Ranking der Fleischwirtschaft 2022: Damit das...
Sandra Sieler
Ranking der Fleischwirtschaft 2022

Damit das Wirtschaften wieder Spaß macht

Dienstag, 22. November 2022

FRANKFURT Knapp 100 Unternehmen mit jeweils mehr als 50Millionen Euro Umsatz. Dazu die kleinen Mittelständler ebenso wie das deutsche Fleischerhandwerk

Der Markt für Fleisch und Wurst hierzulande ist eindrucksvoll und vielfältig. Wie klein nimmt sich dagegen (noch) der Markt für die fleischfreien Alternativen aus: Im Jahr 2021 kauften die Bundesbürger Fleischersatzprodukte im Wert von 458,2 Millionen Euro ein. Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz mit Fleisch und Fleischerzeugnissen aus deutscher Produktion lag bei 35,6Milliarden Euro.

Aktuell fühlen sich die Hersteller aber zerrieben zwischen den steigenden Ansprüchen der Politik und ihrem mangelnden Bekenntnis zur Nutztierhaltung in Deutschland ebenso zwischen steigenden Kosten und dem wieder mehr auf den Preis schielenden Endkunden. In der Kostenfalle stecken alle, ob groß oder klein. Die Frage ist, wer besser damit zurecht kommt: entweder über Skaleneffekte oder über ein unverwechselbares Angebot, einen guten USP. Einige Unternehmen werden es auch nicht schaffen, dem jetzt durch die explosionsartige Teuerung der Energie nochmals verschärften Kostendruck auf Dauer Stand zu halten, dazu muss man kein Prophet sein.
„Die Politik sollte erkennen, dass Fleisch und Wurst zur DNA unseres Landes gehören und ein Stück unserer Kultur ausmachen.“
Sandra Sieler, stellvertretende Chefredakteurin
Die Politik sollte erkennen, dass – trotz des gebremsten Konsums – Fleisch und Wurst zur DNA unseres Landes gehören und damit ein Stück unserer Kultur ausmachen. Und mit Verlaub: Der Gedanke, dass das Aussitzen der Finanzierungsfrage bei der Transformation gewollt ist, um die hiesigen Tierbestände zu reduzieren und am liebsten gleich zu halbieren, ist unerträglich.

Wir müssen über Klimaschutz reden und über Tierschutz. Und wir müssen handeln. Das ist unstrittig. Doch gilt es, die Weichen jetzt so zu stellen, dass die Unternehmen, die für diese einzigartige Vielfalt an Genüssen stehen, weiter Luft (und auch Lust) haben, morgen noch auskömmlich zu wirtschaften. Das bedeutet in erster Linie eine unkomplizierte Hilfe bei den Energiekosten und eine verlässliche Perspektive für die Tierhaltung in Deutschland.

Hier geht's zur vollständigen Analyse der Entwicklungen in den Top 100 der Fleischwirtschaft.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 47/2022
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