87. Grüne Woche: Liveticker zur Messe
87. Grüne Woche

Liveticker zur Messe

Messe Berlin
Nach zwei Jahren Corona-Pause ist die Grüne Woche 2023 wieder "live".
Nach zwei Jahren Corona-Pause ist die Grüne Woche 2023 wieder "live".

BERLIN Hier finden Sie regelmäßig aktualisierte Nachrichten von der weltweit wichtigsten Ausstellung für die Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Auf der Internationalen Grünen Woche diskutieren Lobbyisten, Politiker, Unternehmer und Verbraucher Fragen der Tierhaltung und Ernährung. Hier erfahren Sie, welche  Neuigkeiten es gibt und zu welchen Veranstaltungen es sich lohnt, vorbeizuschauen.

Das vom BMEL im Bundesprogramm Nutztierhaltung geförderte Projekt "Nationales Tierwohl Monitoring" finden Sie in Halle 23a. Sie erhalten Infos zum Projekt und können am Modell-Schwein lernen, wie Tierwohl gemessen wird.
BMEL
Das vom BMEL im Bundesprogramm Nutztierhaltung geförderte Projekt "Nationales Tierwohl Monitoring" finden Sie in Halle 23a. Sie erhalten Infos zum Projekt und können am Modell-Schwein lernen, wie Tierwohl gemessen wird.

Gemeinsam Lebensmittel retten

Auf der Grünen Woche hat die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mit TooGoodToGo, den Tafeln und Mondelēz gesprochen und erfahren, wie ihre verschiedenen Initiativen ineinandergreifen.

Termine Samstag, 28. Januar 2023

Digitalisierung & Innovation im Kuhstall: Moderne Konzepte. Wie sieht der Kuhstall der Zukunft aus und welche Technologien sind dort bereits zu finden? Von Robotern, Apps und Technik im Kuhhalsband für mehr Tierwohl: Mark Döhring (Milchbauer und Agrarscout) und Friedrich Rosenthal (Landwirt und Tierarzt) sprechen über ihre Arbeit und Projekte, die die moderne Milchwirtschaft nicht nur nachhaltiger und produktiver machen, sondern auch die Gesundheit der Tiere an erste Stelle setzen.
ErlebnisBauernhof, Halle 3.2, 11:45 - 12:15 Uhr

Nachhaltigkeit messen – aber wie?
Tomke Lindena, Agrarwissenschaftlerin sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin des QM-Nachhaltigkeitsmoduls Milch am Thünen-Institut, erklärt im Gespräch, warum Nachhaltigkeit in der Milchwirtschaft ein komplexes Thema ist und warum die Messung von Nachhaltigkeit gar nicht mal so einfach ist.
Studio ErlebnisBauernhof, Halle 3.2, 16:45 - 17:15 Uhr

Termine Sonntag, 29. Januar 2023

Digitalisierung & Innovation im Kuhstall: Moderne Konzepte. Wie sieht der Kuhstall der Zukunft aus und welche Technologien sind dort bereits zu finden? Von Robotern, Apps und Technik im Kuhhalsband für mehr Tierwohl: Mark Döhring (Milchbauer und Agrarscout) und Friedrich Rosenthal (Landwirt und Tierarzt) sprechen über ihre Arbeit und Projekte, die die moderne Milchwirtschaft nicht nur nachhaltiger und produktiver machen, sondern auch die Gesundheit der Tiere an erste Stelle setzen.
ErlebnisBauernhof, Halle 3.2, 11:45 - 12:15 Uhr

Bayern präsentiert: Weideschuss/ Wiggensbach Milch und Fleisch gehören zusammen & ökologisch nachhaltige Käseproduktion.
Bühne Bayern, Halle 22.b, 13:45 - 14:00 Uhr

Nachhaltigkeit messen – aber wie?Tomke Lindena, Agrarwissenschaftlerin sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin des QM-Nachhaltigkeitsmoduls Milch am Thünen-Institut, erklärt im Gespräch, warum Nachhaltigkeit in der Milchwirtschaft ein komplexes Thema ist und warum die Messung von Nachhaltigkeit gar nicht mal so einfach ist.
Studio ErlebnisBauernhof, Halle 3.2, 16:45 - 17:15 Uhr

Grüne-Sauce-Gin und Quinoa

Bei den Ausstellern in der „Hessenhalle“ 22a spielt die regionale Herkunft der Zutaten eine große Rolle. Die Upländer Bauernmolkerei, die von gut 110 Öko-Höfen in Hessen betrieben wird, vermarktet regional Joghurt, Butter, Sahne, Buttermilch und – das darf in Hessen nicht fehlen – Handkäse. Die Privatbrauerei Pfungstädter braut aus hessischer Braugerste Edelpils, macht aber auch Grapefruit-Radler und Holunder-Johannisbeer-Limo. Der Franzehof Mauswinkel hat Eier von Weidehühnern dabei, außerdem Landnudeln, Apfel-Balsamico von der Streuobstwiese und Hühnersuppe im Glas. Und die Familienkelterei Walther schenkt elf Varianten Apfelwein aus (darunter Wild Walther mit Marula und die Rum Edition), aber auch selbstgemachte „Gadde-Limo“ (übersetzt: Garten-Limo) Himbeer-Zitrone oder Johannesbeere.

Der „Gin Sieben – Frankfurt Dry Gin“ von der Brennerei Henrich aus dem Main-Taunus-Kreis besteht neben dem klassischen Wacholder auch aus den sieben Kräuter der Frankfurter Grünen Sauce. Die jüngsten Renner der Brennerei sind der „Mandarina Dry Gin“, der Mandarina Likör und ein Butterscotch Whiskey. Ein ganz neues hessisches Produkt ist Quinoa. Seit sechs Jahren baut der Agrarwissenschaftler Johannes Grenzebach das ursprünglich aus Südamerika stammende Getreide auf dem elterlichen Hof in der Wetterau an. Inzwischen hat er unter dem Label Mudda Natur eine ganze Produktpalette im Angebot. Vollkorn-Quinoa und Quinoa-Pops als Topping für Joghurt oder Salat. Außerdem Quinoa-Nudeln, die nur eine Minute kochen müssen, einen Butternut-Quinoa-Aufstrich und Quinoa-Schokostückchen mit Haselnuss. Alle, die sich durch hessische Klassiker und kulinarische Newcomer wie Eiscreme Grie Soß‘ (Grüne Sauce) probieren wollen, sind hier richtig.
Hessen Halle 22a

Salz aus Swanetien und Wein aus Amphoren

In Georgien sollte man zum Lachen ruhig in den Keller gehen. „Im Amphorenkeller ist nämlich keine schlechte Laune erlaubt“, scherzt Mamuka Japharidze und schenkt ein Glas Kisi Qvevri von dem Weingut Chelti ein – einen bernsteinfarbenen Weißwein, der gleichzeitig sanft und sehr aromatisch schmeckt nach Birne, Quitte, Sanddorn und Honig. Ein perfekter Begleiter zu Nüssen, Käse oder anderem kräftigen Essen. „Alle unsere Weine sind Naturweine oder mit Naturfiltern geklärt“, erläutert Japharidze. Naturwein heißt, dass die Weine nicht gefiltert werden, sondern die Maische sich absetzt. So wie bei den Qvevri-Weinen, die eine georgische Besonderheit sind: Die Trauben werden mit der Schale monatelang in Ton-Amphoren – den Qvevris – vergoren, die in der Erde stecken. Der Boden hält die Temperatur konstant. Danach wird der Kisi Qvevri von Chelti von der Maische getrennt und reift dann nochmals ein Jahr lang in einer Amphore.

