Energie: So viel Erdgas verbrauchen bestimmte...
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FRANKFURT Erdgas ist für die deutsche Industrie der wichtigste einzelne Energieträger. Gerade im Mix der  Ernährungsindustrie spielt das Gas eine große Rolle.

von Bernhard Vetter, az


Vom industriellen Gesamt-Energieverbrauch im Jahr 2020 in Höhe von 1.040,9 Mrd. kWh entfielen laut Statistischem Bundesamt 324,6 Mrd. kWh auf Erdgas und Erdölgas, also 31,2 Prozent. Dahinter liegen Strom (21 Prozent), Mineralöle und Mineralölprodukte (16 Prozent) sowie Kohle (16 Prozent).

Nach Branchen differenziert verbraucht die Chemieindustrie das meiste Gas (119,8 Mrd. kWh). Dahinter folgen mit weitem Abstand die Produzenten von Nahrungs- und Futtermitteln (35 Mrd.) vor der Metallbranche (33,6 Mrd.).

Interessant sind die jeweiligen Anteile am gesamten Energieverbrauch: Während die Chemiewerke hierzulande mit 39,3 Prozent Erdgasanteil nah am Industriedurchschnitt liegen, spielt Gas für die Metaller mit 14,7 Prozent eine deutlich kleinere Rolle. In der Nahrungs- und Futtermittelwirtschaft hingegen macht Gas mit 59,2 Prozent einen sehr bedeutenden Anteil am gesamten Energieverbrauch aus.

Erdgasintensiv ist demnach vor allem die Verarbeitung von Milch, die laut Zahlen aus dem Jahr 2019 knapp 20 Prozent des Gases der Branche beansprucht. Große Anteile verbrauchen auch die Schlachtunternehmen und Fleischverarbeitungsbetriebe (12,5 Prozent) sowie die Zuckerindustrie (11,5 Prozent). Die Futtermittelhersteller verbrauchen dagegen nur 3,7 Prozent des Erdgases, wobei knapp zwei Prozent auf das Futter der Nutztiere und 1,7 Prozent auf das der sonstigen Tiere entfallen.

Die Getränkeherstellung benötigt zusätzlich noch einmal etwa ein Zehntel der Erdgasmenge der Nahrungs- und Futtermittelhersteller, wovon wiederum knapp 56 Prozent der Bierherstellung, 20,5 Prozent der Malzproduktion und 20,8 Prozent der Gewinnung von Mineralwasser und der Herstellung von Erfrischungsgetränken zuzurechnen sind. Den Rest von 2,7 Prozent verbraucht die Herstellung von Wein und Spirituosen.

Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Schwesterzeitschrift „agrarzeitung“.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 31/2022

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