Menschen im Fleischerhandwerk Max Ammon redet mit in der Stadtpolitik

Mittwoch, 15. Juli 2020
Kann Partyservice ebenso gut wie Parteipolitik: Max Ammon.
Foto: Ammon
Kann Partyservice ebenso gut wie Parteipolitik: Max Ammon.

Als Vorsitzender der CSU-Fraktion im Fürther Stadtrat hat Max Ammon vor allem Jugend, ÖPNV und nachhaltige Wirtschaft im Blick.
Die jüngste Kommunalwahl in Bayern endete für Max Ammon mit einem kommunalpolitischen Karrieresprung: Der 36-jährige Metzgermeister aus Fürth-Burgfarrnbach wurde auf der Kandidatenliste der CSU von Platz drei auf Platz zwei vorgewählt, schaffte damit locker den Wiedereinzug in den Stadtrat und wurde dort von seinen Parteikollegen zum neuen Fraktionsvorsitzenden bestimmt.

Schon im Jahr 2014 hatte der Senkrechtstarter, der erst 2011 in die CSU eingetreten war, überraschend den Einzug ins Kommunalparlament geschafft – als erster Metzger seit 1945. Damals landete er parteiintern noch auf Rang zehn, diesmal mit 13.389 Stimmen gleich hinter CSU-Oberbürgermeisterkandidat Dietmar Helm, den er als Fraktionschef ablöste. In der Wahl zum Nachfolger setzte sich Ammon mit 7:2 Stimmen gegen die Richterin Andrea Heilmaier durch.

Auch wenn die CSU im Fürther Stadtrat mit neun Sitzen nur die Nummer drei hinter SPD (22) und Grünen (10) ist, will Max Ammon das Schicksal der Kleeblattstadt aktiv mit gestalten. Als Handwerker kommt er aus der Praxis und kann auf breite Berufserfahrung bauen. So absolvierte er von 2000 bis 2003 seine Lehre im elterlichen Betrieb, wurde Kammersieger, zweiter Landessieger und für seine Leistung mit dem Bayerischen Staatspreis geehrt. 2004 legte er seine Meisterprüfung an der Fleischerschule Augsburg ab, ist heute Prüfungsmeister für Metzger in der Fleischer-Innung Mittelfranken-Mitte, Vorstandsmitglied und (gemeinsam mit Thomas Hubbes, Nürnberg) Lehrlingswart.

Seit 1. Januar 2020 ist der Vater von vier Kindern Mitinhaber der Metzgerei Ammon – als fünfte Generation. So halten er und sein Bruder Philipp auch ihrem Vater Konrad Ammon jun. den Rücken frei, der sich unter anderem als Ober- und Landesinnungsmeister der Fleischer, Kreishandwerksmeister und im Vorstand des Deutschen Fleischer-Verbands und der Handwerkskammer für Mittelfranken engagiert.
„Handwerksvertreter in den Parlamenten gibt es viel zu wenige – ich will mitreden. “
Max Ammon
In der Kommunalpolitik gibt Sohn Max den Ton an. Sein Motto: „Handwerksvertreter in den Parlamenten gibt es viel zu wenige – ich will mitreden.“ Er wurde bereits 2017 zum stellvertretenden CSU-Fraktionsvorsitzenden gewählt. Im Stadtrat arbeitete er im Wirtschafts- und Grundstücksausschuss, im Ausschuss für Schule, Bildung und Sport, im Umwelt- und im Verkehrsausschuss mit, außerdem im Aufsichtsrat der städtischen Wohnbaugesellschaft WBG. Künftig fallen wegen der intensiven Arbeit als Fraktionschef letztgenannte drei Posten weg, hinzu kommt aber der wichtige Bau-Ausschuss.

Kreisläufe nachhaltig gestalten

Als Ziel nennt er, die Wirtschaftskreisläufe in der Stadt nachhaltig zu gestalten, um sie mit dem angestrebten Klimawandel vereinbar zu machen. Außerdem müsse ein attraktives und gesellschaftliches Angebot für die Jugend und junge Menschen vorangetrieben werden – in allen Bereichen. Nicht zuletzt müssten noch viele und bezahlbare Wohnungen geschaffen werden, um der stetig wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Und der Ausbau der Infrastruktur, vor allem der ÖPNV, sei für dieses Wachstum essenziell.

Für Handwerk und Handel zählt für den Metzgermeister das Schlagwort „Regional“. Zu einem funktionierenden Gesellschaftsleben gehöre es, den Arbeitsplatz vor Ort beziehungsweise in der näheren Umgebung zu haben (was auch den Verkehr auf allen Ebenen entlaste). Dieser Vorteil sei in der Vergangenheit ein großes Auswahlkriterium bei der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz gewesen. Außerdem müsse darauf geachtet werden, dass kleine inhaber- und familiengeführte Läden und Firmen weiter existieren können und bei schwierigen Vorkommnissen Unterstützung erfahren.

Mehr Kollegen motivieren

Apropos: Als Hauptaufgabe der Politik in der nächsten Zeit betrachtet es Max Ammon, die Auswirkungen der Corona-Krise aufzufangen, um mit wenig Schaden an Wirtschaft und Gesellschaft aus dieser Krise zu kommen. Er hofft, dass diese für die Zukunft auch Chancen birgt.

Kommunalpolitisches Engagement würde sich der Fleischer von viel mehr Kollegen wünschen. Aber ist der Zeitaufwand nicht ziemlich hoch? „Bisher waren es wöchentlich zehn bis 15 Stunden“, verrät Max Ammon. Künftig könnten es als Fraktionschef eher 25 werden – „und dazu noch viel telefonieren …“

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