Trends Die Generation Z isst impulsiv

Donnerstag, 21. November 2019
Jugendliche essen impulsiv, mögen Fleisch und achten auf ihr Aussehen.
Foto: Timolina
Jugendliche essen impulsiv, mögen Fleisch und achten auf ihr Aussehen.

Die Nestlé-Studie 2019 untersuchte das Ernährungsverhalten der 14- bis 19-Jährigen. Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Snacking steht hoch im Kurs.

Sorglos satt – ist das alles, was die Generation Z von ihrem Essen verlangt? Die diesjährige Nestlé-Studie fand heraus, dass Jugendliche impulsiv essen, Fleisch mögen und auf ihr Aussehen achten. Sie zeigt auch: Die Einstellung der Mädchen ist eine andere als die der Jungen. Und auch Emotionen, Freundschaften und der Zeitdruck spielen eine Rolle.

Nur 42 Prozent der 14- bis 19-Jährigen geben in der Studie an, dass Ernährung in ihrem Leben eine große Rolle spielt. Dazu passt, dass sich die Jugendlichen weniger stark mit dem auseinandersetzen, was sie essen. Während 47 Prozent der Gesamtbevölkerung sich viel oder sehr viel mit ihrem Essen beschäftigen, sind es bei den 14- bis 19-Jährigen nur 32 Prozent. Doch das Thema hat an Bedeutung gewonnen. Vor zehn Jahren waren es fast zehn Prozent weniger.

Ernährung unterliegt dem Lustprinzip

Kompromisse eingehen? Für die Generation Z nicht unbedingt ein Thema. Stattdessen ist ihre Ernährung eher von einem Lustprinzip geprägt. 62 Prozent der Jugendlichen erklären zum Beispiel, dass sie immer das essen und trinken, was ihnen schmeckt. Darüber hinaus gönnen sich 54 Prozent der Teenager etwas zu essen, wenn der Heißhunger kommt. 28 Prozent greifen oft zu großen Portionen, die richtig satt machen. Und 13 Prozent der Generation Z essen sehr häufig, ohne wirklich Hunger zu haben. In der Gesamtbevölkerung sagen das gerade mal vier Prozent.

„Ich möchte schön sein, also esse ich“

Das Lustprinzip auf der einen Seite – zielgerichtetes Essen auf der anderen. Viele Jugendliche wollen mit ihrer Ernährung etwas Bestimmtes erreichen, beispielsweise fit sein oder gut aussehen. Im Vergleich zum Bevölkerungsschnitt fällt auf, dass die Jugendlichen häufiger optische Ziele verfolgen. Sie wollen durch Ernährung etwas für ihr Aussehen, ihre Haare oder Haut tun. Vornehmlich Jungs möchten Muskeln aufbauen. Die Jugendlichen liegen in diesem Punkt 14 Prozent über dem Bevölkerungsschnitt.

Die Nestlé-Studie entdeckte Unterschiede im Ernährungsverhalten von Mädchen und Jungs. Um sie herauszuarbeiten, wurden die Jugendlichen in Gruppen eingeteilt. Die Studie unterscheidet sieben Ernährungstypen mit jeweils eigenen Charakteristika: Die „leidenschaftslosen Pragmatiker“ begegnen ihrer Ernährung mit Distanz. Sie sind Lebensmitteln gegenüber emotionslos und haben eine geringe Wertschätzung des Themas Ernährung. „Nestwärmer“ essen gern in Gemeinschaft und bevorzugen einen abwechslungsreichen Speiseplan. Bei „sorglosen Sattessern“ hat Essen hauptsächlich mit Quantität und Bequemlichkeit zu tun.

Bei den Jungs dominieren zwei Typen: 67 Prozent von ihnen sind „sorglose Sattesser“ oder „leidenschaftslose Pragmatiker“. Was das über ihr Essverhalten aussagt? Sie essen und trinken, was ihnen schmeckt, bevorzugen große, sättigende Portionen und geben oft ihrem Heißhunger nach. Außerdem finden sie, dass zu viel Wirbel um Ernährung gemacht wird.

Die Mädchen teilen sich gleichmäßiger auf alle Foodtypen auf. Mit 20, 17 und 15 Prozent überwiegen bei ihnen die „Gehetzten“, „Multioptionalen“ und „Gesundheitsidealisten“. Bei ihnen gehören Obst und Gemüse regelmäßiger zum Speiseplan. Abwechslung und Genuss sind ihnen wichtig. Außerdem wollen sie im Vergleich zu Jungs häufiger wissen, was in Nahrungsmitteln enthalten ist.

Feste Essenszeiten gibt es nur selten

Schule, Sportvereine, Hobbys – der Alltag der Jugendlichen ist dicht getaktet. Das hat Auswirkungen auf ihr Ernährungsverhalten. Nur 26 Prozent nehmen sich Zeit für das Frühstück, lediglich 43 Prozent für das Abendessen. Viele Teenager halten unter der Woche keine festen Essenszeiten ein. 51 Prozent von ihnen essen dann, wenn sie Zeit oder Hunger haben. 46 Prozent entscheiden spontan, was sie essen. Gemeinsame Familienmahlzeiten haben daher für sie eine eher geringe Bedeutung: Zwar sagen 46 Prozent, dass sie ihnen wichtig sind, sehr wichtig sind sie aber gerade mal für 17 Prozent.

Wer gehört zur Generation Z?

Zur Generation Z gehören junge Menschen, die von 1997 bis 2012 geboren wurden. Eine besondere Phase, denn sie sind die erste Generation, die in eine digitale Welt hineingeboren wurde. Für die Nestlé-Studie wurden Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19 Jahren befragt.

Das mag die Generation Z

Jugendliche lieben Fleisch: Während vegetarische Ernährung in der Öffentlichkeit ein Top-Thema ist, spielt sie für die Generation Z kaum eine Rolle. 56 Prozent der 14- bis 19-Jährigen essen gern Fleisch oder Wurst und wollen auch in Zukunft nicht weniger essen. In der Gesamtbevölkerung sind es nur 36 Prozent.

Snacking steht hoch im Kurs: 86 Prozent der Jugendlichen essen tagsüber zwischen den Hauptmahlzeiten zumindest ab und zu etwas. Auch zu später Stunde sind Snacks beliebt.

Die Generation Z is(s)t gern auswärts: Nur 40 Prozent essen mittags daheim, 51 Prozent kaufen ihr Essen gelegentlich in Bäckereien, 60 Prozent besuchen Restaurants etwa mit griechischer oder asiatischer Küche. Noch beliebter sind Döner- oder Fast-Food-Läden. Toppen können das nur Pizzerien, die 80 Prozent der Teenager hin und wieder besuchen.

Eat it, tweet it: Die Generation Z ist mit Internet und Smartphone aufgewachsen. Beides spielt in ihrer Ernährung eine große Rolle. 27 Prozent posten Fotos vom Essen. 57 Prozent schreiben während des Essens Nachrichten oder lesen sie.

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