World Butchers‘ Challenge Ring frei für Belfast

Dienstag, 13. März 2018
Ausprobieren, üben, verkosten. Ein Teil des Team Wolf Pack bei der Vorbereitung auf den internationalen Wettbewerb.
Foto: Butcher Wolf Pack
Ausprobieren, üben, verkosten. Ein Teil des Team Wolf Pack bei der Vorbereitung auf den internationalen Wettbewerb.

Der große Tag rückt näher, die Spannung steigt: Am Mittwoch, 21. März, startet erstmals eine deutsche Mannschaft unter dem originellen Namen „The Butcher Wolf Pack“ bei der World Butchers’ Challenge (WBC) im nordirischen Belfast.
Zehn Mitstreiter hat Team-Captain Dirk Freyberger aus Nürnberg für die inoffizielle Mannschafts-Weltmeisterschaft der Fleischer um sich geschart und hofft gegen die Konkurrenz aus elf Nationen auf ein gutes Ergebnis – und insgeheim sogar auf eine Sensation: „Wenn alle einen guten Tag haben, können wir es reißen!“

Aber das wird alles andere als leicht: Irland, die USA, Großbritannien, Australien, Südafrika, Italien, Bulgarien, Neuseeland, Brasilien, Griechenland und natürlich Titelverteidiger Frankreich schicken Teams ins Titanic Exhibition Centre in Belfast. Zu den Favoriten zählen neben den englischsprachigen Nationen auch die Italiener. Und vielleicht die Neulinge aus Deutschland?

Dirk Freyberger hatte im Herbst 2017 beim Kurs zum Fleischsommelier an der Fleischerschule Augsburg die Idee einer Teilnahme und stellte eine Crew mit erfolgreichen Fleischern und jungen Talenten zusammen, die aus Bayern, Baden-Württemberg, dem Rheinland oder Hamburg stammen. „Das ist die Königsdisziplin, und dafür braucht es nicht nur handwerkliche Könner, sondern gute Teamplayer. Was zählt, ist die Zusammenarbeit“, betont der 34-Jährige. Jede Mannschaft besteht aus sechs Mitgliedern, zudem gibt es Einzelwettbewerbe für „Young Butchers“ und „Butcher Apprentices“ (Lehrlinge).
Das Logo des deutschen Teams „The Butcher Wolf Pack“.
Foto: Butcher Wolf Pack
Das Logo des deutschen Teams „The Butcher Wolf Pack“.
An fehlender Vorbereitung wird es nicht scheitern. Neun mal traf sich die deutsche Auswahl seit November zu anstrengenden Trainingstagen in der Fleischerschule Augsburg und zuletzt in der Stuttgarter Mega. Denn bei der alle zwei Jahre stattfindenden WM geht es heiß her:

In drei Stunden und 15 Minuten müssen ein halbes Rind, ein halbes Schwein, ein ganzes Lamm und fünf Hähnchen zerlegt, verarbeitet und verkaufsfertig präsentiert werden. Und zwar im Sinne der Ganztierverwertung „from nose to tail“. In die Bewertung geht die abschließende Dekoration in einer 7,20 x 1,50 m langen Theke aber nur zu 30 Prozent ein – eine Jury benotet zuvor Kriterien wie Zusammenarbeit, Hygiene und Sauberkeit am Arbeitsplatz oder Erscheinungsbild.

Jede Mannschaft darf selbst entscheiden, zu welchen Produkten sie die Rohstoffe veredelt. Für die deutsche Theke hat man gemeinsam viele Ideen ausgetüftelt – von modernen Steak-Cuts und attraktiven Rollbraten über Rouladen und „Picania am Spieß“ (Tafelspitz) bis zu Tatar-Delikatessen und Würsten in Schwarz-Rot-Gold. Vielleicht lauert da ja noch Edelmetall extra: Sonderpreise werden bei der WBC auch für Einzelprodukte wie die beste Rinds- oder Schweinsbratwurst vergeben.
„Wir wollen die Abwärtsspirale von Personalmangel, Preisdumping und schlechter Presse durchbrechen.“
Dirk Freyberger
Ein möglicher Sieg ist für Dirk Freyberger freilich nur die eine Seite der Medaille: „Wir wollen in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für unseren Beruf verändern helfen. Wir wollen zeigen, was unser Handwerk als wertvolles Bindeglied zwischen Landwirten und Verbraucher täglich leistet und die Abwärtsspirale des Personalmangels, Preisdumpings und der schlechten Presse durchbrechen.“

Der Metzgerberuf solle hierzulande ebenso angesehen sein wie in Frankreich als „Traiteur“ oder in den USA der „Master Butcher“. Für dieses Ziel seien alle Team-Mitglieder voll motiviert und sogar mit eigenem Kapital in Vorleistunggegangen.
Inzwischen haben sich mehrere Sponsoren gefunden; Unterstützer sind auch der Deutsche Fleischer-Verband und der Fleischerverband Bayern, dessen stellvertretender Landesinnungsmeister Werner Braun als Teammanager fungiert. Für den Wettbewerbstag hofft man auf einen Livestream aus Belfast, damit die Fans in Deutschland das Event miterleben können. Im Vorfeld berichteten überregionale Medien wie die „Süddeutsche Zeitung“. Ein Fernsehteam des ZDF wird das Team in Belfast auf Schritt und Tritt begleiten.

Die letzten Trainings sind vorüber, die Ausrüstung ist bereits per Schiff unterwegs nach Nordirland. Am Donnerstag, 15. März, steigt das „Butcher Wolf Pack“ in Frankfurt ins Flugzeug. In Belfast dann fünf Tage Rahmenprogramm, Training vor Ort, bevor der Kampf um die Krone startet.

Weblinks

+ Butcher Wolf Pack (Webseite)
+ Butcher Wold Pack (Facebook)
+ World Butchers' Challenge (Webseite)
+ World Butchers' Challenge (Facebook)

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