Preis und Qualität im Wettbewerb
Renate Kühlcke

Preis und Qualität im Wettbewerb

Dienstag, 09. April 2013

Kommentar von Renate Kühlcke

Der in den vergangenen Jahren zuverlässig wachsende Geflügelfleischmarkt hat in Deutschland an Dynamik verloren. Und das, obwohl die Erzeugerseite nur knapp ihr Rekordergebnis aus 2011 verfehlte.

Im Vergleich zum Schweinefleisch fällt der Konsumrückgang allerdings deutlich geringer aus. Rückblickend hat der Absatz aller Fleischarten unter der schlechten Grillsaison im vergangenen Jahr gelitten. Dass weniger Geflügelfleisch auf deutschen Tellern landete, dürfte eben auch den heftigen Schlagzeilen um die Haltung der Tiere und den missbräuchlichen Einsatz von Antibiotika geschuldet sein. Hier steuern die Akteure eindrucksvoll gegen, und es entwickelt sich inzwischen Beispielhaftes in Sachen nachhaltigere Produktion – für den deutschen Markt. Denn die Zielgruppe für 30 Prozent teureres, tiergerecht erzeugtes Geflügelfleisch kauft vor allem hier ein.

Die Exporte von Geflügelfleisch aus Deutschland haben in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt, das spricht für die Leistungsfähigkeit der Unternehmen. Dass gleichzeitig immer mehr Geflügelfleisch importiert wird, zeigt aber eben auch, dass dieser Markt ein äußerst preissensibler ist. Analysten zufolge soll im Jahr 2018 die globale Erzeugung von Geflügelfleisch mengenmäßig die von Schweinefleisch überholen. Ein harter Wettbewerb zwischen Preis und Qualität ist da vorprogrammiert.
Quelle: afz – allgemeine fleischer zeitung 15/2013
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