World Butchers‘ Challenge Junge Meister reißen Grenzen ein

Dienstag, 10. April 2018
Die glorreichen Sechs aus dem Butcher Wolf Pack beim Wettbewerb in Irland.
Foto: Butcher Wolf Pack
Die glorreichen Sechs aus dem Butcher Wolf Pack beim Wettbewerb in Irland.

Das Team „The Butcher Wolf Pack“ hat in Nordirland gezeigt, was Qualität ist. Wichtiger als die Platzierung ist die Wirkung in Deutschland.

von Arne Löffel

Schon drei Wochen ist es her, dass Philipp Sontag mit dem Butcher Wolf Pack bei der World Butchers‘ Challenge in Nordirland um die Krone der besten Fleischer gekämpft hat. Aber selbst jetzt, nach seiner Rückkehr aus Belfast in die heimische Metzgerei im baden-württembergischen Kißlegg, ist ihm die Begeisterung noch anzumerken. „Das war ne geile Nummer“, sagt er rückblickend, auch wenn Platz vier nicht genug für seine hohen Ansprüche an sich selbst ist. „Vor allem, weil alle, die nicht unter den ersten Drei waren, den vierten Platz bekommen haben“, setzt er hinzu.

Viel wichtiger als die eigentliche Platzierung beim Kampf um die besten Schnitte und Rezepte war Sontag und seinen fünf Mitstreitern um den Nürnberger Team-Captain Dirk Freyberger das Drumherum – und das Warum. „Der Event an sich war wirklich ein Erlebnis und die Woche in Nordirland mit 500 anderen Metzgermeistern aus der ganzen Welt eine richtige Bereicherung. Aber entscheidend ist doch, was wir nun daraus machen“, betont Sontag.

Der Butcher Wolf Pack hat den Blick daher fest nach vorn gerichtet: „In einem ersten Schritt wollen wir für uns und unsere Teams in den Metzgereien vor Ort die tollen Kontakte nutzen, die wir aus Belfast mitgebracht haben“, so Sontag. Wenn nun ein Geselle bei ihm im Betrieb den Wunsch habe, mal im Ausland in eine Fleischerei reinzuschnuppern, vielleicht einen Monat in Australien in einer Metzgerei zu arbeiten, dann könne er nun zum Telefon greifen und seine neuen internationalen Kontakte nutzen.

„Richtig gut wäre es, wenn wir diese Kontakte für alle anderen deutschen Metzger nutzen könnten. Hier gibt es bereits Gedankenspiele, aber spruchreif ist noch nichts“, so der Meister, der als Gastdozent an der Berufsschule arbeitet. Übergeordnetes Ziel sei bei allen Aktivitäten des Butcher Wolf Pack, das angekratzte und angestaubte Image des Fleischerhandwerks beim Nachwuchs zu verbessern. „Wir müssen die jungen Menschen da abholen, wo sie sind. Daher sind wir stark in Social Media aktiv, wurden in Irland eine Woche von einem ZDF-Kamerateam begleitet“, berichtet Sontag.
WBC - deutsch
(Bild: WBC)

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Das Netzwerken mit den internationalen Kollegen habe darüber hinaus gezeigt, dass alle mit den gleichen Problemen kämpfen. „Zu viele Supermärkte, zu wenig Handwerk und zu wenig Nachwuchs.“ Und es habe sich einmal mehr gezeigt, wie positiv das deutsche Fleischerhandwerk in der Welt wahrgenommen werde. „Wir galten als Favoriten und waren die einzigen, die das Tier restlos verarbeitet haben“, sagt Sontag, „aber ich habe noch nie jemanden so gut einen Rollbraten binden sehen wie die Franzosen.“ 

Die Sendung „Drehscheibe“ des ZDF berichtet über das Team „The Butcher Wolf Pack“ aus Belfast. Zur Mediathek.

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