Werkverträge Menschen sind keine Schrauben

Donnerstag, 16. Juli 2020
Mehr Unterstützung von der Politik für Handwerksbetriebe fordert Herbert Dohrmann im ZDF.
Foto: Screenshot: ZDFzoom
Mehr Unterstützung von der Politik für Handwerksbetriebe fordert Herbert Dohrmann im ZDF.

"Tönnies und die Werkverträge". So lautete der Titel einer Dokumentation, die das ZDF am gestrigen Mittwochabend ausstrahlte. Dabei kam auch Herbert Dohrmann zu Wort. Der DFV-Präsident nutzte die Gelegenheit, um auf die Unterschiede zwischen Fleischerhandwerk und Fleischindustrie hinzuweisen.
Die halbstündige Sendung  aus der Reihe "ZDFzoom" beleuchtete die Hintergründe der aktuellen Situation in der Fleischindustrie. Die Redaktion sprach mit Mitarbeitern, Gegnern von Werkverträgen und Wissenschaftlern. Prof. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz beispielsweise beklagte das Übergehen der Verantwortung für die Mitarbeiter bei Werkverträgen an den Subunternehmer. "Sie kaufen Menschen über ein Werkvertragsunternehmen wie Sie Schrauben einkaufen."
Rinder - Weiderinder
(Bild: ViSoPi)

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Dass Werkverträge im Fleischerhandwerk kein Thema sind, unterstrich DFV-Präsident Herbert Dohrmann im Gespräch mit den ZDF-Redakteuren. Im Gegenteil: Die meisten seiner Mitarbeiter seien schon seit zehn, 15 Jahren bei ihm beschäftigt.

Auch den Preisabstand zwischen Handwerks- und Industrieware leitet Dohrmann anschaulich her. Dass Fleischwaren aus dem Fachgeschäft oftmals deutlich teurer sind als die SB-Ware beim Discounter habe nicht nur mit den höheren Löhnen im Handwerk zu tun, sondern auch mit den niedrigeren Kosten für Industriebetriebe. Die  amtstierärztliche Untersuchung, die Entsorgung von Schlachtabfällen und die EEG-Umlage nennt der Bremer als Beispiele. "Wir wollen in keiner Weise eine Vorzugsbehandlung haben, wir wollen nur gleich behandelt werden", unterstreicht der DFV-Präsident vor der Kamera und fordert damit mehr Unterstützung von der Politik.
Metzgerei
(Bild: jus)

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Hier geht's zur Sendung in der ZDF-Mediathek.
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