Fachkräftesicherung: Mitstreitende gewinnen u...
Jörg Schiffeler
Fachkräftesicherung

Mitstreitende gewinnen und binden

Dienstag, 10. Mai 2022

FRANKFURT Schon bemerkt: Erste Mitglieder der „Baby-Boomer-Generation“ treten in den Ruhestand ein.

Das ist die Gruppe der geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1955 und 1969. Das führt dazu, dass immer mehr Beschäftigte den Arbeitsmarkt verlassen, als neue Erwerbstätige hinzukommen. Davon betroffen sind alle Berufe – vom Akademiker über den Hilfsarbeiter und Gesellen bis zum Zerlegemeister.

An der Nachwuchsfront sieht es nicht besser aus: Einem steigenden Angebot an Ausbildungsplätzen steht eine sinkende Nachfrage nach Lehrstellen gegenüber, weil die Geburtenrate seit dem Jahr 1965 sinkt. Schlussendlich buhlen immer mehr Unternehmen um eine immer kleiner werdende Gruppe. Umso wichtiger ist es, dass sich die Fleischerberufe authentisch, chancenreich, modern, verantwortungsvoll und sympathisch präsentieren. Schließlich steht die Ausbildung zur Fleischerin oder zum Fleischer sowie zum Fachverkäufer oder zur Fachverkäuferin in der Gunst junger Menschen nicht an der Spitze der Traumberufe.
„Das Recruiting von heute funktioniert nicht mehr mit den Rezepten von gestern.“
Jörg Schiffeler, Chefredakteur
Der Pandemie ist es geschuldet, dass Ausbildungsmessen nicht oder nur eingeschränkt stattfanden. Die große Bühne für die Präsentation des eigenen Betriebs bieten nicht erst seit neuestem die verschiedenen Social-Media-Kanäle. Haben Sie Mut einzusteigen, wenn das für Sie Neuland ist. Der Zug ist noch nicht abgefahren. Man muss verinnerlichen, dass das Recruiting von heute nicht mehr mit den Rezepten von gestern funktioniert. Zur Unterstützung gibt es Profis.

Den Klagen über knappe personelle Ressourcen sollte eine Analyse des Personalbedarfs gegenüberstehen – unabhängig von der Frage, ob das wirtschaftlich abbildbar ist. Die nötige Auseinandersetzung mit erforderlichen Zugängen in Folge bevorstehender Abgänge (in die Rente), die Nachbesetzung von Führungspositionen – beispielsweise in der Filiale oder in der Wurstküche – gehören in den Fokus von Chef und Chefin.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 19/2022
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