Energiekrise: Metzger fordern Entlastung
Energiekrise

Metzger fordern Entlastung

DFV
Der Bremer Fleischermeister Herbert Dohrmann ist seit 2016 Präsident des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV).
Der Bremer Fleischermeister Herbert Dohrmann ist seit 2016 Präsident des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV).

FRANKFURT DFV-Präsident Herbert Dohrmann sendet Brandbrief an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Gerechtere Energiekostendämpfung, keine Benachteiligung von Handwerksbetrieben, weniger Bürokratie für eine sichere Versorgung mit Lebensmitteln.

Die Krise ist bei den Fleischern angekommen. Die enormen Preissteigerungen für viele Rohstoffe stellen die Kalkulation der Fleischer auf den Kopf. An der Theke lassen sich die Aufschläge nicht einfach durchreichen, da die Verbraucherinnen und Verbraucher in Zeiten der rasanten Inflation mehr auf den Preis als auf den Geschmack schielen.

Präsident Herbert Dohrmann vom Deutschen Fleischer-Verband (DFV) fordert nun von den Regierenden eine gerechte Entlastung. „Die gewaltigen Energiekostensteigerungen schlagen nun in voller Wucht auch bei den Unternehmen des Fleischerhandwerks durch“, so Dohrmann. Die jetzt angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer auf den Gaspreis habe keinen positiven Effekt auf die Meisterbetriebe, weiß der Fleischer-Präsident, der in Bremen einen Familienbetrieb führt. Aus Sicht des DFV sei es besser, die Energiesteuern insgesamt zu reduzieren, damit kleine und mittlere Unternehmen mit hohem Energieaufwand in einem gerechten Verhältnis von Entlastungen profitieren. Die Erleichterungen, die die Bundesregierung für Unternehmen auf Basis der „KUEBLL-Liste“ zur Verfügung stelle, lasse das Fleischerhandwerk außen vor. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb „industrielle Schlachtbetriebe Zuschüsse bis zu 50 Mio. Euro erhalten können“, beklagt Dohrmann. Der DFV verlangt deshalb in einem Brandbrief an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) das „inakzeptable Ungleichgewicht zwischen Industriegiganten und Handwerksbetrieben“ zu beenden. 
„Uns liegen Angebote von Energieversorgern vor, in denen sich die Gas- und Strompreise zum Jahreswechsel auf das Vier-bis Sechsfache steigern“, berichtet DFV-Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs im Gespräch mit der afz - allgemeine fleischer zeitung. Für einen durchschnittlichen fleischerhandwerklichen Betrieb bedeute das bei einem Umsatz von rund einer Mio. Euro einen Mehraufwand von allein 75.000 Euro. Das sei existenzbedrohend, so Fuchs. Vom Wirtschaftsminister erwarten die Metzger, dass die Politik die regionale Versorgung mit Lebensmitteln sicherstellt.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 34/2022

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