Marketing Azubis gesucht – Kunden gefunden

Mittwoch, 28. November 2018
Das Großflächenplakat fällt auf. Das Tool der Nachwuchswerbung hat die Metzgerei aus der Nähe von Wetzlar schon mehrfach genutzt.
Foto: DFV
Das Großflächenplakat fällt auf. Das Tool der Nachwuchswerbung hat die Metzgerei aus der Nähe von Wetzlar schon mehrfach genutzt.
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Der hessische Fleischermeister Joachim Albert Hennche nutzte als erster die DFV-Nachwuchswerbung mit Großflächenplakaten – sogar schon zweimal.

Wie elektrisiert war Joachim Albert Hennche beim Verbandstag im vergangenen Jahr in Potsdam bei der Präsentation der Nachwuchswerbung mittels Großflächenplakaten. „Das passt“, dachte er bei einem der zwei im Entwurf vorgestellten Motive. „Werde Burger-Meister“ lautet der Slogan.

Weil in seiner hessischen Heimatgemeinde gerade Bürgermeister-Wahlen anstanden, wollte er sofort einsteigen und setzte sich nach seiner Rückkehr umgehend mit dem Deutschen Fleischer-Verband (DFV) in Verbindung. Aber er musste sich gedulden. Erst im Frühjahr dieses Jahres erlangten die zur Potsdamer Tagung gezeigten Prototypen die Serienreife. Dafür war der 58-Jährige der erste Meister, der das neueste Werbe-Tool des DFV nutzte. Allerdings suchte er sich im Gegensatz zu seiner ursprünglichen Absicht die zweite Plakat-Version aus, weil er nun das Motto „Alles, nur nicht spießig“ origineller fand. Schließlich war zu diesem Zeitpunkt die Wahl zum Oberhaupt der 5.500 Einwohner zählenden Kommune längst gelaufen und damit der witzige Bezug hinfällig.

Zehn Tage lang belegte Hennche die auffällige Plakatfläche am Ortseingang von Leun-Biskirchen, wo die Metzgerei mit Produktion und Laden ihrem Stammsitz in Leun (Lahn-Dill-Kreis) hat. Doch trotz des deutlichen Hinweises, dass der Handwerksbetrieb Auszubildende für den Verkauf sucht, meldeten sich keine Kandidaten. „Leider“, bedauert der Meister, der auch einem Lehrstellen-Anwärter für die Produktion eine Chance gegeben hätte.

„An der Sache bleibe ich dran. Im Frühjahr 2019 startet meine dritte Werbe-Aktion. “
Joachim Albert Hennche
Ein Erfolg war die Aktion trotzdem. Denn sie sorgte für reichlich Gesprächsstoff. Das brachte den 26 Mitarbeitern zwar keine jungen Kollegen ein, aber dafür dem Stammgeschäft und den beiden Filialen etliche neue Kunden. Das ermutigte den Chef zu einer zweiten Runde im Sommer – mit demselben Motiv, jedoch auf einer Werbefläche zwei Ortschaften weiter. Diesmal hing das Plakat vier Wochen, also weit über den erneut gebuchten Zeitraum von zehn Tagen hinaus, bis es der nachfolgenden Belegung weichen musste. Lehrstellen-Bewerber fielen zwar wieder nicht ab, aber beim Effekt sieht sich der Werbetreibende bestätigt: „Das ist mal was Neues und wirksamer als die üblichen Flyer oder Inserate.“

Konfigurieren wie beim Auto

Bislang stehen für die Nachwuchswerbung mittels der Großflächenplakate zwei Motive zur Verfügung; weitere folgen demnächst. Die Plakatwerbung dürfen sowohl Innungen als auch einzelne Fleischer-Fachgeschäfte nutzen.

Das Tool ist Teil des Nachwuchswerbekonzepts „Anders als du denkst“. Dazu gibt es einen Ratgeber, der in der Verbandszentrale in Frankfurt angefordert werden kann.

Die riesigen Plakate (356 cm x 252 cm) dienen sowohl der allgemeinen Werbung um Berufsnachwuchs, als auch der direkten Suche nach Auszubildenden. Sie müssen immer individualisiert werden, damit der Absender klar erkennbar ist: Innung oder Betrieb.

Diese Berechtigten erhalten vom DFV den Zugang zu einem Internet-Buchungssystem. Dort können sie das Motiv sowie den Belegungszeitraum auswählen und sogar direkt buchen.

Die Standorte der Großflächen werden auf einer Karte jeweils rund um den Sitz des Interessenten angezeigt – ebenfalls das ausgewählte Foto und die entstehenden Kosten.

Nach der Buchung kommt die Aufforderung, das eigene Logo an die Agentur zu senden. Alles Weitere – den Druck und die Individualisierung der Plakate sowie das Aufkleben und das anschließende Abnehmen der Plakate – übernimmt die vom DFV beauftragte Agentur.
Die Kosten hält er jedenfalls für angemessen. „Meines Wissens wird je nach Standort ein Betrag zwischen 18 und 30 Euro pro Tag fällig“, erläutert Hennche. Er selbst hat für die beiden Buchungen jeweils eine Rechnung in Höhe von 260 Euro beglichen.

Seine bislang erfolglose Azubi-Suche gibt er nicht auf. Bereits jetzt gilt eine weitere Auflage im nächsten Frühjahr für ausgemacht. Mit welchem Motiv, steht derzeit nicht fest. Vielleicht nimmt er dann doch die Burgermeister-Version, um nicht noch fünf Jahre bis zur nächsten Kommunalwahl warten zu müssen.

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