Es sind vor allem junge Produzentinnen und Produzenten, die in Halle 11.2 Georgien vertreten sind. So wie Tamar Kvaratshkhelia, mit 26 Jahren Georgiens jüngste Honigproduzentin und einer der wenigen Frauen im Business. Sie exportiert ihren Honig nach London, Kuwait und Südkorea, hat mittlerweile auch Körperpflege im Programm und entwickelt gerade Honigkuchen. Oder Tamazi Kakushadse, der reinen Kirsch- und Traubensaft ohne Zuckerzusatz herstellt sowie Wodka in fünf Geschmacksrichtungen und mit seiner Firma Khilari Flüchtlingen Arbeit gibt. Insgesamt 15 Hersteller und die Tourismusbehörde stellen aus. In der Showküche bereitet Koch Mamukel Gorelashvili, der in Estland ein georgisches Restaurant führt, jeden Tag ab der Mittagszeit georgische Spezialitäten zum Probieren zu – köstliches, heißes Khachapuri-Brot zum Beispiel, gefüllt mit mildwürzigem geschmolzenen Käse. Oder Teigtaschen mit Fleisch, Auberginen mit Walnüssen, Spinatpaste mit Nüssen. Wer sich den Geschmack Georgiens in die eigene Küche holen will, kann Salz aus Swanetien kaufen: ein Gewürzsalz unter anderem mit Knoblauch, Koriander und rotem Pfeffer. Oder die klassische Gewürzmischung Khmeli suneli aus dem Kaukasus. Außergewöhnlich ist auch der „Jara Chunk Honey“ – ein Honig von Wildbienen. Die Bienenstöcke stehen im Wald und haben die Form hohler Baumstämme.
Mamukel Gorelashvili führt in Estland ein georgisches Restaurant.
Messe Berlin
Mamukel Gorelashvili führt in Estland ein georgisches Restaurant.
Und was man auf jeden Fall probieren sollte, sagt George Avaliani: den Chacha (gesprochen: Dschatscha), ein georgischer Traubenschnaps – „wie italienischer Grappa, aber intensiver, stärker und aromatischer“, zu finden am Stand Riravo. „Trinken hilft“, steht dort auf einem Schild. Na, dann: Prost! Oder auf Georgisch: Gaumarjos! (Autorin: Marion Meyer-Radke/Messe Berlin)
Georgien Halle 11.2.

Tweet des DBV
DBV
Tweet des DBV

Langer Freitag

bei der Grünen Woche. Heute Abend bleiben die Hallen bis 20 Uhr geöffnet.

Termine Freitag, 27. Januar 2023

Auf dem ErlebnisBauernhof rocken die AgrarScouts die Bühne
11:00 – 11:30 Uhr: Vorstellung des Agrarscout-Projekts und Talkrunde
12:50 – 13:20 Uhr: Talk Agrarscouts: Warum direkter Kundenkontakt so wichtig ist
15:00 – 15:30 Uhr: Talk zum Thema Landwirtschaftliche Ausbildung
16:30 – 17:00 Uhr: Publikumsdiskussion mit Agrarscouts
17:30 – 18:00 Uhr: Vorstellung des Agrarscout-Projekts und Talkrunde
18:30 – 19:00 Uhr: Auktion: Direktvermarktungsprodukte von den Höfen der Agrarscouts
ErlebnisBauernhof, Halle 3.2

Tierschauprogramm IGW 2023
Tierhalle, Halle 25, 12:00 - 14:00 Uhr


Bayern präsentiert: Weideschuss Wiggensbach. Milch und Fleisch gehören zusammen
Bühne Bayern, Halle 22.b, 13:45 - 14:00 Uhr

Leckereien von morgens bis abends

Einmal über die Grüne Woche, das dauert gut den ganzen Tag. Damit die Gäste dabei nicht vom Fleisch fallen, gibt’s auf der Messe vom Frühstück bis zum Abendessen alles, was das kulinarische Herz begehrt – Brötchen, Teilchen und Brezeln schon vormittags in der Schaubäckerei (Halle 3.2), mittags Köstlichkeiten aus aller Welt auf dem Streetfood Markt (Halle 1.2), zum Kaffee frischen Baumkuchen aus Litauen (8.2) und zum Abendessen Käsedöner aus der Schweiz (4.2). Futter fürs Gehirn bekommen Besucherinnen und Besucher den ganzen Tag über beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (23a), in der Halle 27 oder beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Halle 10.2.

Altes und neues Superfood

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft stellt dieses Jahr Powerfrüchte in den Mittelpunkt: Am Beispiel der Hülsenfrüchte wird gezeigt, welches Potenzial in Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen für eine nachhaltige und klimaschonende Landwirtschaft steckt. Warum das so ist, erfahren Besucher am BZL-Stand und online.
Halle 23a (Themeninsel Klimaschutz und Nachhaltigkeit)

Dünger, Fisch-Alternative, Saatgut-Test

Bei den Start-up-Days haben zehn junge Unternehmen Ideen vorgestellt, die die Agrar- und Ernährungsindustrie revolutionieren könnten. Eine siebenköpfige Expertenjury aus der Land- und Ernährungswirtschaft und von der Hochschule Neubrandenburg hat die Finalisten begutachtet und gleich drei Gewinner gekürt. In der Sparte „Innovation“ überzeugte das Startup „Nunos“ aus Köln, das ein Verfahren aus der Raumfahrt zur biologischen Aufbereitung von Gülle und Gärresten einsetzt, um „grünes“ Düngemittel zu gewinnen. Im Bereich „Nachhaltigkeit“ wurde das junge Unternehmen „BettaF!sh“ aus Berlin ausgezeichnet, das vegane Produkte aus Meeresalgen und Ackerbohnen herstellt.
Gesamtsieger der Start-up-Days 2023 ist das Unternehmen „Seedalive“ aus Osnabrück. Es verkürzt die Qualitätskontrolle von Saatgut von aktuell 14 Tagen auf gerade mal vier Stunden. Mit Hilfe eines Keimfähigkeitsschnelltests als Kit-Lösung haben landwirtschaftliche Betriebe binnen kürzester Zeit Klarheit darüber, ob Saatgut vital, alternd oder schon tot ist.
„Innovation und Erfindergeist sind oft auf dem Lande zu Hause.“
Cem Özdemir bei der Eröffnungsrede zum 16. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung

Mehrweg-Ideen aus Brandenburg

In der Brandenburg-Halle ist unter anderem der Gewinner der letzten Start-up Days zu finden: Der nachhaltige Lieferdienst Marktkost aus Potsdam. Das von Laura-Maria Horn gegründete Unternehmen bezeichnet sich als Mikro-Online-Kantine für die Mitarbeiterversorgung kleiner und mittelständischer Unternehmen. „Wir wollen dafür Sorge tragen, dass die Menschen bei der Arbeit etwas Vernünftiges essen können und dabei keinen Verpackungsmüll verursachen“, erläutert  Mitgründer Benjamin Hologa. Mitarbeitende können täglich zwischen sechs unterschiedlichen Gerichten wählen, die jeweils am Montag für die gesamte Woche geliefert werden. Das Speisenangebot variiert von Woche zu Woche, von den sechs frischen Gerichten, die fertig zubereitet in Gläsern geliefert und nur noch erwärmt werden müssen, sind immer vier entweder vegetarisch oder vegan.

Zudem präsentieren die Geschwister Juliane und Adrian Spieker aus Wildau ihr Pfandbox MehrwegsystemPfabo“ als Alternative zur Einwegverpackung für Lebensmittel. Als Material verwendet das Unternehmen reines Polypropylen. Derzeit sei das im Vergleich zu allen anderen sorgsam geprüften Materialien die ökologischste Lösung für Pfabo, so die Spiekers. Aktuell werden die Boxen von Pfabo, die es in unterschiedlichen Größen gibt, in mehr als 90 Ausgabestellen innerhalb Deutschlands verwendet, darunter zum Beispiel der Biosupermarkt-Filialist Bio Company.
Halle 21a

Tiere auf der Messe

Auch wenn das Forum Moderne Landwirtschaft inzwischen bewusst darauf verzichtet, Tiere mit zur Grünen Woche zu bringen (siehe Interview), können Besucher auch in diesem Jahr mit Kuh & Co. in Kontakt kommen – in der (Tier-)Halle 25 und der Erlebniswelt Heimtiere in Halle 26c, auf der Aussteller Rassekatzen und -hunde sowie weitere exotische Hausgenossen präsentieren.

