Nährwertkennzeichnung: Nutri-Score wird angep...
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Der Nutri-Score soll eine Orientierung darüber geben, welche Nährwertqualität Lebensmittel haben.
Der Nutri-Score soll eine Orientierung darüber geben, welche Nährwertqualität Lebensmittel haben.

BERLIN Mit den überarbeiteten Kriterien sollen aktuelle Ernährungsempfehlungen besser berücksichtigt werden. Die Gehalte von Zucker und Salz werden stärker gewichtet.

Die Nährwertkennzeichnung Nutri-Score wird weiterentwickelt. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium am Freitag mitteilte, hat der zuständige internationale Lenkungsausschuss erstmalig eine Modifizierung des zugrundeliegenden Algorithmus beschlossen. Demnach werden gemäß den Vorschlägen des wissenschaftlichen Gremiums Anpassungen in den Kategorien „Allgemeine Lebensmittel“ sowie „Fette und Öle“ vorgenommen. Laut Ministerium sollen die Änderungen die Aussagekraft und Differenzierbarkeit der Bewertungen erhöhen und eine bessere Berücksichtigung aktueller Ernährungsempfehlungen sicherstellen.

Die Modifikationen seien auf der Grundlage wissenschaftlicher Evidenz und unter Berücksichtigung von Stellungnahmen der beteiligten Akteure erarbeitet worden. Mehr Gewicht erhalten bei der Berechnung des Nutri-Score künftig die Gehalte von Salz und Zucker. Angepasst wird zudem die Ballaststoff-Komponente des Algorithmus; dem Ministerium zufolge sollen so Vollkornprodukte besser von raffinierten Alternativen abgegrenzt werden.

In der Kategorie „Fette und Öle“ wird laut den Ressortangaben eine bessere Differenzierung zwischen den pflanzlichen Speiseölen angestrebt. Öle mit einem günstigen Nährwertprofil und einem geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren könnten künftig günstigere Bewertungen erhalten.

Änderungen stehen auch bei Fleisch und Fleischprodukten an. Wie es dazu heißt, sollen zusätzliche Regelungen eine bessere Übereinstimmung mit aktuellen Ernährungsempfehlungen erreichen, die einen begrenzten Verzehr vorsehen. „Differenzierter“ sollen außerdem die Bewertungen von Fisch und Meeresfrüchten sowie gesüßten und ungesüßten Milchprodukten werden.

Weitere Empfehlungen in Arbeit

Nach Angaben des Ministeriums sind noch zwei weitere Empfehlungen zur Überarbeitung der Kennzeichnung in Arbeit. Noch in diesem Jahr sollten Ergebnisse für die Kategorie „Getränke“ vorliegen; 2023 sei die Weiterentwicklung der „Obst- und Gemüsekomponente“ vorgesehen. Sobald die Evaluation abgeschlossen sei und der Lenkungsausschuss über alle möglichen Vorschläge des wissenschaftlichen Gremiums beraten habe, würden die Nutzungsbedingungen des Nutri-Score aktualisiert.

Unternehmen, die sich für eine Verwendung registriert haben, werden laut Ministerium über mögliche Änderungen der Benutzungsbedingungen informiert. Für Unternehmen, die die erweiterte Nährwertkennzeichnung verwendeten, werde zudem eine ausreichend lange Übergangsfrist zur Anwendung des neuen Algorithmus zur Verfügung gelten. Die länderübergreifende Koordination des Nutri-Score hatte zu Beginn des vergangenen Jahres ihre Arbeit aufgenommen. Beteiligt sind neben Deutschland und Frankreich auch Belgien, Luxemburg, Spanien, die Niederlande sowie die Schweiz. Der Lenkungsausschuss besteht aus Vertretern der in den einzelnen Ländern für die Umsetzung des Nutri-Score zuständigen Behörden; Deutschland wird durch das Max Rubner-Institut (MRI) vertreten.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE

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