Ernährungsstrategie: Unser Essen braucht mehr...
Jörg Schiffeler
Ernährungsstrategie

Unser Essen braucht mehr Wissen und weniger Ideologie

Dienstag, 01. November 2022

FRANKFURT Fleisch gehört dazu. Das titelte die afz bereits in der ersten Ausgabe des Jahres 2018.

Damals wie heute die Erkenntnis: Herzhafte Spezialitäten stehen ganz oben auf dem täglichen Speiseplan. Seinerzeit präsentierte der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt die Ergebnisse des Ernährungsreports seines Ressorts.

Umfragen zu Verzehrgewohnheiten sind beliebt und bescheren vielen Marktforschungsunternehmen ein sattes Honorar. Das wird so bleiben. Schließlich suchen viele nach „den Konsummustern“ und Antworten, wie die Veränderung weiter voranschreitet. Das ist spannend, zumal Ernährungsfragen immer häufiger auch mit Antworten zum Klimaschutz erwidert werden. Und das ist nicht immer sachlich.

Fleisch ist eines unserer wertvollsten Mittel zum Leben. Es zu ersetzen ist durchaus möglich, ernährungspysiologisch aber nicht ganz so einfach. Man muss aufpassen, dass man dem Körper dennoch das bietet, was er braucht. Mit dem Einwurf einer Nahrungsergänzungspille ist es nämlich nicht getan. Die Ernährung muss immer ausgewogen und maßvoll sein. Und an Bewegung darf es ebenfalls nicht mangeln. Hier muss das Allgemeinwissen elementar vertieft werden!

Dieser Aspekt spielt in der öffentlichen Diskussion so gut wie keine Rolle. Stattdessen streiten wir immer noch um die Finanzierung von mehr Tierwohl oder um die Einführung von Veggie-Mahlzeiten in Kitas und Schulen. Es ist noch nicht so lange her, dass die Regierenden ein Schulobstprogramm sowie Frühstücksoffensiven für die Kleinsten auflegten, weil beides in vielen Haushalten morgens nicht aufgetischt wird. Das liegt nicht immer am Wissen, sondern auch am Geld. Jetzt argumentiert man, dass außerhalb von Kindergarten und Penne zu viel Fleisch verzehrt werde.

Ernährungsfragen sollten dringend von weniger Ideologie und von mehr Realismus geprägt sein. Nur dann lassen sich Strategien entwickeln, wie der Konsum klüger und nachhaltiger werden kann.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 44/2022
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