Die Tierhalle zeigt sich in diesem Jahr erstmals mit einem neuen Konzept, die Tiere sollen mehr Platz und Ruhe haben. „Die menschlichen Gäste erwartet eine moderne, nach nachhaltigen Prinzipien gestaltete Halle und der unmittelbare Kontakt zu Rindern, Pferden, Schafen und Co“, verspricht der Veranstalter. Schweine werden aufgrund der Afrikanischen Schweinepest wie zur vergangenen Grünen Woche 2020 nicht zu sehen sein. Auch auf Geflügel wird wegen der Gefahr der Geflügelpest dieses Jahr verzichtet. Aber zum ersten Mal sind auf der Grünen Woche Spreelandalpakas zu bestaunen. Tipp: Warm anziehen, in der Halle 25 ist es recht frisch.
Grüne-Woche-Novizen: Spreeland-Alpakas
Messe Berlin
Grüne-Woche-Novizen: Spreeland-Alpakas

Brandenburg präsentiert: Perleberger Senf

Die Marke Perleberger Senf wurde 1896 gegründet und ist damit die älteste noch bestehende Regionalmarke der Stadt Perleberg. Zu DDR-Zeiten wurde der Senf in großen Fabriken in Stavenhagen und in Altenburg hergestellt und ab 2001 in Perleberg produziert. Die Marke hielt sich zunächst wacker, bis 2019 das Aus drohte. Anfang 2020 erwarb der Unternehmer Patrick Lange die Rechte am Rezept, belebte die Tradition des Perleberger Senfs wieder und stellt die Delikatesse nach dem Originalrezept in Handarbeit her.
Brandenburg Schaufenster Handwerk, Halle 21a, Donnerstag, 10:00 - 18:00 Uhr

Termine Donnerstag, 26. Januar 2023

Siegerehrung Wettbewerb „GemeinsamStarkSein“. Mit dem Wettbewerb zeichnet die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) originelle und erfolgreiche Projekte der ländlichen Entwicklung aus. Das Thema 2022: Mit dem Klimawandel umgehen. Weiter Infos gibt es hier.
Halle 23A, 14.30 Uhr

Projekt NALAMKI – Einsatz von Künstlicher Intelligenz für eine nachhaltigere Landwirtschaft10:30 – 12:00 Uhr Digitalisierung für eine nachhaltigere Landwirtschaft – Rahmenbedingungen, verschiedene Impulsvorträge und Moderierte Panel-Diskussion. Halle 3.2, Bühne Stand 219
13:00 – 15:00 Uhr Trends und Voraussetzungen für die digitale Landwirtschaft. Halle 3.2, Stand 313
15:30 – 17:30 Uhr Vorstellung aktueller Aktivitäten. Halle 3.2, Stand 313

Zukunftsforum Land.Kann.Klima

"Land.Kann.Klima  – Klimaschutz und Klimaanpassung in ländlichen Regionen“ lautet das Motto des 16. Zukunftsforums Ländliche Entwicklung, das heute von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und Bundesumweltministerin Steffi Lemke eröffnet wurde. Ebenfalls zu Gast ist die irische Ministerin für ländliche und kommunale Entwicklung, Heather Humphreys. Zwei Tage lang diskutieren mehr als 2.900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber, wie Klimaanpassung auf dem Land gemeinsam gestaltet werden kann.
Partnerland Irland

Wenn es um aktive Dorfgemeinschaften und eine zufriedene Landbevölkerung geht, dient die Republik Irland vielen als Vorbild. In den vergangenen Jahren reduzierten Regierungsprogramme die Landflucht. Die Möglichkeiten, von zuhause aus zu arbeiten, haben den Trend zum Leben auf dem Land weiter befeuert, führte Heather Humphreys aus. Die irische Ministerin für soziale Sicherheit, Kommunen und ländliche Entwicklung lebt selbst auf einer Farm und ist derzeit zu dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) organisierten 16. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung in Berlin zu Gast. Als Partnerland steuern Vertreterinnen und Vertreter aus Irland ihre Expertise bei.

Im Fokus stehen Chancen, Ideenreichtum und Innovationskraft der Menschen in den ländlichen Räumen. In 32 Fachforen wird das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet – von der Energiewende über neue Wertschöpfung durch Klimaschutz bis hin zur digitalen Unterstützung für die Klimaanpassung.

„Egal ob Energieversorgung und Mobilität der Zukunft, regionale Wirtschaftskreisläufe oder besserer Schutz vor Extremwettern: die Menschen in den ländlichen Räumen spielen bei der Entwicklung und Umsetzung von Lösungen eine Schlüsselrolle“, sagte Özdemir zum Auftakt. „Wenn wir die Potentiale der ländlichen Räume heben und fördern, sind sie unsere Pioniere und Zukunftsgestalter für einen neuen Wohlstand. Dieser fußt auf einer nachhaltigeren Art des Wirtschaftens mit kurzen Wertschöpfungsketten und einer regionalen Verarbeitung.“ Dafür müsse die Energiewende so gestaltet werden, dass auch die lokale und regionale Wirtschaft davon profitiert.

"Bratwurst 2.0"
BVE
"Bratwurst 2.0"

Foodtrends auf der Grünen Woche

Oliver Numrich von der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie und Johannes von Mudda Natur GmbH berichten über die Foodtrends der diesjährigen Grünen Woche.

Norwegen ist nichts für Veganer

Veganer haben es hier eher schwer: Graved Lachs mit Salat aus Ei und karamelisierter Hefemayonnaise mit körnigen Roggenkeksen, Sauerteig-Wrap mit Rentiergeschnetzeltem, eingelegten roten Zwiebeln und Preiselbeerdressing, milder Hofkäse auf Haferkeks mit einem Klecks Beerenmarmelade: So könnte der kulinarische Auftakt beim Trip nach Norwegen in Halle 8.2 aussehen, um eine sichere Grundlage für die Probiergläschen mit Likör, Aquavit oder Gin zu schaffen. Um dann weiter zu probieren, etwa Taschenkrebs mit Schnittlauch, Estragon und Zitrone, Garnelen mit in Baumsaft fermentierten Gurken, Blütenblättern und Zuckertang oder die gepökelte Elchwurst mit Sellerie und Jutulkräuter-Creme. Und zum Abschluss Joghurt mit Blaubeeren und Baiser.

Das Königreich ist in diesem Jahr mit zwei Regionen vertreten: Fjordnorwegen, das den langen südwestlichen Küstenstreifen abdeckt, und Trøndelag, das sich nördlich darüber anschließt. „Wir sind mit insgesamt 20 verschiedenen Herstellern und Restaurants hier und mit acht sehr guten Köchen“, erläutert Marit Hjortung von der Region Fjordnorwegen. „Uns ist es wichtig, unsere heimischen Produkte wie Fleisch, Käse und Fisch von ihrer allerbesten Seite zu zeigen – und damit das deutsche Publikum auf Norwegen als Reiseland zu bringen.“
Kulinarische Probierhäppchen aus Norwegen
Messe Berlin
Kulinarische Probierhäppchen aus Norwegen
Neuerdings wird in Norwegen auch Cider produziert, berichtet Hjortung. „In den vergangenen Jahren haben sich in unserer Region einige Hersteller gegründet. Das Besondere ist, dass sie schon wegen der kühlen Wetterlage keine Cider-Äpfel nutzen, sondern Tafeläpfel, die viel Zucker und Pektin entwickeln. Das gibt unserem Cider einen einzigartigen Geschmack.“Wer Norwegisches mit nach Hause nehmen möchte, wird am Käsetresen fündig. Dort gibt es unter anderem traditionellen Braunkäse und Tine Prim – einen cremigen Streichkäse mit leichtem Karamellgeschmack und einer feinen säuerlichen Note. Halle 8.2.

Wissenswertes rund um den Fisch

Vom Land ins Wasser geht es beim Fisch-Informationszentrum (FIZ) in Halle 22a. Auf einem großen Eisbett können Besucher rund 70 bekannte und weniger bekannte Fisch-, Krebs- und Weichtierarten erleben. Experten aus der Fischwirtschaft stehen für die Beantwortung von Fragen von kleinen und großen Messebesuchern zum Fang und zur Produktion, zur Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette und Zubereitung zur Verfügung.

„In Deutschland werden die meisten Fischerzeugnisse in der Dose oder tiefgekühlt eingekauft. Und auch beim Händler in der Fischtheke liegen oft nur noch die küchenfertigen Filets in der Auslage. Wir zeigen, wie der Fisch im Ganzen aussieht, mit seinen besonderen Farben, unterschiedlichen Formen und typischen Erkennungsmerkmalen“, erläutert Dr. Matthias Keller, Geschäftsführer des FIZ. „Und wir können den Besuchern erklären, wie sie erkennen können, ob ihr Fisch aus einer nachhaltigen Fischerei oder aus einer umweltverträglichen Aquakultur stammt.“ Auch die, die wissen wollen, wie denn nun der Fisch zum Stäbchen wird, erhalten demzufolge eine Antwort.

