Nachhaltigkeit: Auf Partnersuche
Sandra Sieler
Nachhaltigkeit

Auf Partnersuche

Dienstag, 10. Mai 2022

FRANKFURT Mehr Klimaschutz, mehr Tierwohl, mehr Gesundheit. Es gibt reichlich Gründe, weniger Fleisch zu essen.

Den Konsum von Schnitzel, Fleischwurst und Co. einzuschränken ist inzwischen mehr als ein kurzlebiger Trend. Kommende Generationen werden außerdem noch mehr an Alternativen aus Pflanze, Labor oder dem 3D-Drucker zur Verfügung haben, so dass mit einer schnellen Trendumkehr „pro Fleisch“ kaum zu rechnen ist.

Dass immer weniger Tierisches auf den Teller kommt, liegt vor allem an der wachsenden Zahl der Flexitarier, also jener Konsumenten, die zwar weniger Fleisch essen, dafür aber bewusster einkaufen. Für diese anspruchsvolle Klientel ist das Fleischerhandwerk der ideale Partner, denn es ermöglicht Genuss mit gutem Gewissen. Allerdings: Nicht nur die Nachfrage nach Fleisch in Deutschland sinkt, sondern in zuletzt dramatischer Weise auch das Angebot. Immer mehr Landwirte ziehen sich aus der Tierhaltung zurück. Und so lange es kein eindeutiges Signal aus Berlin gibt, wie der Umbau der Nutztierhaltung aussehen soll, stehen die Zeichen wohl weiter auf Bestandsabbau. Vielleicht ist auch das das Kalkül der Regierenden.

Für den Fleischer in jedem Fall bedeutet das, seine Quellen frühzeitig, partnerschaftlich und nachhaltig abzusichern. Schließlich ist der Kampf um den Rohstoff längst entbrannt. Da genügt ein Blick auf die galoppierenden Rindfleischpreise.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 19/2022
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