Oft wurden die jungen Leute von ihren Eltern begleitet. Immer wieder wurde nach Praktikumsmöglichkeiten gefragt. „Einfach mal reinschnuppern – vielen Eltern ist das ganz wichtig“, weiß Föhrenbacher, der in seinem Betrieb in Kirchzarten vier Lehrlinge ausbildet. Am zweiten Tag reisten Schulklassen mit Lehrern an. Da war die Ansprache etwas mühsamer. Aber: „Es ist wichtig, Vorurteile auszuräumen“, sagt Bächtle. „Viele Leute wissen gar nicht, wie kreativ unsere Berufe sind.“

Und dass sie auch für Frauen in Frage kommen, verdeutlichte Leonie Baumeister. „Menschen kann man mit nichts anderem so glücklich machen wie mit gutem Essen“, heißt ihr Credo. Auch mit begleitenden Lehrern kam das Standteam ins Gespräch und registrierte, dass Handwerk und Pädagogen oft in zwei unterschiedlichen Welten leben. Dabei ist das gegenseitige Kennenlernen enorm wichtig, weil Lehrer – ob gewollt oder ohne Absicht – manchmal Vorurteile gegen Handwerksberufe befeuern.

Wie man Kontakt zueinander findet, zeigt Sigi Föhrenbacher: Er nimmt ständig Praktikanten aus örtlichen Schulen auf, präsentiert sich bei Schulfesten und initiiert eigene Schulveranstaltungen. „Der persönliche Kontakt zu Lehrern ist wichtig“, weiß er. Dafür brauche man allerdings viel Geduld. Unverzichtbar sei das jährliche Engagement auf der Job-Start-Börse. „Wenn nur ein Azubi pro Betrieb hängen bleibt, hat sich der große Aufwand gelohnt“, bekräftigt der Kirchzartener.

Beiträge zum Thema „Karriere im Fleischerhandwerk“ finden Sie hier.
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