Die Sonderschau des FIZ steht im Zeichen des „Blue Food“, Lebensmitteln aus dem Wasser wie Muscheln, Algen oder Schwarmfische, die bei einer hohen Nährstoffdichte einen sehr guten ökologischen Fußabdruck aufweisen. Der Koch Robert Schumann will unterdessen in der Standküche zeigen, wie einfach es ist, Fisch im Alltag auf den Tisch zu bekommen und bietet den Besuchern Kostproben von fettfrei gebratenem Seelachs-, Buntbarsch- oder Rotbarschfilet sowie Heringsspezialitäten an.

Start-up-Days 24. und 25. Januar 2023 

Am Dienstag und Mittwoch präsentieren zehn ausgewählte Startups der Agrar- und Ernährungsbranche innovative Produkte und Dienstleistungen auf den fünften „IGW Start-up-Days“. Hier treten die jungen Entrepeneure an, um die Fachjury von ihren Ideen zu überzeugen. Erstmals finden die „Pitches“, auf denen sich die Start-ups präsentieren, auf der Bühne des Erlebnisbauernhofs statt und sind somit sowohl für Fachpublikum als auch für private Besucherinnen und Besucher zugänglich. Ergänzt werden die Pitches mit Talk-Runden und Impulsvorträgen.

Die 10 Start-ups, die gegeneinander antreten, sind ArtenglückBenetofarmBettafishInitiative Du bist hier der CheffeelfoodneggstNunosSEAWATER Cubeseedalive und vetvise. Weitere Informationen gibt es hier. Heute, Mittwoch, ist um 18 Uhr die Siegerehrung der Start-up Days.
Ort: ErlebnisBauernhof, Halle 3.2.

Klima-Milchfarm von Nestlé

Auf dem Weg zur Grünen Null bis zum Jahr 2050 hat Nestlé Deutschland die erste Klimamilchfarm Deutschlands gestartet. Was es damit auf sich hat und wie das Unternehmen seine ambitionierten Klimaziele erreichen will, hat die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) von Anita Wälz, Director Sustainability & Corporate Communications bei Nestlé Deutschland, erfahren.

Klima-Milchfarm Nestlé, Nachhaltiges Öl von Colipi, Leitfaden Klimaneutralität

Wer länger dran bleibt, kann sich auch noch über das Hamburger Start-up Colipi informieren, das  pflanzliche Öle aus speziellen Hefen – „gutes Öl aus schlechter Luft“, wie CEO Max Webers es im Interview zusammenfasst, und bekommt darüber hinaus den neuen „Leitfaden Klimaneutralität“ vorgestellt.

Leitfaden Klimaneutralität

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hat ihren Leitfaden „Ambitionierten Klimaschutz erfolgreich umsetzen. Auf dem Weg zur Klimaneutralität“ vorgestellt. Der neu entwickelte Leitfaden soll Unternehmen der Ernährungsindustrie helfen, das Thema Klimaschutz ganzheitlich zu betrachten und die notwendigen Weichen für eine ressourcenschonende Produktionsweise zu stellen. Erarbeitet wurde er im Rahmen der BVE-Klimaschutzkampagne „PlusPlus-Prinzip“ gemeinsam mit der Ökotec Energiemanagement GmbH und dem Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) an der Universität Witten/Herdecke. Den Leitfaden können Sie hier herunterladen.

Digitales Ratten-Warnsystem

Das Projekt DigiWRap ist nun Teil der Förderrichtlinie „Zukunftsbetriebe und Zukunftsregionen der Digitalisierung in der Landwirtschaft“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir überreichte Verbundkoordinatorin Dr. Alexandra Esther vom Julius Kühn-Institut JKI-Fachinstitut für Pflanzenschutz in Gartenbau und Urbanem Grün den entsprechenden Förderbescheid.

Wanderratten (Rattus norvegicus) können Schäden an Gebäuden und Lagergut verursachen. Weil sie zudem Krankheiten auf andere Tierarten und auch den Menschen übertragen, sind tierhaltende Betriebe gesetzliche verpflichtet, die Schadnager zu bekämpfen. Oft werden die Tiere erst dann bemerkt und bekämpft, wenn sie bereits sehr zahlreich sind und es nicht mehr möglich ist, Einzeltiere umweltschonend mit Fallen zu fangen. Um frühzeitig zu verhindern, dass sich wirkstoffresistenter Rudel etablieren, braucht es neue Lösungen.

Im Projekt DigiWRap entwickelt das JKI zusammen mit landwirtschaftlichen Betrieben ein digitales Warnsystem zur präventiven Bekämpfung von Rattenpopulationen. Unter anderem kommt dabei Sensortechnik zum Einsatz, die einwandernde Ratten frühzeitig erkennt und eine gezielte Entnahme von Einzeltieren ermöglicht. Nach Projektende informiert ein Praxisleitfaden Landwirte und Schädlingsbekämpfer darüber, wie das Warnsystem für eine betriebsweite Befallsüberwachung installiert werden kann.

140 Jahre Halberstädter Würstchen

Halberstädter Würstchen: Weltkarriere dank Wurstkonserve
Messe Berlin
Halberstädter Würstchen: Weltkarriere dank Wurstkonserve
Sven Schulze, Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-​Anhalt, lässt sich einen deutschen Würstchenklassiker schmecken, der seinen 140. Geburtstag feiert: Das Halberstädter Würstchen. 1883 eröffnete der Metzger Friedrich Heine aus Halberstadt im Harz seine Metzgerei und schaffte es bald darauf, mit seiner bis dahin überwiegend regional bekannten Spezialität den weltweiten Markt zu erschließen – dank der Wurstkonserve, die er angeblich auch erfand. Sachsen-Anhalt, Halle 22b

Roboter für Käse & Co.

Studierende der Universität Sierre im Schweizerischen Valais widmen sich dem Nationalgericht der Eidgenossen – dem Käse. Ihr „Roboclette“ streicht automatisch den erhitzten Käse vom Leib. Nicolas Fontaine, CEO und Mitgründer von Workshop 4.0, hat das Gerät entwickelt. „Wir sehen das Gerät nicht im direkten Einsatz in der Gastronomie, es zeigt aber die Möglichkeiten, die in der Technologie stecken“, sagt er. Künftig könnten Roboter wichtige Aufgaben im Service übernehmen und damit eine Antwort auf den Fachkräftemangel geben. Halle 4.2

Roboclette aus der Schweiz
Messe Berlin
Roboclette aus der Schweiz

Termine Mittwoch, den 25. Januar 2023

Re-Use Superstore präsentiert: Umweltbildung und Infos zu Zero Waste-Themen mit Zero Waste e. V.
Re-Use Superstore, Halle 27, Stand 205, 10:00 - 18:00 Uhr

Zukunftsforum Ländliche Entwicklung (25. - 26. Januar)

Das Zukunftsforum Ländliche Entwicklung ist das größte nationale Forum für Fragen ländlicher Entwicklung in Deutschland. Es wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen der Internationalen Grünen Woche ausgerichtet. „Land.Kann.Klima.“ heißt das diesjährige Motto. In rund 30 Fachforen diskutieren etwa 1.200 Akteure aus Politik, Verwaltung, Institutionen, Verbänden, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über viele Facetten von Klimaschutz in ländlichen Gebieten. Weitere Informationen gibt es hier.
Messehalle CityCube

Thüringen in Halle 20

Thüringen ist mit rund 45 Ausstellern bei der Internationalen Grünen Woche 2023 dabei – sowohl Direktvermarkter und Verbände als auch Landkreise. Neben Traditionsunternehmen richtet sich die Aufmerksamkeit auf kleinere Betriebe der Branche. Thüringen setzt hierbei vor allem auf Regionalität und stellt die Produkte in stilisierten Hofläden vor, um die Bedeutung für einen bewussten Einkauf regionaler Waren hervorzuheben.
Messe Berlin
Thüringen ist mit rund 45 Ausstellern bei der Internationalen Grünen Woche 2023 dabei – sowohl Direktvermarkter und Verbände als auch Landkreise. Neben Traditionsunternehmen richtet sich die Aufmerksamkeit auf kleinere Betriebe der Branche. Thüringen setzt hierbei vor allem auf Regionalität und stellt die Produkte in stilisierten Hofläden vor, um die Bedeutung für einen bewussten Einkauf regionaler Waren hervorzuheben.

