Fachkräftesicherung: Metzgern fehlt der Nachw...
Fachkräftesicherung

Metzgern fehlt der Nachwuchs

DFV
Das neue Ausbildungsjahr beginnt, und im Fleischerhandwerk bleiben die meisten Lehrstellen unbesetzt.
Das neue Ausbildungsjahr beginnt, und im Fleischerhandwerk bleiben die meisten Lehrstellen unbesetzt.

FRANKFURT Die Zahl der angebotenen Lehrstellen übersteigt die Nachfrage durch neue Bewerber deutlich. DGB hält Umdenken bei Arbeitgebern für erforderlich.

Zum 1. August startet traditionell das neue Ausbildungsjahr. Nie war der Wettstreit um junge Talente härter, weil nahezu jede Branche um Nachwuchs buhlt. Tausende Lehrstellen bleiben gegenwärtig unbesetzt.

Die Bundesagentur für Arbeit registrierte im Zeitraum von Oktober 2021 bis Juli 2022 insgesamt 512.000 Ausbildungsplatzangebote – über alle Berufe. Jetzt, zum Beginn des Lehrjahres, werden noch 233.000 Azubis gesucht. Detaillierte Zahlen für die Fleischerberufe stehen kaum zur Verfügung. Ein Grund dafür sind nicht konsequent gemeldete freie Ausbildungsplätze durch die fleischerhandwerklichen Betriebe an die Arbeitsagentur. Hier hilft nur ein Blick in den Berufsbildungsbericht vom 15. Mai 2022. Danach blieben zum Stichtag 30. September 2020 von den offiziell angebotenen 2.214 Ausbildungsplätzen zum Fleischer oder zur Fleischerin 47 Prozent unbesetzt. Bei den Lehrstellen zum Fachverkäufer oder zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk sieht es ebenso düster aus: 46,6 Prozent der 4.077 Ausbildungsplätze blieben unbesetzt. In dieser Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) gibt es eine Unschärfe, da sie nicht nach den Ausbildungsschwerpunkten für das Bäcker- oder Fleischerhandwerk differenziert. 

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert von den Unternehmen ein Umdenken, um junge Menschen zu gewinnen. So sollten etwa die Arbeitsbedingungen hinterfragt, die Ausbildungsvergütung überprüft und über Wohnraumangebote nachgedacht werden, sagte Katja Karger vom DGB Berlin-Brandenburg im Interview mit der Nachrichtensendung „Tagesschau“.
Den aktuellen Berufsbildungsbericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finden Sie hier.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 31/2022

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