Tierschutz Vertrauen schaffen

Dienstag, 15. September 2020
Anders als die anderen: Das Fleischerhandwerk soll zeigen, dass das keine leeren Worte sind.
Foto: DFV
Anders als die anderen: Das Fleischerhandwerk soll zeigen, dass das keine leeren Worte sind.

Der Fall Gärtringen ruft auch den Deutschen Fleischer-Verband (DFV) auf den Plan. Präsident Dohrmann fordert eine gesunde Selbstbetrachtung.
Verstöße gegen den Tierschutz an Schlachthöfen treffen auch das Fleischerhandwerk. Präsident Herbert Dohrmann vom Deutschen Fleischer-Verband (DFV) fordert die Unternehmer ganz grundsätzlich auf, mehr eigene Verantwortung zu übernehmen. An die Mitgliedsbetriebe des DFV appelliert der Fleischermeister aus Bremen im Besonderen unter Beweis zu stellen, dass das Handwerk anders ist als die Industrie. Diesem vielbeschworenen Anspruch müssten die Metzger auch tatsächlich gerecht werden, so Herbert Dohrmann.

Fleischereien, die Schlachtstätten als Anlaufpunkt für Lohnschlachtungen oder als Bezugsquelle für Fleisch nutzen, haben aus Sicht des DFV die Pflicht, den Umgang mit Schlachttieren zu prüfen. Das gelte ebenso gegenüber Partnern in Landwirtschaft und Handel.
Lebendvieh - Anlieferung Schweine - BU Gärtringen
(Bild: imago images / ULMER Pressebildagentur)

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Die Betriebe des Fleischerhandwerks überzeugten in der Corona-Krise als systemrelevante Nahversorger, mit Kontakten zu heimischen Bauern und damit kurzen Transportwegen sowie einem fairen Umgang mit Mitarbeitern. Das durch Kunden entgegengebrachte Vertrauen baue auf umfassende und ehrliche Antworten der Meisterbetriebe, so Dohrmann.
„Wir dürfen unsere Verantwortung nicht delegieren.“
Herbert Dohrmann, Präsident des Deutschen Fleischer-Verbands
Deshalb dringt der DFV-Präsident auf die vollständige Aufklärung der Vorgänge in den betroffenen Schlachtbetrieben sowie einem großen Bewusstsein für Tierwohl. Überdies verlangt er mehr Transparenz: „Wenn wir immer damit rechnen müssen, mit verdeckten Kameras gefilmt zu werden, warum machen wir es dann nicht selbst?“ Die Videoaufzeichnung ist dabei nicht Dohrmanns Ziel. Die Fleischer müssen aber belegen können, was sie behaupten, stellt der Präsident klar.
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