Ran an die Kartoffel

Jede zweite Kartoffel in Deutschland wird in Niedersachsen geerntet. Dementsprechend zeigt sich die Landjugend nicht nur mit einer Kartoffelscheune, sondern hat auch einen Kartoffel-Schäl-Wettbewerb organisiert. Acht Landjugend-Teams mit jeweils fünf Mitgliedern treten im Duell gegeneinander an: Vor sich einen Korb Kartoffeln, eine Person schält eine Kartoffel, dann übernimmt der oder die Nächste das Schälmesser. Nach drei Minuten wird gewogen, wer mehr geschafft hat. In der Kartoffelscheune nebenan gehen Kartoffelwaffeln mit Lachs über den Tresen, sondern auch Kartoffelbrownies mit Vanillesauce, Kartoffel-Sushi mit oder ohne Rindfleisch, dazu Schnuckenbräu-Bier und Kartoffelschnaps.

Das Alte Land präsentiert sich mit der neuen Apfelsorte „Fräulein“ und dem „Wellant“, den auch Apfel-Allergiker vertragen. Wer etwas Warmes braucht, kann sich eine Currywurst mit Apfel-Curry-Sauce gönnen. Oder Grünkohl mit Pinkel und Bratkartoffeln aus dem Oldenburger Münsterland sowie eine Suppe aus Süßkartoffeln, angebaut von „Gaus-Lütje Kartoffeln“ im Landkreis Gifhorn in der Südheide. Eigentlich kommt die Süßkartoffel aus tropischen Regionen Südamerikas, aber seit fünf Jahren gedeiht sie auch in der Südheide bei feuchtem Boden, genügend Wärme und Sonnenschein. Sind die Knollen zu klein oder zu krumm, werden sie zu Chips mit Meersalz – natürlich auch zu kaufen auf der Grünen Woche. (Halle 20)

Termine, Dienstag, 24. Januar 2023

Startup-Days: Eröffnungsworte des Bundesfinanzministers Christian Lindner
Studio ErlebnisBauernhof, Halle 3.2, 11:30 - 11:40 Uhr

Talk: New AgriFood Report - eine Studie der Boston Consulting Group (BCG) & German AgriFood Society (GAFS)
Halle 3.2, Stand 313, 15:15 - 16:45 Uhr

Thema Tierwohl

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hat bei Markus Weiß, dem Unternehmenssprecher von McDonald's, und Thomas Dosch, Leiter des Hauptstadtbüros der Tönnies Unternehmensgruppe, nachgefragt, wie ihre Unternehmen das Thema Tierwohl und Tiergesundheit angehen.

Supermarkt kommt vor die Haustür

Premiere bei der Grünen Woche: In diesem Jahr sind die Stände nicht nur IN den Hallen, sondern auch außerhalb. Zwischen Halle 1 und 2 zeigen der Lebensmittelhändler Rewe und die Deutsche Bahn (DB) ihr Pilotprojekt „Supermarkt auf Rädern“. Ab Frühjahr versorgt der Einkaufs-Bus mehrere Gemeinden in Nordhessen mit frischen und regionalen Lebensmitteln.

Kürbiskornbrot ist Brot des Jahres 2023

Das Deutsche Brotinstitut hat das Kürbiskernbrot zum Brot des Jahres 2023 gekürt. Bei der offiziellen Bekanntgabe wurde der Nachfolger des 2022er "Holzofenbrotes" von Bundesminister Cem Özdemir angeschnitten. Mit seiner großen Varianz sei das Kürbiskernbrot populär bei deutschen Brotliebhabern und passe vor allem gut zu milden Belägen und Aufstrichen, so das Brotinstitut.
www.baeckerhandwerk.de
Das Deutsche Brotinstitut hat das Kürbiskernbrot zum Brot des Jahres 2023 gekürt. Bei der offiziellen Bekanntgabe wurde der Nachfolger des 2022er "Holzofenbrotes" von Bundesminister Cem Özdemir angeschnitten. Mit seiner großen Varianz sei das Kürbiskernbrot populär bei deutschen Brotliebhabern und passe vor allem gut zu milden Belägen und Aufstrichen, so das Brotinstitut.

Tafeln präsentieren sich

In den 960 unabhängig arbeitenden Tafeln in Deutschland engagieren sich 60.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Sie unterstützen mehr als zwei Millionen Menschen mit rund 265.000 Tonnen geretteten Lebensmitteln. Am Montag (23.) und Dienstag (24. Januar) stellt der Bundesverband dieses Engagement am Gemeinschaftstand der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und des Lebensmittelverbands Deutschland in Halle 3.2 vor.
Starker Auftakt
Gut besuchte Hallen, gute Gespräche und zufriedene Aussteller: Die Internationale Grüne Woche hat an den ersten drei Veranstaltungstagen mehr als 95.000 Besucherinnen und Besucher auf dem Berliner Messegelände unter dem Funkturm begrüßt.

Resolution des Bauernverbandes

Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat eine Resolution zur sicheren Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln verabschiedet. Mit dieser Erklärung will der Verband den inzwischen wieder wahrgenommenen hohen Stellenwert dieses Themas unterstreichen. Deutschland und die EU haben als agrarische Gunststandorte eine globale Mitverantwortung für die weltweite Versorgung mit Lebensmitteln. Herausforderungen wie der Klimawandel und der Erhalt der Biodiversität müssten intelligent mit einer hochwertigen und nachhaltigen Nahrungsmittelerzeugung verbunden werden. In der Erklärung macht der Deutsche Bauernverband konkrete Vorschläge zum Erhalt und zur Förderung einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Landwirtschaft auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.

Sachsen-Anhalt: Zwischen Algenbrot und Harzer Griller

Würstchenduft hängt in Halle 22b in der Luft, egal in welcher Ecke man steht. „Das gehört in Sachsen-Anhalt einfach dazu“, sagt Michael Kümritz von der Agrarmarketing-Gesellschaft des Landes. „Bei uns wird gerne gefeiert, gegessen und getrunken, und viele Leute bei uns sagen: Ohne Fleisch geht es nicht. Aber gleichzeitig gibt es eine große Innovationskraft mit neuen Ideen für die Ernährungsindustrie. Ich finde es toll, dass wir beides hier in dieser Halle abbilden.“

So zeigt sich in der Länderhalle eine Mischung aus deftigen Festivalklassikern wie Bratwurst, Bier und Schnaps auf der einen Seite, experimentellen Kostproben wie Algenbrot andererseits, und dazwischen Köstlichkeiten wie feinste Schokoladen, hergestellt in Tangermünde, Baumkuchen oder Pistazien-Nougat. Die touristischen Regionen machen Werbung für Altmark, Harz und Börde. Und das Landesweingut Kloster Pforta schenkt Weine aus der Region Saale-Unstrut aus.
„Wir erwarten deutlich mehr von Agrarminister Özdemir und der Bundesregierung, das war zu wenig ambitioniert, zu mutlos und zu langsam. “
„Wir haben es satt-“Demo für sozial gerechte Agrarwende und gutes Essen für alle

Kommuniqué der Agrarminister

Im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) verabschiedeten am Samstag rund 70 Agrarministerinnen und Agrarminister ein Kommuniqué zur Transformation der weltweiten Ernährungssysteme. Sie verpflichten dazu, nachhaltige, inklusive und krisenfeste Ernährungssysteme zu fördern, Lebensmittel für alle Menschen verfügbar, erschwinglich und sicher zu machen und das Ziel der Vereinten Nationen, den Hunger bis 2030 zu bekämpfen, zu verwirklichen. Die Ergebnisse der Agrarministerkonferenz sollen unter anderem in den Prozess des Ernährungsgipfels der Vereinten Nationen (UN Food Systems Summit) einfließen.

