Marktanalyse: Steigende Preise treiben die En...
Marktanalyse

Steigende Preise treiben die Entwicklung an

Roerink
US-Verbraucher achten verstärkt auf Fleischprodukte aus kontrollierter Haltung. Auch das Interesse an Sonderangeboten nimmt aufgrund der steigenden Preise weiterhin zu.
US-Verbraucher achten verstärkt auf Fleischprodukte aus kontrollierter Haltung. Auch das Interesse an Sonderangeboten nimmt aufgrund der steigenden Preise weiterhin zu.

WASHINGTON Ausgabe 17 der Studie „Power of Meat” des North American Meat Institute (NAMI), der Food Industry Association (FMI) und 210 Analytics, analysiert ein weiteres Jahr für die US-amerikanischen Fleischwirtschaft, das von der Pandemie, der Inflation und den Herausforderungen durch eingeschränkte Lieferketten bestimmt war.

Im letzten Jahr wurde von der amerikanischen Bevölkerung seltener Fleisch gekauft, jedoch wurde bei jedem Einkauf inflationsbedingt mehr Geld ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz im Beobachtungszeitraum, der am 27. März 2022 endete, um 1,3 Prozent. Damit erzielte der Fleischverkauf ein Ergebnis von 83,6 Milliarden Dollar.

Der Preisanstieg wird durch die Inflation weiter gesteigert. Die US-Verbraucher reagieren sehr preissensibel und reagieren besorgt auf die weitläufige Inflation: 92 Prozent geben an, dass die Preise etwas oder sogar viel höher sind, 95 Prozent von ihnen sind von den gestiegenen Preisen beunruhigt. Die Schwierigkeiten bei den Lieferketten werden ebenfalls im Geschäft ersichtlich. 38 Prozent der Verbraucher fällt auf, dass weniger Ware vorrätig ist und 21 Prozent vermissen die Vielfalt.

Regelmäßiger Fleischverzehr bleibt dennoch die Norm, 74 Prozent der Amerikaner essen unter der Woche nahezu täglich Fleisch und Geflügel. Nach vielen Jahren mit sinkendem Fleischzehr, ist hier ein Anstieg zu sehen. Nahezu 75 Prozent der Amerikaner sind der Meinung, dass Fleisch zu einer gesunden Ernährung und zu einem ausgeglichenen Lebensstil gehört. Ein Drittel der Verbraucher sucht ganz bewusst nach Fleisch aus kontrollierter Haltung, zum Beispiel Fleisch aus US-amerikanischer Züchtung, gentechnik- oder Antibiotika-freie Aufzucht. Dabei wird der Markt immer mehr von Marken bestimmt.

Weiterhin ablehnend stehen Verbraucher kultiviertem Fleisch aus dem Labor gegenüber. Hybridprodukte gewinnen an Popularität und Einfluss im Haushalt und werden häufiger gekauft als andere Fleischalternativen. Viele Verbraucher sind davon überzeugt, dass der Zusatz von Pilzen oder Gemüse den Fleischkonsum akzeptabler macht. Solche Hybridprodukte besitzen zudem die Möglichkeit, die durch die Inflation gestiegenen Fleischpreise etwas zu senken.

Im letzten Jahr erledigten 61 Prozent der Verbraucher in den USA zumindest Teile ihrer Einkäufe übers Internet, aber nur 14 Prozent bestellten mindestens alle zwei Wochen ihre Lebensmittel online. 85 Prozent der Onlinebestellungen beinhalten Fleisch. Wenig überraschend handelt es sich hierbei hauptsächlich über die jüngeren Generationen. Die Bequemlichkeit ist jedoch ein Faktor, der alle Generationen betrifft. Die Möglichkeit, alle Zutaten für ein Rezept mit nur einem Mausklick der Einkaufsliste oder dem Online-Einkaufswagen beizufügen, ist für mehr als die Hälfte der Befragten interessant. Zusätzlich steigt der Absatz an Convenience-Produkten wie fertig zubereitetem Fleisch, Fertigmahlzeiten und To-go-Produkten.

Die Autorin Anne-Marie Roerink beschreibt die wirtschaftlichen Entwicklungen ausführlich in Fleischwirtschaft 6/2022. Hier geht es weiter zum E-Paper.

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Quelle: Fleischwirtschaft 6/2022

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