Meat Vision Day 2018 Effizienz lohnt sich, Angst nicht

Dienstag, 22. Mai 2018
Der Hype um die Künstliche Intelligenz verläuft wellenförmig, beobachtet KI-Experte Chris Boos: „Wir sind jetzt im vierten oder fünften Hypecycle. Und dieses Mal sieht es so aus als würde sie bleiben.“
Foto: Felix Holland
Der Hype um die Künstliche Intelligenz verläuft wellenförmig, beobachtet KI-Experte Chris Boos: „Wir sind jetzt im vierten oder fünften Hypecycle. Und dieses Mal sieht es so aus als würde sie bleiben.“

Meat Vision Day von afz und Fleischwirtschaft bestimmt Chancen und Grenzen der Künstlichen Intelligenz: Alles ist maschinell machbar, so lange es nicht auf Sprache beruht.
„Menschen haben lieber mit Menschen zu tun.“ Und das sagt einer, der sich beruflich eigentlich mit Haut und Haaren der Künstlichen Intelligenz verschrieben hat: Chris Boos. Beim Meat Vision Day von afz und „Fleischwirtschaft“ in Frankfurt am Main entführte er die Gäste in die Welt der intelligenten Maschinen und Algorithmen.

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Wer gefürchtet hatte, wir unterhalten uns irgendwann nur noch mit Robotern, darf aufatmen. Noch ist die KI nicht in der Lage, die menschliche Sprache in ihrer Vielfalt und Komplexität nachzuahmen, unterstrich Boos. Produktionsprozesse dagegen ließen sich bequem und „for free“ von Maschinen erledigen. Das dadurch Ersparte sollten die Unternehmen aber gleich reinvestieren, und zwar in den Service. Diese Schiene sei später wohl noch die einzige Möglichkeit mit dem Kunden in Kontakt zu kommen.
Mit CRISPR/Cas und damit einer weiteren zukunftsweisenden Technologie beschäftigte sich Prof. Dr. Heiner Niemann. Die so genannte Genschere ermöglicht es, im Genom von Mensch, Tier oder Pflanze Sequenzen auszuschneiden oder auszuschalten. Damit lassen sich bestimmte Merkmale unterdrücken, etwa für hornlose Kühe, allergenfreie Milch oder verträgliche Organtransplantationen vom Schwein auf den Mensch. Die EU formuliert derzeit die rechtlichen Leitplanken für diese „schöne neue Gentechnik“.
MVD 2018 - Niemann
(Bild: Felix Holland)

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Werden diese zu eng gesteckt, laufe die europäische Wirtschaft Gefahr, global abgehängt zu werden, fürchtet der Wissenschaftler. Den verantwortungsvollen Umgang mit der Genschere setzt Niemann voraus. Schon bei der Erfindung des Messers habe der Mensch damit etwas klein schneiden können oder dem Nachbarn eins überziehen.
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