Termine Montag, 23. Januar 2023

Mehr Tierwohl in der Geflügelhaltung: Seit Anfang 2022 ist es verboten, männliche Küken zu töten, allerdings nur in Deutschland. Wie hat sich die Geflügelhaltung seitdem verändert und welche Folgen hat dieses Verbot für Bevölkerung, den Handel und die Landwirte?
Studio ErlebnisBauernhof, Halle 3.2, 11:45 - 12:15 Uhr

Verkündung des „Brot des Jahres“ – Erster Anschnitt und Verkostung mit Bundesminister Cem Özdemir und ZV-Präsident Michael Wippler.
Bühne des BMEL Halle 23, 12:00 Uhr

Podiumsdiskussion der FDP-Bundestagsfraktion: Kanzlerschnitzel oder Rote Beete? Unsere Essgewohnheiten zwischen Ernährungssicherheit, Gesundheit, gesellschaftlichem Anspruch und technologischem Fortschritt.
Studio ErlebnisBauernhof, Halle 3.2, 15:00 – 17:30 Uhr

Grüne Woche politisch: Agrarwende

„Ernährungssysteme transformieren: Eine weltweite Antwort auf multiple Krisen“ – unter diesem Motto lädt Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, vom 18. bis 21. Januar 2023 rund 2.000 Fachleute zum Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) nach Berlin ein, darunter auch Vertreter von internationalen Organisationen. Ein Thema ist, wie sich die größte globale Nahrungsmittelkrise seit dem Zweiten Weltkrieg vermeiden lässt. Politischer Höhepunkt des Treffens soll die weltweit größte informelle Agrarministerkonferenz am 21. Januar werden, zu der rund 70 Minister aus aller Welt ein gemeinsames Kommuniqué beschließen wollen.

An diesem Tag rufen auch 60 Organisationen aus Landwirtschaft und Gesellschaft zur Demonstration „Wir haben es satt!“ auf. Die Agrarwende-Demo, die um 12 Uhr am Brandenburger Tor startet, steht unter dem Slogan „Gutes Essen für alle – statt Profite für wenige“. Die Veranstalter erwarten einige Tausend Menschen, die für eine bäuerliche Landwirtschaft, artgerechte Tierhaltung, Klimaschutz, Artenvielfalt, gentechnikfreie Lebensmittel und eine Beendigung des globalen Hungers durch das Berliner Regierungsviertel ziehen werden. Zuvor gibt es um 10.15 Uhr einen Traktorprotest mit Übergabe der bäuerlichen Protestnote an Minister Özdemir beim Agrarministergipfel im Auswärtigen Amt.

Im Vorfeld der Demonstration veröffentlichten mehr als 100 Organisationen den „6 Punkte-Plan für gutes Essen für alle“. Darin fordert die Agrarwende-Bewegung im Schulterschluss mit Sozialverbänden, Gewerkschaften und Erwerbslosen-Initiativen die Bunderegierung auf, die Übergewinnsteuer auch bei Lebensmittelkonzernen anzuwenden, Sozialleistungen zu erhöhen und ausreichende Löhne zu ermöglichen.

Auf der Grünen Woche geht’s einmal quer durch Deutschland.
Messe Berlin
Auf der Grünen Woche geht’s einmal quer durch Deutschland.

Deutschland-Tour auf der Messe

Von der Küste bis in die Alpen: Zwölf Bundesländer präsentieren auf der IGW einheimische Spezialitäten und zeigen, was sie zu bieten haben – nicht nur kulinarisch.
Hallen Deutschlandtour

5.2 Nordrhein-Westfalen
6.2 Mecklenburg-Vorpommern
20 Thüringen, Niedersachsen, Bremen & Bremerhaven
21 Sachsen & Brandenburg
22 Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz & Hessen
23 Sachsen-Anhalt
Empfohlener Eingang: Eingang Nord

Die Reise startet am Eingang Nord, von dort geht es direkt in Halle 20. In der Thüringenhalle erwarten die Besucherinnen und Besucher neben Thüringer Bratwurst und Klößen auch Traditionsunternehmen und kleinere Betriebe, alle mit Fokus auf regionale Produkte. Das Weimarer Land zeigt am Stand im Zentrum der Halle, wie ressourcenschonender und klimafreundlicher Tourismus im ländlichen Raum funktionieren kann.

Der nächste Stopp in Halle 20 ist Niedersachsen: Regionale Aussteller empfangen ihre Gäste mit frisch gezapftem Schnuckenbräu, Grünkohlpfanne und leckeren Kartoffelwaffeln aus der „Kartoffelscheune“. Bremen und Bremerhaven haben ihre Stände ebenfalls in Halle 20, hier gibt es Tipps zur Zubereitung von Meeresfrüchten und kühle Getränke im Strandkorb.

Die Aussteller aus Sachsen in Halle 21b bieten eine breite Palette (bio-)regionaler Spezialitäten und präsentieren den Freistaat als Genuss- und Reiseland mit vielfältigen Spezialitäten, raffiniertem Naschwerk und schmackhafter Genusskultur. In Halle 21a präsentiert Brandenburg neben Traditionsmarken und -produkten wie der Spreewaldgurke und dem Beelitzer Spargel, Wein und Sanddorn auch Neuheiten: 2023 sind zwei Stände für die Start-ups der Branche reserviert.

Das Schmankerl-Land Bayern bietet in Halle 22b Allgäuer Bergkäse, Wurstspezialitäten und  besondere Biere im Biergarten sowie eine Frankenwein-Lounge mit Musik- und Trachtengruppen. Im Kontrast dazu stehen die Aussteller aus Berlin. Die kulinarische Vielfalt der Hauptstadt ist in der Berlin-Halle 22a zu bestaunen. Alte Bekannte wie Curry 36 und das Schokoladenhaus Rausch treffen auf junge Unternehmen mit neuen Konzepten. Auch Weinliebhaber kommen in Halle 22a auf ihre Kosten in den Weinregionen Rheinland-Pfalz und Hessen. In der Hessenhalle gibt es außerdem regionale Spezialitäten im gemütlichen Apfelweingarten – Äppelwoi, Grie Soß und Handkäs mit Musik.

Weiter geht es nach Sachsen-Anhalt in Halle 23b. Hier werden auch Hochschulen und Forschungseinrichtungen vorgestellt und zeugen vom Innovationsgeist der Region. Weinverkostung und Baumkuchenspezialitäten machen den Rundgang zu einer Schlemmerreise. Auch Hanf, eines der absoluten Trendprodukte, wird in der Sachsen-Anhalt-Halle präsentiert.

In Halle 5.2a zeigt Nordrhein-Westfalen die Vielfalt der regionalen Produkte mit klassischen Rezepten wie bergischen Pfannkuchen. Und schließlich endet die Deutschlandtour in Halle 6.2, wo Mecklenburg-Vorpommern regionale Erzeugnisse präsentiert. Von der Ostsee bis zur Müritz können Interessierte mit allen Sinnen die Verbindung von Natur, Kultur und Genuss erleben. Besondere Highlights sind der „Elephant Gin“, der in traditioneller Handarbeit in der Nähe von Hamburg hergestellt wird, und die Pralinen der Schokoladerie de Prie. (Autorin: Luisa Gerlach/Messe Berlin)

Foodtrend-Tour auf der Messe

Frisch gerösteter Kaffee-Duft, pikante Gewürze auf der Zunge und kunterbuntes Obst und Gemüse vor den Augen: Besucherinnen und Besucher können die Internationale Grüne Woche mit allen Sinnen erleben.
Hallen Foodtrend-Tour

1.2 Streetfood Markt, Sprühsalz, Kuchenlikör, Insekteneis
3.2 Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie
4.2 Trüffelmarmelade
5.2 Currywurst im Glas, Gewürz für Früchte
8.2 Elch-Burger
11.2 Eichel-Drink
Empfohlener Eingang: Eingang Messe Süd

Die Foodtrend-Tour startet direkt in Halle 1.2, gleich hinter dem Eingang Messe Süd. Hier erwartet Besucherinnen und Besucher der Streetfood Markt mit allen Köstlichkeiten, die das Schlemmerherz begehrt – von ungarischem Langos, über den beliebten Hotdog Wrap oder koreanische Glücksfische haben die Foodtrucks alles im Angebot. Außerdem zu finden in Halle 1.2: Sprühsalz aus dem Salzwerk Berlin. Das ist flüssiges Salz, kombiniert mit natürlichen Zutaten wie Knoblauch, Zitrone oder Rosmarin-Limette. Bei Laumer´s Vertrieb gibt’s Käsekuchen und Schwarzwälder Kirschtorte mal anders – in Flaschen als Likör. Experimentierfreudige Besucherinnen und Besucher bestellen bei Eiszauberei Events Joghurt-Eis aus Insekten.

