Das beste Stück: Fleisch ist ein Kulturgut
Landschaftsmuseum Westerwald
Das Museum in Hachenburg würdigt mit der Sonderausstellung „Fleischregion Westerwald“ das Kulturgut Fleisch und geht der Frage nach, wie dieses die Region prägte.
Das Museum in Hachenburg würdigt mit der Sonderausstellung „Fleischregion Westerwald“ das Kulturgut Fleisch und geht der Frage nach, wie dieses die Region prägte.

HACHENBURG Fleisch ist Teil der Menschheitsgeschichte und prägt jede Region auf seine ganz eigene Weise. Das ist auch in der Sonderausstellung "FleischRegion Westerwald" im Landschaftsmuseum in Hachenburg zu spüren - ebenso wie die Liebe zum Produkt und zum Beruf des Fleischers.

Eine Region erinnert sich – viele Privatleute, Ortsgemeinden, Heimatforscher, Metzger, Landwirte und Viehhändler haben sich an der Kuratierung beteiligt und Objekte gestiftet. Museumsleiter Dr. Moritz Jungbluth fügte die verschiedenen Exponate zur Sonderausstellung "FleischRegion Westerwald" zusammen und veröffentlichte ausstellungsbegleitend ein Buch.

Die Ausstellung spürt der Frage nach, welche spezifischen Ausprägungen die Bevölkerung des Westerwaldes im Hinblick auf das "Wissensformat Fleisch" seit Anfang des 19. Jahrhunderts generierte und wie sich dieses bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts veränderte. Der "Weg der Nutztiere von der Zucht über deren Arbeitsleben bis hin zur Schlachtung und zur Aufzehrung" wird in unterschiedlichen Ausstellungseinheiten präsentiert. Besucher können jeden Schritt der Wertschöpfungskette Fleisch nachvollziehen, einen aufgestellten Schweine- und Kuhstall begehen und auch Futterküche, Veterinärbüro, Hausschlachtung, Wohnküche, Dorfladen sowie Kühlhaus besichtigen. Fleisch ist hier mehr als ein Lebensmittel, in dieser Austellung ist es ein Lebensgefühl.

Im Gewölbekeller auf rund 250 Quadratmetern ist unter anderem eine typische Metzger-Ladentheke aus der 1960er Jahren zu sehen.
Landschaftsmuseum Westerwald
Im Gewölbekeller auf rund 250 Quadratmetern ist unter anderem eine typische Metzger-Ladentheke aus der 1960er Jahren zu sehen.
Zudem ist das Landschaftsmuseum Westerwald als Forschungsstätte Teil eines Verbundprojektes zum Thema "Fleisch als Kulturgut", das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird und insgesamt fünf museale und akademische Forschungsstätten vereint. Wie Fleisch zum kulturellen Bedeutungsträger wird und Objekte als Wissensspeicher fungieren, erklärt ein gesonderter Bereich. Besucher aus allen Regionen Deutschlands wissen die in jedem Ausstellungsstück steckende Liebe zum Detail zu schätzen. Der Aufklärung über oft nicht mehr vorhandenes Wissen um die Fleischproduktion kommt dabei ein besonderer Wert zu.

Die Sonderausstellung "FleischRegion Westerwald" ist bis zum 23. Dezember 2022 zu sehen. Über Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Anfahrt informiert das Landschaftsmuseum Westerwald auf seiner Homepage.

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Quelle: Fleischwirtschaft 2/2022

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