Öko-Markt: Ware sichern, wenn’s knapp wird
Jörg Schiffeler
Öko-Markt

Ware sichern, wenn’s knapp wird

Dienstag, 22. Februar 2022

FRANKFURT Die Nachfrage nach Bio-Qualität steigt weiter.

Die Wachstumsraten können sich sehen lassen, auch wenn das Niveau in Euro gemessen gegenüber konventionellen Erzeugnissen immer noch niedrig bleibt. Zur Einordnung: Laut Branchenreport des BÖLW gaben die Bundesbürger im Jahr 2021 für Biolebensmittel und -getränke insgesamt 15,87 Mrd. Euro aus. Zur Einordnung: Die Fleischer-Fachgeschäfte erzielten 2020 nach Angaben des Deutschen Fleischer-Verbands einen Gesamtumsatz von 17,57 Mrd. Euro und der Lebensmitteleinzelhandel erwirtschaftete laut Statista im vergangenen Jahr Erlöse von 149 Mrd. Euro.

Mit der anziehenden Nachfrage nach Biolebensmitteln steigt zwar die ökologisch bewirtschaftete Fläche, gleichzeitig kann das Angebot an Fleischqualitäten von Rindern, Schweinen und Geflügel von Bio-Höfen nicht Schritt halten. Die Lücken auf dem Fleischmarkt werden mit Importware gefüllt, was den wenigsten Kunden an Theke und SB-Regal klar sein dürfte. Die Begehrlichkeit um den Rohstoff Biofleisch wird unaufhaltsam zunehmen, wenn Supermärkte und Discounter ihr Sortiment vollständig auf deutsche Herkunft – wie von vielen Händlern angekündigt – umstellen werden.

Ob die Verbraucher auch nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen spürbar häufiger zu Biofleisch greifen, bleibt abzuwarten. Die Möglichkeiten, Geld in die Hand zu nehmen, werden dann wieder mehr. Wegen der anhaltend hohen Inflation sitzt es jedoch nicht lockerer im Portemonnaie.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 8/2022
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