In Halle 3.2 wartet die Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie mit allerlei Foodtrends auf: Akalfood präsentiert Riegel, Granola oder Streusel aus Algen, die in Hessen angebaut werden, Happy Coco bietet vegane Bio-Milchalternativen auf Kokosnuss-Basis und Hafer und Hevnly stellt köstlichen Kuchen ohne Zucker vor. CurryQ hat die beliebte Currywurst im Glas im Gepäck, die finden Besucherinnen und Besucher auf der Foodtrend-Tour in Halle 5.2. Gleich nebenan verspricht Fruping das gewisse Etwas für Früchte: Ein würziges Topping, damit Obst nicht immer gleich schmeckt. Die Frucht-Gewürze gibt es in den Geschmacksrichtungen Dark Coconut, Fresh Chili oder auch Sweet Hibiskus.

Wer es etwas herzhafter mag, wird in der Halle 4.2 fündig – hier stellt Eval Doo Trüffelmarmelade aus Nord-Mazedonien vor. Und auch in Halle 8.2 geht’s herzhaft zu mit dem beliebten Elch-Burger von Christoffer-Robins Mat AB. Das Unternehmen verspricht ein Symbol für nachhaltige Zusammenarbeit: jeder Bissen stehe für den schwedischem Wald, schöne Kornfelder und Gemüse-Anbau aus nachhaltiger Landwirtschaft.

Zum Abschluss der Foodtrend-Tour wird es in Halle 11.2 am Stand von Queria nochmal ganz außergewöhnlich: Das polnische Familienunternehmen verkauft Eichel-Drinks. Angefangen hat alles mit Kaffee aus heimischen Eicheln. Weil der aber längere Zeit gekocht werden muss und dafür im stressigen Alltag die Zeit fehlt, gibt es jetzt Eichel-Drinks, direkt in Flaschen abgefüllt. Besucherinnen und Besucher können so den natürlichen Energielieferanten pur, mit einem Hauch von Ingwer, Lavendel oder auch Minze probieren. (Autorin: Luisa Gerlach/Messe Berlin)

Termine Samstag, 21. Januar 2023

Eröffnung Ländertag Thüringen mit Bodo Ramelow, Ministerpräsident Thüringen, und Susanna Karawanskij, Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Thüringen.
Bühne Halle 20, 10:00 Uhr

Mais, Raps, Zuckerrüben und Hülsenfrüchte sind vielfältig nutzbar in der menschlichen Ernährung, als Futtermittel und als nachwachsender Rohstoff. Ihre zahlreichen Nutzungsmöglichkeiten machen sie zu Multitalenten auf unseren Äckern.
ErlebnisBauernhof, Halle 3.2, 11:00 - 11:30 Uhr

5xD – Deutschlands Transparenzoffensive vom Stall bis in die Ladentheke. Viele der großen Lebensmitteleinzelhändler wie Rewe, Aldi, Lidl und Kaufland bekennen sich zu 5xD. Dies bedeutet, dass die Schweine in Deutschland geboren, aufgezogen, gemästet, geschlachtet sowie zerlegt und verarbeitet sein müssen. Doch welche Weichen müssen für die Zukunft gestellt werden, damit die Wertschöpfungskette in Deutschland bestehen bleibt, um Tierwohl und Nachhaltigkeitsstandards zu gewährleisten?
Studio ErlebnisBauernhof, Halle 3.2, 14:45 Uhr

30 Prozent Bio-Landwirtschaft 2030 – Was bedeutet dieses Ziel für die 70 Prozentkonventionelle Landwirtschaft? Wie können genügend qualitativ hochwertige und bezahlbare Lebensmittel produziert werden? Müssen die Unterschiede zwischen biologischer und konventioneller Landwirtschaft künftig verschwimmen und sich gegenseitig ergänzen? Wie gelingt es den Systemen zusammen Versorgung zu sichern und die Natur zu schützen?
Studio ErlebnisBauernhof, Halle 3.2, 15:30 Uhr

Am 22. Januar ist der „Tag des Zweinutzungshuhns“. Er wurde 2022 erstmals vom Projekt „ei care“ – einer Initiative von Terra Naturkost und der Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG – ins Leben gerufen. Mitinitiatoren sind der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter und die Ökologische Tierzucht gGmbH.
Deutscher Tierschutzbund
Am 22. Januar ist der „Tag des Zweinutzungshuhns“. Er wurde 2022 erstmals vom Projekt „ei care“ – einer Initiative von Terra Naturkost und der Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG – ins Leben gerufen. Mitinitiatoren sind der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter und die Ökologische Tierzucht gGmbH.

Termine Sonntag, 22. Januar 2023

Mehr Tierwohl im Einkaufskorb: Das Forum Moderne Landwirtschaft hat gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey in einer Umfrage nach den Zielen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft gefragt. Die Befragten gaben an, dass vor allem hohe Tierwohlstandards, die Versorgungssicherheit und eine umweltschonende Produktion oberste Priorität haben. Wie können wir diese Ziele erreichen?
Studio ErlebnisBauernhof, Halle 3.2, 11:00 - 11:30 Uhr

Gesunde, nachhaltige Ernährung – worauf kommt es an? Talk mit Prof. Dr. Tanja Schwerdtle, Vizepräsidentin, Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Meinrad Fußeder, Präventionsfachmann (Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau) und David Oswald, AgrarScout und Landwirt aus Mutterstadt (Rheinland-Pfalz)
Studio ErlebnisBauernhof, Halle 3.2, 16:00 – 16:30 Uhr
„Jetzt gilt es, das Thema Versorgungssicherheit nicht nur bei Energie, sondern auch bei Lebensmitteln endlich strategisch anzugehen. Stabile Lieferketten und die Verfügbarkeit von Düngemitteln sind dabei unerlässlich.“
Bauernverband-Präsident Joachim Rukwied

#umdenkbar: Rewe stellt Klimaschutz in den Fokus

Regionale Produkte, Nahversorgung, nachhaltiges Bauen und Moorschutz: Der zweitgrößte deutsche Lebensmitteleinzelhändler Rewe stellt auf der Internationalen Grünen Woche das Thema Klimaschutz in den Fokus. Der #umdenkbar-Messeauftritt befindet sich auf dem Gemeinschaftsstand des Lebensmittelverbandes Deutschland und der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) in Halle 3.2 (Stand 201). Vom Einkaufs-Bus sowie Rewe-Supermarktzug können sich Besucher ebenfalls vor Ort ein Bild machen: Beide stehen im Außenbereich Gleis 1-4 (Stand 101) und sind begehbar.

Tierhaltung

Zur Eröffnungsfeier der Grünen Woche am Donnerstag wurde erwartungsgemäß die Debatte um die Tierhaltung fortgeführt. „Nach etwas über einem Jahr Ampel-Regierung hat sich im Bereich des Umbaus der Tierhaltung zwar einiges bewegt, die Vorhaben sind jedoch mehr als unzulänglich. Hier werden Landwirtinnen und Landwirte bei der Weiterentwicklung ihrer Ställe hin zum gesellschaftlich gewünschten Mehr an Tierwohl ausgebremst“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied. „Alles in allem sind die bisher vorgelegten Pläne zur Haltungsformkennzeichnung, beim Baurecht und zur Finanzierung jedoch kein Tierwohl-Umbauprogramm, sondern ein Programm zum Abbau der Tierhaltung.“

Ich bin davon überzeugt, dass wir da jetzt tatsächlich pragmatisch und erkennbar vorankommen“, konterte Bundesagrarminister Cem Özdemir. „Dazu habe ich jetzt ein Gesamtpaket für den Umbau zu einer zukunftsfesten Tierhaltung aus transparenter Tierhaltungskennzeichnung, Änderungen im Baurecht und einer finanziellen Förderung auf den Weg gebracht.“ Jede konstruktive Kritik sei ihm in dieser Situation willkommen, der Gesetzentwurf liege ja gerade zur Beratung im Deutschen Bundestag. „Aber ich möchte doch zwei Gruppen unterscheiden. Da ist die eine Gruppe, die veränderungsbereit ist, aber zugleich gute Hinweise hat, wie man es anders und möglicherweise besser machen könnte. Da ist aber auch die andere Gruppe, deren Kritik davon geleitet ist, dass sich nichts verändert, dass alles so bleibt, wie es ist, weil sie nämlich vom bestehenden System profitieren.“

Grundsätzlich empfiehlt Özdemir der Branche zu mehr Offenheit für Veränderungen im Ernährungsverhalten der Bevölkerung.

Unterdessen forderte die Initiative Tierwohl (ITW), dass die Tierhaltungskennzeichnung nicht zum „Tierwohlkiller“ werden darf.
Ansätze für mehr Tierwohl
In Halle 23a präsentiert das BMEL Ansätze für mehr Tierwohl in der landwirtschaftlichen Tierhaltung – vom Stall über den Transport bis zur Schlachtung. Dazu gehört zum Beispiel auch, wie viel Platz ein Schwein braucht, damit es sich wohl fühlt, was Tierwohl bei Schweinen ausmacht und wie man dies messen kann. Mit VR-Brillen können die Besucher zudem virtuell einen Kuhstall erleben und digitale Assistenzsysteme in der Rinderhaltung kennenlernen. Wer möchte, kann darüber hinaus an einem Modell bei der Geburt eines Kälbchens dabei sein.

Internationale Grüne Woche 2023

Die 87. Internationale Grüne Woche setzt zu Jahresbeginn aktuelle Themen und Trends aus Landwirtschaft und Ernährung auf die Agenda. Für zehn Tage machen 1.400 Aussteller aus 60 Ländern das Berliner Messegelände zum Hotspot für alle Themen rund um Landwirtschaft, Gartenbau und Ernährung.
IGW 2023 AUF EINEN BLICK

Termin: Freitag, 20. Januar, bis Sonntag, 29. Januar
Veranstaltungsort: Messe Berlin (am Funkturm)
Öffnungszeiten: Täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr, Freitag, 27. Januar, von 10 bis 20 Uhr 
Eintrittspreise: Tageskarte 15 Euro, Dauerkarte 42 Euro. Erm. Tageskarte (Schüler, Studierende, Auszubildene) 10 Euro. (Ausschließlich Online-Tickets)
Anreise per Bahn: Veranstaltungsticket Deutsche Bahn, Festpreis ab 51,90 Euro (einfache Fahrt) von jedem DB-Bahnhof nach Berlin

www.gruenewoche.de

Traditionell bietet die Messe einem „Partnerland“ die Bühne, seine (Ess-)Kultur vorzustellen. Bei der 2020er-Ausgabe war es zum Beispiel Kroatien. Doch nach der zweijährigen Corona-Zwangspause und den Unwägbarkeiten des Infektionsgeschehens war die Vorbereitungszeit für die diesjährige Messe zu kurz, sagte der Geschäftsführer der Messe Berlin, Dirk Hoffmann, auf der Eröffnungspressekonferenz am Mittwoch: „2024 wird es aber wieder ein Partnerland geben“, versicherte der Messe-Chef, ohne allerdings zu verraten, welches Land sich im kommenden Jahr präsentieren wird.

IGW in herausfordernden Zeiten

Auf der Eröffnungskonferenz am Mittwoch warnte der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie Christian von Boetticher, dass die Herausforderungen noch nie so groß gewesen wie 2022 und auch 2023. Vor allem hohe Energiepreise „zwingen die Industrie langsam in die Knie“. Für dieses Jahr erwarte die Branche weiter steigende Lebensmittelpreise.

Die Agrarbranche appellierte auch vor dem Hintergrund von mehr Tier- und Naturschutz an die Konsumenten, im Einkaufsverhalten die Richtung vorzugeben. „Wenn die Weiterentwicklung der deutschen Landwirtschaft gelingen soll, dann muss auch weiterhin der Griff ganz gezielt zu höherwertigen Produkten erfolgen“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. „Mehr Tierwohl und mehr Nachhaltigkeit kann nur gelingen, wenn die Konsumenten höherpreisige heimische Produkte einkaufen.“

Den traditionellen Treffpunkt von Land- und Ernährungswirtschaft, Politik, Verwaltung und Organisationen hat der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) Anlass genommen, einen Offenen Brief an den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Cem Özdemir zu schreiben. Darin kritisiert der DFV die Ausrichtung und die Maßnahmen der Bundesregierung im Bereich Land- und Ernährungswirtschaft.
„Nach gut einem Jahr Landwirtschaftsminister weiß ich: Wenn es einem wichtig ist, es allen recht zu machen, dann sollte man einen großen Bogen um das Agrarministerium machen. “
Cem Özdemir
Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Ophelia Nick, hat heute das 15. Welternährungsforum - Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) eröffnet. Diese weltweite Plattform zum multilateralen Austausch wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veranstaltet. Das Leitthema in diesem Jahr lautet: „Ernährungssysteme transformieren: Eine weltweite Antwort auf multiple Krisen“.
GFFA: 18. bis 21. Januar 2023 | ORT: u.a. CityCube Berlin

Finnland wirbt um deutsche Kunden

Deutschland ist Finnlands viertgrößtes Exportland für Lebensmittel und der Export verzeichnete im Jahr 2022 ein Allzeitrekord mit mehr als 130 Millionen Euro. Das Interesse an der Zusammenarbeit mit dem deutschen Lebensmittelhandel ist dementsprechend groß. „Finnland ist bestrebt in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit zu den Besten der Welt zu zählen. Auch das Tierwohl liegt uns am Herzen. Wir setzen bei der Fleischproduktion keine Antibiotika zur Wachstumsförderung ein und wir verfügen über ein effektives Sicherheitsüberwachungssystem“, sagt Lili Lehtovuori von Business Finland. Der finnische Land- und Forstwirtschaftsminister Antti Kurvinen besucht am Freitag, den 20.1.2023 den finnischen Stand der Internationalen Grünen Woche in Berlin und nimmt am Samstag, den 21.1.2023 an der Berliner Agrarministerkonferenz teil.
Business Finland/Visit Finland: Halle 8.2, Stand 109

Termine Freitag, 20. Januar 2023


Offizielle Eröffnung des ErlebnisBauernhofs, mit Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forum Moderne Landwirtschaft, Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Prof. Dr. Harald Grethe, Co-Direktor des Thinktanks Agora Agrar, Christoph Graf, Geschäftsleiter Einkauf Lidl Deutschland, - Wolfgang Burtscher, Generaldirektor Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI) der EU-Kommission, Andreas Krüger, Präsident des NABU, Janusz Wojciechowski, EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.
Forum Moderne Landwirtschaft, Halle 3.2, Stand 219, 10:00 bis 12:00 Uhr

Offizielle Eröffnung der Schaubäckerei des Deutschen Bäckerhandwerks mit der amtierenden Brotbotschafterin Gitta Connemann (CDU) und ZV-Präsident Michael Wippler. Verkostung von Brot und Backwaren.
Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, Halle 3.2, Stand 207. 10:30 Uhr

Eröffnung der Länderhalle Mecklenburg-Vorpommern mit Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern.
Mecklenburg-Vorpommern-Halle: Bühne Halle 6.2a, 11:00 -12:00 Uhr

Im Thailändischen Pavillon präsentieren sich die Aussteller.
Thailand: Halle 18, Stand 132, 11:00 - 11:30 Uhr

Gespräch zum Bündnis für globale Ernährungssicherheit mit Josefa Leonel Correia Sacko (Kommissarin Afrikanische Union), Jürgen Vögele (Vize-Präsi-dent Weltbank), Jochen Flasbarth (Staatssekretär BMZ).
Bühne BMZ: Halle 10.2, Stand 107, 11:40 - 12:10 Uhr

Beebetter, FarmNetzwerk & Blühpatenschaften: Wie gelingt mehr Artenschutz auf dem Acker?
ErlebnisBauernhof: Halle 3.2, 13:00 - 13:30 Uhr

GFFA 2023 Science Slam. Unter dem Leitthema „Transformation der globalen Ernährungssysteme“ werden fünf zehnminütige, unterhaltsame Slam-Vorträge in englischer Sprache gehalten.
Bühne Halle 23a, 14:15 - 15:45 Uhr

Gespräch zu alternativen Anbaufrüchten und Superfoods mit Lutz Depenbusch (Misereor), Bärbel Kofler (Parlamentarische Staatssekretärin BMZ).
Bühne BMZ, Halle 10.2, Stand 107, 15:35 - 16:05 Uhr

Quelle: fleischwirtschaft.de

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